Schieber im Dauereinsatz

Mammut-Einsatz gegen den Schnee: So wird am Wochenende geräumt - Infos zu Salz und Nebenstraßen

Der ASH befreit mit einem Radlader und einem Räumfahrzeug die Straßen vom Schnee. Hier am Kreisverkehr Kamener Straße/Kleine Werlstraße.
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Der ASH befreit mit einem Radlader und einem Räumfahrzeug die Straßen vom Schnee. Hier am Kreisverkehr Kamener Straße/Kleine Werlstraße.

Dass man in Hamm wieder schwarz sehen kann, war am Freitag die positive Nachricht des Tages. Nach dem Mammut-Einsatz mit schwerstem Gerät waren die Haupt- und Verbindungsstraßen überwiegend von Eis- und Schneemassen befreit und der Asphalt wieder zu sehen – schwarz also. Auch am Wochenende werden die Radlader und Räumtrupps unterwegs sein, um die dicken Eisplatten zu „knacken“ und beiseite zu schieben. Schwierig wird die Lage in den Nebenstraßen bleiben. Ein Überblick.

Update, 12. Februar, 20.02 Uhr: Der am Donnerstagmittag von Oberbürgermeister Marc Herter angeordnete Einsatz der schweren Gerätschaften hatte sich bezahlt gemacht. Wie angekündigt, war ein Gutteil der Hauptachsen in Hamm mit Einsetzen des Berufsverkehrs einigermaßen komfortabel befahrbar. Bis um 1 Uhr in der Früh waren die Radlader und Räumfahrzeuge im Dauereinsatz gewesen, danach waren die Temperaturen auf Werte von minus 18 Grad Celsius abgesunken, so dass selbst die schwersten der eingesetzten Bagger nichts mehr ausrichten konnten. Das Eis klebte da wie versteinert am Asphalt fest.

Schnee und Eis in Hamm: Noch kein Ende absehbar

Ab Freitagmorgen wurde der Mammut-Einsatz in Hamm fortgesetzt. Die einsetzende Sonne spielte den Arbeitern dabei in die Karten. Den ganzen Tag über und bis in die Nachtstunden hinein wurden die Haupt- und Verbindungsstraßen weiter geackert. „Es ist kein Ende absehbar. Wir werden wieder bis in die sehr späten Abendstunden unterwegs sein“, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter am Abend. Die Polizei unterstützte die Maßnahmen und sperrte die jeweiligen Räumbereiche für den Autoverkehr.

Auch am Wochenende soll der Einsatz in Hamm fortgesetzt werden. Unklar blieb lediglich, ob auch die extern hinzugezogenen Radlader und Traktoren zur Verfügung stehen würden.

Schnee und Eis in Hamm: Keine gute Perspektive für Nebenstraßen

So gut das Brechstangen-Prinzip auf den Hauptachsen funktionierte, für die Anliegern in Nebenstraßen gab es keine echten Perspektiven. Sie werden weiterhin in die Röhre schauen. Selbst wenn die Räumtrupps in Hamm Kapazitäten hätten, würden die Räumfahrzeuge aufgrund der aufgetürmten Schneemassen und der am Rand abgestellten Autos nicht durchkommen.

Knapp 600 Tonnen Salz wurden im Lauf der Woche von den Räumtrupps auf den Hammer Straßen verteilt. Am Freitag traf Nachschub ein: 150 Tonnen frisches Salz wurde geliefert, weitere Salzlieferungen werden in der neuen Woche erwartet. Die Gefahr, in absehbarer Zeit auf dem Trockenen zu sitzen, sei gebannt, sagte ASH-Chef Reinhard Bartsch. 250 Tonnen habe man ohnehin noch auf Lager gehabt.

Schnee und Eis: Auch Müllabfuhr sorgt für Unmut

Unmut kam am Freitag bei einigen WA-Lesern wegen der Restmüllabfuhr auf. Im Bereich Lohauserholz war diese zum Beispiel am Montag ausgefallen – die Leser hatten den Rat der Stadt befolgt und ihre ungeleerten Tonnen wieder zurück aufs Grundstück gerollt. Dann war aber ein Müllfahrzeug im Einsatz, das Nachleerungen durchführte. Das war aber nicht angekündigt worden, insofern standen die Tonnen auch nicht am Straßenrand.

