Wasserski Hamm in Haaren

„Schwieriger“ Weg zum Baggersee: Verkehrsanbindung der Wasserskianlage auf Prüfstand

Schlechte Busverbindung zu Wasserski Hamm an der Sundernstraße in Hamm-Haaren
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„Eine der beliebtesten Freizeitangebote für Menschen aus Hamm und der Region“: Die Besucher der Wasserskianlage in Haaren kommen nicht nur, um rasant über den Baggersee gezogen zu werden, sondern auch zum (Sonnen)Baden. Radfahrer steuern Gastronomie und Biergarten an. Die schmale Sundernstraße (links) mit dem teils stark ausgefahrenen Randstreifen lässt als Zuwegungen zu wünschen übrig.

Wasserskianlagen gibt es nicht wie Sand am Meer. Gut, dass für die Leute in Hamm und Umgebung die nächste Möglichkeit, den beliebten Sport zu leben, auf dem Haarener Baggersee besteht. Nur, wie hinkommen? Die Verkehrsanbindung könnte besser sein.

Haaren – Wasserskifahren erfreut sich großer Beliebtheit. Manchen reicht es, dem actionreichen Geschehen zuzuschauen. Die Anlage von Wasserski Hamm im und am Haarener Baggersee bietet ihren Besuchern dazu eine Gastronomie samt Biergarten und allen, die eine Abkühlung und das Sonnenbad suchen, eine Badebucht mit Liegewiese. Von „einem der beliebtesten Freizeitangebote für Menschen aus Hamm und der Region“ sprechen die Uentroper Christdemokarten. Doch die Verkehrsanbindung im ländlichen Haaren lässt zu wünschen übrig.

Deshalb ließ die CDU die Stadtverwaltung prüfen, ob die öffentlichen Buslinien verändert werden und wie Fußgänger und Radfahrer besser zur Anlage an der Sundernstraße kommen können. Das ist nicht einfach. Mit viel Geld wäre was zu machen. Das steht nicht zur Verfügung. Für Radfahrer könnte es zumindest an der Lippestraße eine Verbesserung geben.

„Wünschenswert“ nennt Verena Padberg eine bessere Anbindung, aber die Betreiberin der Wasserskianlage kann nachvollziehen, dass eine Haltestelle vor der „Haustür“ und ein Wegebau nicht einfach zu machen sind.

Busanbindung zur Wasserskianlage in Haaren

Die Saison der Wasserskianlage geht von März bis in den Oktober. Die stärkste Betrieb ist von Mai bis September, wenn täglich geöffnet ist. Einen Ansturm erfährt die Wasserskianlage vor den Ferien. „Wir haben dann viele Schulklassen, die ihre Wandertage und Sportstunden zu uns verlegen“, sagt Padberg. Besucher kommen aus der ganzen Region. Mit Blick auf die Kosten reisen Schulklassen aus Dortmund, Münster, Bochum und anderen Städten oft mit dem Zug an. Vom Hauptbahnhof geht es dann mit dem öffentlichen Bus nach Haaren.

Der Knackpunkt: Es gibt zwei Buslinien, aber keine Haltestelle an der Wasserskianlage: Die Linie 3 fährt bis zum Wendeplatz am Alten Uentroper Weg in Werries. Von dort sind es bis zu 2,3 Kilometer zu Fuß. Die Linie 5 stoppt an der Haltestelle Sundernstraße am Alten Uentroper Weg in Haaren. Von hier aus sind es noch etwa 800 Meter.

Schlenker zur Sundernstraße nicht möglich

Bereits vor der Eröffnung der Anlage im Juli 2008 hatten Stadt und Stadtwerke nach einer Prüfung festgestellt, dass eine direkte Anfahrt durch die Linie 33 (heute 5) aus „betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen“ nicht möglich ist. Auch nach dem Fahrplanwechsel im Juli ist kein Schlenker in die Sundernstraße vorgesehen.

Immerhin ist die Linie 5 jetzt durchgehend im Halbstundentakt unterwegs. „Die Verkürzung ist eine tolle Sache“, sagt Padberg. „Vorher war es ungünstig.“ Gegebenenfalls eine halbe Stunde an Zeit zu sparen, komme den vielen Schulklassen, die vom Bahnhof aus mit dem Bus fahren, sehr entgegen.

Zu Fuß zur Wasserskianlage in Haaren

Bliebt noch der Fußmarsch. Fußgänger können über bestehende Wege – meist Wirtschaftswege – oder wenig von Autos befahrenen Verbindungen nach Haaren gelangen. Aber auf der Sundernstraße sei die Verkehrssituation schwierig. Vor allem für die vielen Fußgänger in den Sommermonaten hält Thomas Korte (CDU) die Situation mit der schmalen Fahrbahn für unglücklich.

Die Verwaltung relativiert, und auch Verena Padberg hat den Eindruck, „dass hier kein starker Durchgangsverkehr ist“. Doch die schmale Straße mit ihrem ausgefahrenen Randstreifen ist für Fußgänger alles andere als optimal. „Ein separater Gehweg würde diese Situation verbessern“, erklärt die Stadtverwaltung. Etwa ein Kilometer Gehweg, Grunderwerb und Planung – das würde viel kosten. Angesichts „vieler anderer“ dringenderer Projekte im Rad-/Fußwegnetz sind die Realisierungs-Chancen schlecht.

Mit dem Fahrrad zur Wasserskianlage in Haaren

Angesichts der „relativ geringen Kfz-Belastung“ bezeichnet die Stadtverwaltung die Sundernstraße als für den Radverkehr geeignet. Ansonsten können diverse (Wirtschafts)Wege genutzt werden. Wenn es um die Sicherheit der Radfahrer geht, denkt Padberg vor allem an die bis zu 500 Kinder und Jugendlichen der Ferienkurse. Viele von ihnen kommen mit dem Fahrrad. Doch durch Unfälle ist die Strecke bislang glücklicher Weise noch nicht aufgefallen.

Wer von Norden kommt, hat aber die stark und schnell befahrene Lippestraße zu passieren. Die Verwaltung hat einen Fuß- und Radweg entlang der Lippestraße angedacht. Er könne auf rund 350 Metern die Einmündungen Haarener Weg und Sundernstraße verbinden. Dazu finden derzeit Gespräche mit dem zuständigen Landesbetrieb statt.

Wasserski und Freibad in Haaren

Befriedigend ist die Antwort der Stadt für die Christdemokraten nicht. Thomas Korte schlägt vor, dass die Freizeiteinrichtung bei der nächsten Weiterentwicklung des Busfahrplans einbezogen werde. „Zumindest in den Sommermonaten“, sagt der Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion. Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch verweist auf das Südbad, wo man ähnlich auf den Bedarf reagiere. So haben sie neben den Wasserski-Sportlern auch die Badegäste im Fokus. Ein Freibad hat der Hammer Osten nicht. Am Badestrand des Baggersees ist oft viel los. Es könnte mehr werden. 2000 Besucher hätten locker auf der Liegewiese Platz.

Eine genaue Gästezahl für die einzelnen Angebote der Anlage gibt es nicht. Es gebe keine detaillierte Erfassung, sagt Padberg. Sie hat aber eine höhere Nachfrage von Badegästen festgestellt, „verstärkt in der Coronazeit“. Das gilt auch für die Gastronomie, die immer mehr Ziel von Radfahrern wird – das spricht für eine bessere Verkehrsanbindung.

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