Schwester des Angeklagten sagt aus

Schwangere Frau brutal getötet - „Streit ja, aber keine Gewalt“

Die tote Frau wurde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Hamm aufgefunden.
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Die Frau wurde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße im Hammer Süden tot aufgefunden.

Im Prozess um eine schreckliche Bluttat im Hammer Süden hat zunächst die Familie des Angeklagten das Wort. Eine Schwester kann sich an Gewalttätigkeiten ihres Bruders nicht erinnern. Der häufige Streit mit dem späteren Opfer hat aus ihrer Sicht einen ganz anderen Grund.

Dortmund/Hamm/Bergkamen – Nahe Angehörige des Angeklagten haben in einem Strafprozess das Recht, die Aussage zu verweigern. So sollen sie nicht in die Situation geraten, gegen ihren Bruder, Vater, Ehemann oder Sohn aussagen zu müssen. Ein Schwager des wegen Totschlags angeklagten 24-jährigen Mannes aus Bergkamen nutzte dieses Recht am Mittwoch sofort. Eine Schwester des Angeklagten überraschte dagegen mit ihrer Entscheidung: „Ich möchte aussagen.“

Was folgte, war eine Art Loblied auf ihren Bruder, der sich zwar häufig mit seiner Freundin gestritten habe, dabei aber nie gewalttätig geworden sei. Auf die Frage, was die Beziehung des Paares so sehr belastet habe, antwortete die Zeugin: „Es war ihre Familie.“ Die Angehörigen der auf den Philippinen geborenen Frau hätten den 24-Jährigen abgelehnt, weil sie dessen türkische Herkunft nicht gemocht hätten. „Darüber war mein Bruder sehr traurig“, sagte die Zeugin den Richtern.

Als sich die junge Frau schließlich tatsächlich mehr und mehr zurückgezogen habe, soll der junge Bergkamener sogar depressiv geworden sein. „Ich habe ihn oft auf der Straße in Hamm gesehen, es war Winter und er hatte keine Jacke an“, sagte die Zeugin. Ihr Bruder habe immer um die Beziehung zu der 22-Jährigen gekämpft. Und ja, als die junge Frau schwanger wurde, da habe er sich sehr gefreut.

Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
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Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

„Er wollte gerne Vater werden“

„Er wollte gerne Vater werden“, sagte die 37-Jährige. Für sie und die anderen Angehörigen des Angeklagten sei die Nachricht dagegen eher „schockierend“ gewesen. „Die beiden waren doch selbst noch Kinder. Außerdem hatten sie keinen Job und noch nicht einmal eine gemeinsame Wohnung.“

Was genau am Tattag passiert sein könnte, weiß die Zeugin nicht. Ihr Bruder habe am späten Abend an ihrer Tür geklingelt, aber nicht hochkommen wollen. „Da habe ich meinen Mann zu ihm runtergeschickt“, erinnerte sich die 37-Jährige. Erst nach Stunden sei ihr Mann dann wieder nach Hause gekommen. „Und dann war auch schon die Polizei da.“

Der Prozess wird fortgesetzt.

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