Stadt untersucht Auswirkungen der Kanaltrasse

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Auf der "alten" Hafenstraße hat der Verkehr um 3000 Fahrzeuge zugenommen.

Herringen - Seit Öffnung der Kanaltrasse (Johannes-Rau-Straße/westliche Hafenstraße) und die dadurch bedingten Verkehrsverlagerungen hat der Verkehr im Bereich der Ortsdurchfahrt Herringen um fast 40 Prozent abgenommen.

Das geht aus einer Stellungnahme der Verwaltung auf eine Anfrage von Pro Hamm hervor. Die Stadt belegt dies mit konkreten Zahlen. Denn die „Belastung des Hammer Hauptverkehrsstraßennetzes wird in regelmäßigen Abständen durch Zählungen und das elektronische Verkehrsmodell der Stadt Hamm ermittelt. Für die Zeit vor und nach der Realisierung der Kanaltrasse stehen für den gesamten Straßenzug Zähldaten zur Verfügung“. 

Dortmunder Straße (Ortsdurchfahrt Herringen): Eine Zählung aus dem Jahr 2006 hat hier eine Belastung von 16 000 Fahrzeugen am Tag ergeben. Ende 2009 wurde dann die gesamte Kanaltrasse freigegeben – mit erheblichen Auswirkungen auf die Ortsdurchfahrt Herringen. Denn bei einer Zählung in diesem Jahr wurden dort „nur“ noch 10 000 Fahrzeuge/Tag gezählt, was gegenüber 2006 einem Rückgang von fast 40 Prozent entspricht.  

Dortmunder Straße (Radbodstraße bis Herringer Weg): 2017 wurde hier eine Verkehrsbelastung von rund 8 000 Fahrzeugen/Tag ermittelt. Gegenüber der letzten Zählung vor dem Bau der Kanaltrasse bedeutet dies einen Rückgang von 4 000 Fahrzeugen beziehungsweise gut 30 Prozent. Tatsächlich dürfte die Entlastung sogar noch höher liegen, denn die Stadt hat einen Vergleichswert aus dem Jahr 1995 herangezogen. Und zwischen 1995 und 2009 dürfte sich, so wie auf vielen anderen Straßen, auch hier das Verkehrsaufkommen gesteigert haben. 

Hafenstraße (Römerstraße/Radbodstraße bis Kreisverkehr Dortmunder Straße): Die Verkehrsbelastung hat sich laut Zählergebnissen im Zeitraum von 2005 bis 2017 durch die Fertigstellung der Kanaltrasse von 9 000 auf 12 000 Fahrzeuge/Tag erhöht. 

Wilhelmstraße: Sowohl vor als auch nach dem Bau der Kanaltrasse ist sie die Straße mit der höchsten Verkehrsbelastung. 2008 wurden hier rund 23 000 Fahrzeuge am Tag gezählt, neun Jahre später waren es „nur“ noch 19 000 Fahrzeuge/Tag, was einem Rückgang von knapp 20 Prozent entspricht. 

Aus Sicht der Verwaltung müssen die von ihr ermittelten Zahlen noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Laut dem „Masterplan Verkehr 2007“ und dem Verkehrsbericht 2010“ kann durch eine weitere Verlagerung von Autobahnzubringer- und Durchgangsverkehren eine nochmalige Reduzierung der Verkehrsbelastung von zehn bis 20 Prozent erwartet werden. Einziger Haken bei der Sache: Die prognostizierte weitere Reduzierung ist nur in Zusammenhang mit der B 63n zu sehen. Deren Realisierung steht jedoch in den Sternen. Die Umsetzung des größten Hammer Verkehrsprojekts der vergangenen Jahrzehnte ist nicht einmal ansatzweise in Sicht.

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