Vom Kinderspielzeug zur Elektro-Mobilität

E-Scooter zum Ausleihen: Noch im Sommer soll es in Hamm soweit sein

e-Scooter
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Nur ein Verkehrsmittel in einer Wegekette: Ausleihbare E-Roller soll es ab dem Sommer in Hamm geben.

In Städten wie Dortmund oder Münster sind sie seit der gesetzlichen Zulassung im Juni 2019 längst flächendeckend präsent, bald sollen sie auch nach Hamm kommen: ausleihbare E-Scooter. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

Hamm - Die Stadt Hamm ist zuversichtlich, dass verschiedene Anbieter noch in diesem Sommer ihre elektrisch betriebenen Roller (E-Scooter, für Wiki-Beitrag hier klicken) an den Start bringen können. Das ist schon seit Februar bekannt, doch so langsam wird es konkret: Dafür müssen noch Details geklärt und eine Vereinbarung mit den Anbietern unterzeichnet werden.

„Aktuell stehen wir mit drei großen Anbietern in Gesprächen, die E-Scooter in Hamm stationieren möchten“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. „Alle wollen noch in diesem Sommer starten. Voraussetzung ist unter anderem die Abstimmung der Sammelstandorte, an denen die Roller ein- bis zweimal wöchentlich vom Anbieter bereitgestellt werden.“

Die Stadt erhoffe sich von diesem neuen Angebot eine Stärkung der umweltfreundlichen Mobilität. Wer nicht mit dem Auto fährt, müsse zwischen Start und Ziel in der Regel das Verkehrsmittel mindestens einmal wechseln, so Huster: „Je mehr schnelle und bequeme Verkehrsmittel es in dieser Wegekette gibt, desto attraktiver sind die Alternativen zum Pkw.“ Spezielle Erkenntnisse zu Nutzer- und Zielgruppen habe die Stadt nicht. Grundsätzlich könnten sich E-Scooter für die sogenannte „letzte Meile“ auf dem Weg zur Arbeit, auf privaten Wegen oder auf dem Weg zu Freizeit-Zielen eignen.

So will Hamm E-Scooter-Probleme verhindern:

Damit die Bürgersteige nicht – wie in anderen Städten zu beobachten – von ungenutzten Rollern überquellen, ist in Hamm die Gesamtzahl zunächst auf 50 Roller pro Anbieter und später 300 insgesamt im Stadtgebiet begrenzt. Daraus ergeben sich pro Anbieter zehn bis 15 Standorte mit je drei bis fünf Rollern. Diese sollen vorwiegend im Bereich Mitte und an stark besuchten Einrichtungen wie beispielsweise dem Maxipark liegen. Das System ist aber nicht an diese Stationen gebunden: Die Roller können frei abgestellt werden, und dort, wo sie stehen, weiter ausgeliehen werden.

Damit auch das freie Abstellen durch die Nutzer störungsfrei verläuft, würden sensible Bereiche wie die Fußgängerzone, Parks und die Vorplätze stark frequentierter Gebäude technisch per GPS von der Rückgabe der Roller ausgeschlossen. Heißt: Hier kann ich mich als Nutzer nicht abmelden und muss einen anderen Ort suchen. Die Abstellverbotszonen werden derzeit ebenfalls zwischen Stadt und Anbietern abgestimmt.

Diese E-Scooter-Erfahrung macht Münster:

Die Stadt Hamm will E-Scooter als alternatives, umweltschonendes Verkehrsmittel zulassen, gleichzeitig aber ein wildes Durcheinander im öffentlichen Raum vermeiden. Der Blick in die Nachbarschaft kann durchaus nützlich sein. Die Stadt Münster hat zwei Jahre lang Erfahrung mit E-Scootern gesammelt. Das Fazit fällt positiv aus.

Zunächst seien im Stadtzentrum rund 200 Roller angeboten worden, sagte ein Stadtsprecher auf Nachfrage. Mit der schrittweisen Ausweitung des Geschäftsgebiets auf mehrere Stadtteile sei die Anzahl der E-Tretroller gestiegen. Derzeit betreibe allein der Anbieter Tier eine niedrige vierstellige Anzahl.

E-Scooter, die zum Verkehrshindernis werden: Dieses Bild will die Stadt Hamm vermeiden.

Nach der Einführungsphase hätten sich die Münsteraner inzwischen an das Verkehrsmittel im Stadtbild gewöhnt, Anfragen und Beschwerden gingen nur noch vereinzelt ein. „Jede Beschwerde wird von der Stadtverwaltung ernst genommen, das Thema Verkehrssicherheit hat Priorität“, so der Sprecher. Ein behinderndes oder verkehrsgefährdendes Abstellen werde weder von Fahrrädern noch von E-Tretrollern geduldet. Im Beschwerdefall erfolge eine Meldung an die Betreiber. Diese reagierten kurzfristig, aber spätestens nach 24 Stunden. Das Beschwerdemanagement habe sich bewährt.

Mittlerweile gibt es Ladestationen im Stadtgebiet, an denen die Nutzenden im Austausch für Freiminuten oder Freifahrten und im Sinne der Nachhaltigkeit geleerte Akkus abgeben und frische entnehmen können. Die Firma Tier setze E-Bikes und E-Vans ein, um Tretroller einzusammeln. Das Unternehmen arbeite klimaneutral.

Auf Kurzstrecken entfalle teilweise die Nutzung eines Kfz. Das bedeute weniger Schadstoffausstoß und die Entlastung verkehrsreicher Strecken.

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