Schweinepest und Nutrias: Tierische Sorgen in Hamm

+

Hamm - Die Schweinepest ist in Osteuropa auf dem Vormarsch und bereitet den Landwirten in und um Hamm schon jetzt Sorgen. Denn schon durch wenige Unachtsamkeiten kann die Seuche eingeschleppt werden. Andere tierische Sorgen haben die Verantwortlichen bei der Stadt im Kurpark.

Übertragen wird die Pest, die derzeit vor allem in Tschechien grassiert, vor allem über Wildschweine. Daher fordern Bauernverbände derzeit eine strikte Bejagung. Ist ein Wildschwein erkrankt, dann kann es auch Hausschweine anstecken – „allerdings meistens auf Umwegen“, erklärt Petra Drees-Hagen vom Landwirtschaftlichen Kreisverband Hamm-Unna. Landwirte könnten etwa mit dem Schlepper das Virus auf den Hof bringen, wenn sie am Waldrand gearbeitet haben. Drees-Hagen: „Die Gefahr ist sehr groß“. Wird ein infiziertes Wildschwein gefunden, müsse ein Sperrbezirk eingerichtet werden.

Hammer Jäger: Darum müssen Frischlinge sterben

Warnung vor Schweinepest auch in Hamm

Transporte sind in dem Bereich nicht mehr zulässig. Gleichwohl werden neue Ferkel geboren, sodass ein Platzproblem entsteht. Auch hier werden die wirtschaftlichen Schäden für die Landwirtschaft als enorm eingeschätzt. In Hamm werden in 75 Betrieben insgesamt 61.157 Schweine gehalten. Diese Daten stammen aus der allgemeinen Agrarstrukturerhebung aus dem Jahr 2016.

Ein altes Butterbrot, belegt mit befallenem Schinken, achtlos an der Autobahnraststätte weggeworfen, reicht aus, die Seuche einzuschleppen.

Stadt will Nutria-Population eindämmen

Füttern von Nutrias im Kurpark fördert Ausbreitung

Immer mehr Nutrias und Waschbären in Hamm

Im Kurpark tummeln sich unterdessen immer mehr Nutrias. Die Nagetiere haben eine kritische Populationsstärke erreicht, wie es heißt. Die Frage ist, wie man diese eindämmt. „Wir müssen jetzt tätig werden“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. Viele Dutzend der Tiere tummelten sich im Hammer Osten. „Genaue Zahlen haben wir nicht, aber es sind auf jeden Fall zu viele.“ 

Nutrias sollten nicht gefüttert werden.

Ein Abschuss der auch als Biberratten bekannten Tiere durch Jäger komme nicht in Frage. „Das geht in dem Park nicht“, sagt Huster. Die Mitarbeiter des Umweltamts berieten derzeit über alternative Möglichkeiten – beispielsweise über das Aufstellen von Fallen. Die Tiere sollten darin nicht getötet, sondern vielmehr lebendig gefangen und andernorts wieder ausgesetzt werden.

Problematisch sei auch das Verhalten der Parkbesucher, die die sehr zutraulichen und teils bereits handzahmen Tiere mit Brot und anderen Nahrungsmitteln versorgten. „Wir werden jetzt als Erstes ein Schild aufstellen, auf dem wir darum bitten, die Tiere nicht zu füttern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare