Angeklagter gesteht

Schwangere Ex-Freundin erstochen: Heftige Vorwürfe gegen Bergkamener

Der Angeklagte zwischen seinen Verteidigern Michael von Glahn (links) und Peter Wehn.
+
Der Angeklagte zwischen seinen Verteidigern Michael von Glahn (links) und Peter Wehn.

Mit einem Geständnis ist der Prozess um den grausamen Tod einer Schwangeren aus Hamm fortgesetzt worden. Zeugen schildern den Angeklagten aus Bergkamen als Schläger und Stalker.

Hamm/Bergkamen/Dortmund - Es war nur ein kurzer Satz, den Verteidiger Peter Wehn vor dem Dortmunder Schwurgericht verlas. Doch der hatte es in sich: Der Angeklagte hat die Tötung seiner Ex-Freundin aus Hamm nun doch gestanden. Zum Ablauf der schrecklichen Bluttat und zu den Hintergründen will der 24-Jährige aus Bergkamen jedoch weiter schweigen.

So viel steht allerdings fest: Der Tat war ein monatelanges Beziehungsdrama vorausgegangen. Zeugen aus dem Umfeld der Getöteten ließen im Prozess kein gutes Haar an dem Angeklagten. Sie schilderten ihn als Schläger und Stalker.

Besonders klare Worte fand ein früherer Freund der 22-Jährigen. Er war viereinhalb Jahre mit der auf den Philippinen geborenen Frau zusammen. Auch nach der Trennung hatte sie immer wieder Kontakt zu ihm aufgenommen, habe viel geweint und gelitten. „Ich habe die Angst in ihren Augen gesehen“, sagte der Zeuge den Richtern. „Sie hat mir erzählt, dass der Angeklagte sie schlägt, beleidigt, verletzt.“ Einmal habe er ihr zur Strafe sogar die Haare abgeschnitten. Auch blaue Flecken will er bei ihr gesehen haben. „Er hat sie ständig kontrolliert und ihr Handy geortet“, so der Ex-Freund.

Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Großeinsatz nach Tötungsdelikt in Hamm.
Tötungsdelikt im Hammer Süden - Ermittlungen vor Ort

Zwischenzeitlich sei sie sogar in ihre Heimat geflohen, habe dort wegen des Corona-Lockdowns monatelang festgesessen. Doch auch das habe nicht dazu geführt, dass sie sich endgültig habe lösen können. Als sie im Sommer vergangenen Jahres zurück nach Hamm gekommen sei, habe alles wieder von vorne angefangen.

Schwangere Frau in Hamm erstochen: Bei ihren Eltern aufgelauert

Zuletzt sei die 22-Jährige nur noch bei ihren Eltern gewesen. Doch auch da soll der Angeklagte ihr ständig aufgelauert haben. „Er wollte, dass sie zu ihm zurückkehrt“, sagte eine Cousine den Richtern. „Aber sie hatte Angst vor ihm.“

Und auch diese Worte soll der Angeklagte seiner Ex-Freundin vor der tödlichen Bluttat gesagt haben: „Bevor du zu einem anderen Mann gehst, bringe ich dich um.“

Schwangere Frau in Hamm erstochen: 76 Stich- und Schnittverletzungen

Es war im vergangenen Januar, als der Angeklagte dann tatsächlich zu einem Messer gegriffen hat. Die Ärzte hatten später 76 Stich- und Schnittverletzungen gezählt. Die 22-Jährige hatte keine Chance. Ihre schrecklich zugerichtete Leiche war auf einem Parkplatz im Hammer Süden gefunden worden.

Zwei Wochen vorher soll sie ihrer Cousine übrigens noch diesen Satz gesagt haben: „Wenn mir etwas passiert, dann war er es.“ Gemeint war der Angeklagte.

Dem 24-Jährigen werden im Prozess außerdem zwei Vergewaltigungen vorgeworfen. Das Opfer soll eine frühere Freundin aus Bergkamen gewesen sein. Dazu hat er sich noch nicht geäußert.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Jörn Hartwich

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare