Science Center für Güterlogistik und Mobilität inmitten des Rangierbahnhofs

"Lokodrom": Hamm soll riesiges Forschungslabor bekommen

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Der denkmalgeschützte Lokschuppen am Rangierbahnhof: Er könnte ein multifunktionales Forschungslabor werden.

Dass die Bahn und DB Cargo den in großen Teilen stillgelegten Rangierbahnhof mit dem Ziel einer ökologisch ausgerichteten Güter-Logistik wiederbeleben will, wurde kürzlich bekannt. Nun soll im Gesamtkonzept auch der unter Denkmalschutz stehende Lokschuppen eine vollkommen neue Rolle mit zukunftsweisenden Aufgaben einnehmen. „Lokodrom“ lautet der Projektname.

Hamm – Weg vom historischen Gemäuer und Aufbewahrungsort museums- oder altmetallreifer Waggons hin zum wissenschaftlichen Laboratorium und Erprobungsraum für den Güterverkehr und Antriebstechnologien von morgen: Dafür machen sich SPD-Landtagsabgeordneter und OB-Kandidat Marc Herter und die Hammer SPD stark. „Hamm als traditionelle Eisenbahnerstadt soll wieder Eisenbahngeschichte schreiben“, sagt Herter.

Fest überzeugt davon, dass die SPD-Idee kein Hirngespinst fürs Abstellgleis ist, sind Jörg Hensel und Rainer Wilke. Sie sind die Autoren einer Konzeptstudie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die in Hamm mehrere Varianten für einen Containerumschlag zwischen Straße, Schiene und Wasserstraße vorsieht. Die Studie wusste auf höchster Ebene in Berlin zu gefallen: Auf ihr fußen letztlich die neuen Pläne von DB Cargo, das alte, rund 60 Hektar große Rangiergelände nicht zu entwidmen, sondern zukunftsfähig zu machen.

12.000 Quadratmeter Platz für Start-ups

Nach Willen von Herter, Hensel und Wilke sollen im „Lokodrom“ Wissenschaftler an klugen Lösungen für die Güterverkehrslogistik der Zukunft arbeiten. Darüber hinaus würde die rund 12.000 Quadratmeter große Fläche Raum für Start-ups und „Tüftler“ rund um das Thema Mobilitätsforschung bieten. Eine enge Vernetzung mit Hammer Einrichtungen wie den Hochschulen oder der Wirtschaftsförderung sei naheliegend. „Hier wird an der Zukunft des schienengebundenen Bahnverkehrs, der Entwicklung von Antriebstechnologien und der Verkehrslogistik gearbeitet“, so Herter.

Parallel soll das „Lokodrom“ den musealen Charakter durchaus bewahren: In einer Art „technischem Klassenzimmer“ wollen die Akteure Eisenbahn der Vergangenheit und Zukunft als touristische Attraktion erfahrbar machen.

"Lokodrom" als Chance sehen

In einem derartigen Wissenschaftsstandort sieht Herter zugleich die Chance auf hoch qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze. Nicht zuletzt um das zu erreichen will er Mittel aus dem Kohleausstieg in den Standort investieren. Ein Industriepartner, der von der Forschung profitieren würde, wäre DB Cargo. „Nur mit diesen Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik lässt sich solch ein Projekt realisieren“, sagt Herter. Er ist überzeugt, sie gefunden zu haben.

Zum Jahresende wollen sich DB Cargo und Bahn offiziell äußern und weitere Details zur Entwicklung des Standorts bekanntgeben.

Revitalisierung des Rangierbahnhofs

85 Hektar Fläche hat der Rangierbahnhof insgesamt, 60 davon sollen zur Entwicklungsfläche für eine innovative Güterverkehrslogistik werden. Die Güter sollen aus den norddeutschen und niederländischen Seehäfen sowie von Industriestandorten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen kommen. An dem sogenannten „Multi Hub“ würde der Güterverkehr auf Schiene, Straße und Wasserstraße optimal miteinander verzahnt. Insbesondere im Ost-West-Verkehr würde eine Alternative zum Lastwagen geschaffen. Mehrere hundert Arbeitsplätze unterschiedlicher Qualifikation könnten so entstehen.

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