Blutige Tat in Hamm

Schwangere Frau erstochen - Gegenattacke vor Gericht

In Hamm ist eine Frau getötet worden: Die Polizei sperrte den Tatort an der Johann-Sebastian-Bach-Straße ab.
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Der Tatort an der Johann-Sebastian-Bach-Straße ab in der blutigen Nacht.

Im Prozess um die tödliche Messerattacke auf eine 22-jährige Frau am Schillerplatz wechseln Gewalt- und Stalking-Vorwürfe zwischen den beteiligen Familien hin und her. Hatten zuletzt Freunde und Bekannte des Opfers den Angeklagten schwer belastet, startete eine Schwester des 24-jährigen Bergkameners jetzt die Gegenattacke.

Dortmund/ Hamm – „Ich habe nie gesehen, wie mein Bruder seine Partnerin geschlagen hat“, sagte die 28 Jahre alte Zeugin. Und: „Bei ihr war es jedoch anders. Mein Bruder hatte immer wieder Kratzer am Oberkörper. Sie hat ihn körperlich und auch psychisch fertiggemacht.“ (Hier klicken für frühere Berichte zum Thema.)

Vor der Sommerpause hatten andere Zeugen noch das komplette Gegenteil erzählt. In deren Aussagen war der Bergkamener ein eifersüchtiger Aggressor, der es nicht ertragen konnte, dass seine Partnerin ihn möglicherweise verlassen könnte. „Er wollte immer wieder, dass sie zu ihm zurückkehrt“, hieß es in den damaligen Vernehmungen. Auch körperliche Gewalt durch den Angeklagten habe es gegeben.

Die jetzt befragte Schwester des Angeklagten war die erste, die zu ihm in der Tatnacht Kontakt hatte. Nach einem Anruf einer weiteren Schwester habe sie sich mit dem Auto auf die Suche nach dem 24-Jährigen gemacht, sagte sie. „Wir haben uns Sorgen gemacht – aber um ihn.“

Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
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Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

Schwangere Frau in Hamm erstochen: Bruder in schlimmem Zustand

Als sie ihren Bruder schließlich am Schillerplatz gefunden habe, sei dieser „in einem schlimmen Zustand“ gewesen. „Seine ganze Kleidung war blutverschmiert, aber er konnte mir einfach nicht sagen, was vorgefallen war“, so die Zeugin.

Minutenlang habe sie auf ihren Bruder eingeredet und versucht, die Wahrheit aus ihm herauszubekommen. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit habe der junge Mann dann in Richtung eines Gebüsches gezeigt und gemurmelt: „Da ist sie.“

Schwangere Frau in Hamm erstochen: Selbst in den Bauch geboxt?

Später, als die Polizei schon vor Ort war, soll der Bergkamener auch den Grund für seinen Messer-Ausraster verraten haben. Die 22-jährige habe sich nämlich vor seinen Augen selbst in den Bauch geboxt, um ihrem ungeborenen Kind zu schaden. „Ich mache dein Leben kaputt“, sagte sie dabei angeblich. In diesem Moment will der Angeklagte die Nerven verloren haben.

Selbst hat der Bergkamener dies vor Gericht noch nicht geschildert. Nachdem sein Verteidiger Peter Wehn zuletzt immerhin ein Geständnis vorgetragen hatte, soll zu den Hintergründen der Bluttat weiter geschwiegen werden.

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