Labrador in Uentrop frisst davon

Wut über Schweineohr-Giftköder im Garten - Tierarzt verhindert Schlimmeres

Giftköder für Hunde sind an der Mühlenstraße ausgelegt beziehungsweise in einen umzäunten Garten geworfen worden.
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Hundebesitzer sollten stets auf der Hut sein: Giftköder für Hunde sind an der Mühlenstraße ausgelegt beziehungsweise in einen umzäunten Garten geworfen worden.

Sarah Müller* aus Hamm ist richtig wütend. Denn offenbar hat es ein Hundehasser im Uentroper Dorf auf ihren und andere Vierbeiner abgesehen.

Uentrop – Der bislang unbekannte Täter hat ausgerechnet dort zugeschlagen, wo Müller sich und ihren Hund sicher wähnte: im eigenen, mit einem hohen Zaun umgebenen Garten an der Mühlenstraße. Sarah Müller (Name geändert) möchte jetzt warnen, damit nicht noch mehr Hunde Opfer des Tierhassers werden.

Es war Sonntagnachmittag, als Sarah Müller das schöne Wetter nutzen wollte und mit ihrer Labradordame in den Garten ging. „Dort hat sie ein rohes Schweineohr gefunden und davon etwas gefressen“, sagt Müller und erklärt, dass alleine das rohe Schweineohr schon giftig für Hunde sei. Die Labradordame habe ihrem Frauchen dann ihre Beute gezeigt – „indem sie dumpf davor stehen blieb.“ Schnell habe sich gezeigt, dass das über den Zaun geworfene Schweineohr eine Reaktion bei dem Tier hervorgerufen habe. Es leckte sich die Lefzen – also die Hundelippe – und hatte vermehrten Speichelfluss. Sarah Müller war sofort in großer Sorge um ihren Labrador.

Dass sie gleich handelte, dürfte ihrem Hund das Leben gerettet haben: Nach einer telefonischen Absprache machte sich das Duo sofort auf zum Tierarzt, wo der Veterinär dem Hund etwas spritze, um ein Erbrechen hervorzurufen und damit das Verdauen des giftigen Schweineohrs zu verhindern. „Ihre Augenschleimhaut war auffällig und der Bauchbereich verhärtet“, sagt Müller über den Zustand ihrer Labradordame.

Sie haben Hinweise?

Zeugen, die etwas zum Vorfall mit dem Giftköder an der Mühlenstraße sagen können, melden sich bei der Hammer Polizei unter der Telefonnummer 02381/9160.

Giftköder im eigenen Garten: Substanz wird noch ermittelt

Im Erbrochenen stellte der Tierarzt dann fest, dass der Hund tatsächlich etwas von dem giftigen Schweineohr gefressen hatte und dies zu den genannten körperlichen Auswirkungen geführt hatte. „Wir haben aber schnell reagiert, sodass wohl nichts im Blutkreislauf gelandet ist“, ist Sarah Müller froh, dass letztendlich nichts Schlimmeres passiert ist. Welche giftige Substanz sich unterdessen im Schweineohr befand, wird derzeit ermittelt.

Ein vergiftetes Schweineohr aus Uentrop.

Dem Hund geht es mittlerweile wieder gut, Spuren hinterlassen hat das Erlebte dennoch – vor allem beim Frauchen. „Neben dem Schock, dass es meinem Hund nicht gut geht, ist der sichere Ort, an dem er sich frei bewegen und entspannen darf, zum Albtraum geworden“, sagt Sarah Müller. Klar, dass sie nun äußerst vorsichtig ist, wenn sie mit der Labradordame in den Garten geht. „Ich kontrolliere den Garten, bevor ich mit dem Hund rausgehe und beobachte ihn die ganze Zeit – mit Entspannung hat das aber nichts mehr zu tun“, erklärt sie.

Giftköder im eigenen Garten: Anzeige bei der Polizei erstattet

Sarah Müller und ihre Familie hoffen nun, dass der Täter ermittelt und zur Verantwortung gezogen wird. Anzeige erstattet bei der Polizei haben sie jedenfalls. Mit ihrer Geschichte möchte Müller nun vor allem aber auch andere Hundebesitzer warnen und teilte eine Warnung bereits über die sozialen Medien sowie per Aushang im Uentroper Dorf.

Nicht jeder Giftköder-Fall wird angezeigt

Vier Fälle von Giftködern sind der Hammer Polizei in den Jahren 2019 und 2020 gemeldet worden. Die Dunkelziffer dürfte allerdings höher sein. Denn: Einerseits wird nicht jeder Fall angezeigt und andererseits wird auch nicht jeder Fall als Giftköder erkannt. Grundsätzlich ist es so, dass die Hammer Polizei allen Hinweisen auf Giftködern nachgeht – so auch im konkreten Fall an der Mühlenstraße in Uentrop. Das gefundene Schweineohr wird derzeit kriminaltechnisch untersucht. Denn: Es besteht der Tatverdacht eines Verstoßes gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes (strafbar sind die ungerechtfertigte Tiertötung sowie die Misshandlung von Tieren).

Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass ein vermeintlicher Hundehasser im Uentroper Dorf für Angst sorgt. Wie Sarah Müller erklärt, hätten Nachbarn schon öfter Probleme in dieser Hinsicht gehabt.

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