Mann aus Bergkamen vor Gericht

Schwangere in Hamm erstochen: Ex-Freundin zweimal vergewaltigt?

Die tote Frau wurde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Hamm aufgefunden.
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Die Frau wurde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße im Hammer Süden aufgefunden.

Im Prozess um die tödliche Messerattacke auf eine junge Frau am Schillerplatz hat eine Ex-Freundin des angeklagten Bergkameners ausgesagt. Die 23-Jährige behauptet, der Mann habe sie im Sommer 2019 zweimal vergewaltigt.

Hamm/Bergkamen/Dortmund - Die Zeugin schilderte den Angeklagten als gemeinen, brutalen und absolut Ich-bezogenen Menschen. „In seinen Beziehungen gibt es kein Verhältnis von 50 zu 50“, sagte sie den Richtern. „Bei ihm drehte sich 99 Prozent um ihn selbst und für mich blieb der Rest.“ (Hier klicken für weitere Berichte zum Thema.)

Das Paar hatte sich im Herbst 2018 während einer gemeinsamen Ausbildung kennengelernt. Dass der Bergkamener zu diesem Zeitpunkt noch eine andere Freundin hatte, erfuhr die Zeugin erst viel später. Ab November 2018 sei man dann aber tatsächlich zusammen gewesen, sagte die Frau den Richtern. „Und schon kurz darauf bestand er darauf, sich mit mir zu verloben. Dass sollte ein Signal nach außen sein, damit mich kein anderer Mann mehr anguckt.“

Was in den folgenden Monaten passierte, ist eigentlich kaum zu glauben. Die heute 23-Jährige will sich dem Bergkamener vollständig unterworfen haben. „Ich habe keinen Zucker mehr gegessen, weil er das nicht wollte“, sagte sie. Und wenn sie einmal bei ihrer Mutter war, habe sie jede Stunde ein aktuelles Foto von sich selbst am Küchentisch gemacht. „Nur so hat er mir geglaubt, dass ich auch wirklich nicht mit einem anderen Mann zusammen war.“

Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

„Ihm war egal, ob ich Schmerzen hatte“

Das sexuelle Verhältnis soll ebenfalls komplett auf den Mann zugeschnitten gewesen sein. Wann immer der Bergkamener Lust verspürte, musste die Frau ihm angeblich zu Diensten sein. „Ihm war egal, ob ich Schmerzen hatte. Er hat sich einfach genommen, was er wollte“, sagte die Zeugin. Auf die Frage, warum sie dann nicht einfach gegangen sein, antwortete sie nur: „Das hätte alles nur noch viel schlimmer gemacht.“

Die Zeugin war erst zur Polizei gegangen, um Anzeige wegen der beiden Vergewaltigungen zu erstatten, nachdem sie aus den Medien von dem Totschlag in Hamm erfahren hatte. „Ich wollte, dass die Welt erfährt, was er für ein Mensch ist“, sagte sie am Montag. Keiner solle annehmen, dass die Frau „die Schlimme war“, so die Zeugin. „Ich kenne ihn, und ich weiß, wozu er fähig ist.“

Der Angeklagte reagierte auf die Vorwürfe seiner Ex-Freundin kaum. Er hat inzwischen gestanden, seine schwangere Partnerin am Schillerplatz erstochen zu haben. Zu den Hintergründen oder gar zu einem Motiv will er aber weiterhin keine Angaben machen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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