Die Erklärung lieferte ASH-Chef Bartsch: Wider Erwarten hatten die Müllautos Kapazitäten frei, da die Nebenstraßen teils nicht angesteuert werden konnten. Die Fahrer leerten dann in anderen Bereichen nach. Bartsch empfahl für die Zukunft: Wenn die Restmüllabfuhr ausfällt, sollte man die Tonnen auf Verdacht stehenlassen.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung (12. Februar, 10.50 Uhr):

Hamm – Seit Donnerstag gehen die Räumkräfte mit schwerem Gerät gegen die Eis- und Schneemassen auf den Straßen vor. Oberbürgermeister Marc Herter hatte am Mittag die Reißleine und ordnete den Einsatz von Radladern an. In Anbetracht von minus 18 Grad in der Nacht zu Freitag und einer zu befürchtenden Komplett-Vereisung in der Stadt schien dieser Schritt geboten – Schäden am Asphalt wurden billigend in Kauf genommen.

Schnee und Eis in Hamm: Straßen endlich „schwarz“ räumen

Ziel der Aktion war es, zumindest die Hauptachsen befahrbar zu halten. Diese sollten für den Berufsverkehr „schwarz“ – sprich bis zur Asphaltdecke – geräumt sein. Doch auch am Freitagmorgen gab es vielerorts noch Einschränkungen. Stadtsprecher Tom Herberg meldete sich am Donnerstagabend gegen 19 Uhr mit folgendem Lagebild in der Redaktion: 40 Mitarbeiter seien zur Stunde noch mit schwerem Gerät dabei, die Straßen von Schnee und Eis zu befreien.

Das große Aufräumen - Hamm total verschneit

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Der Einsatz werde bis in die Nacht hinein andauern. Neben dem normalen Fuhrpark des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb Hamm (ASH), bestehend aus acht Groß- und vier Kleinstreuern, seien zwei große Radlader vom Recyclinghof mit Stahlschild hinzugezogen worden. Zudem seien von einem externen Unternehmen kurzfristig drei Trecker und drei Radlader, jeweils mit Stahlschild, im Einsatz.

Schnee und Eis in Hamm: Schwere Maschinen auf Hauptstraßen unterwegs

Folgende Taktik wurde angewandt: Die Einsatzfahrzeuge mit Stahlschild brachen die Eisflächen bis zum Asphalt auf, und die ASH-Fahrzeuge fuhren hinterher und schoben die zerkleinerten Eisplatten an die Seite. Die Polizei sperrte die entsprechende Abschnitte kurzfristig, so dass die Radlader beim Räumen freie Bahn hatten. „Spätabends werden dadurch die Hauptstraßen – beispielsweise die Werler Straße, Caldenhofer Weg, Dr.-Loeb-Caldenhof-Straße, Ostenallee, Birkenallee, Richard-Wagner-Straße, Ahornallee, Goethestraße – von Eis befreit und ,schwarz’ sein“, erklärte Herberg. Das traf am Freitagmorgen tatsächlich zu.

Fabelhaft frostig: Das verschneite Hamm aus der Luft

Eindrücke von Hamm aus der Luft im Februar 2021
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Die Mammut-Aktion werde bei Bedarf wiederholt, sodass die Straßen bestmöglich befahrbar würden. „Dass dies vor allem in den Nebenstraßen nicht komplett gelingen kann, liegt an der Größe der Flächenstadt Hamm und an dem außergewöhnlichen Winter, den es zuletzt in der Form vor elf Jahren gab“, so Herberg weiter.

Seit Montag seien die ASH-Mitarbeiter, von denen einige lange keinen Wintereinsatz mehr hatten, im Zwei-Schicht-Betrieb und würden ihr Bestes geben, um der Lage Herr zu werden. „Hierfür bitten wir um Verständnis“, hieß es aus dem Rathaus.

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