Krankheit, Entbindung, Regeln

Schwanger – und Corona-positiv: Werdende Mutter erkrankt im achten Monat

Schwanger und an Corona erkrankt: Eine Mutter in Hamm wurde im achten Monat mit dem Virus infiziert. Das sind die Auswirkungen der Infektion auf die Schwangerschaft.

Hamm – Wer in diesen Tagen einen Anruf einer Telefonnummer aus Hamm mit der 17 vorne bekommt, ist zu Recht nervös. Denn dahinter könnte sich das Gesundheitsamt verbergen, das einem zum Beispiel mitteilt, dass man Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte.

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Einwohner179.916 (31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterMarc Herter

Genau diesen Anruf bekam auch Marie K. (Name von der Redaktion geändert) vor einigen Tagen. Ein Bekannter hatte sich infiziert, sie, ihr Mann und ihr Sohn mussten in Quarantäne. Kurz darauf bekommt der Anderthalbjährige Fieber. Der Corona-Test bestätigt die Vermutung. Er ist positiv. „Da wusste ich, dass auch wir uns wohl anstecken würden“, so die 34-Jährige. Kurz darauf kam dann auch das positive Ergebnis der Eltern. Das Heikle an der Sache: Marie K. ist im achten Monat schwanger. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona-Infektion in der Schwangerschaft: Das sagt die Gynäkologin über die Gefahren für Babys

„Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, was das für das Baby bedeutet und für meinen kleinen Sohn. Und ob es für Kleinkinder gefährlich ist“, erklärt sie übers Telefon im Gespräch mit unserer Zeitung.

Viel ist über die Auswirkungen des Coronavirus auf Kleinkinder noch nicht bekannt. Ihre Frauenärztin kann sie aber beruhigen. Nach aktuellem Stand gebe es keine Kenntnis darüber, dass das Coronavirus für Ungeborene gefährlich ist.

Kurze Zeit später hat auch Marie K. leichte Symptome. „Meine Nase war zu, ich hatte leichte Halsschmerzen und habe mich schlapp gefühlt“, erklärt sie. Das Virus hat bei der werdenden Mutter aber einen leichten Verlauf. Und auch dem Sohn geht es schnell besser. „Da hatten wir Glück“, sagt sie.

Studie: Corona für Schwangere und ihre Embryos selten gefährlich

Das Coronavirus ist ersten Erkenntnissen zufolge für die meisten schwangeren Frauen und ihre Embryos nicht gefährlich. Das hat eine bundesweite Studie ergeben, bei der Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin 247 an Covid-19 erkrankte Schwangere aus 65 Kliniken in Deutschland untersuchten. „Die meisten schwangeren Frauen haben einen günstigen Verlauf“, sagte Ulrich Pecks vom Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, der die noch laufende Studie gemeinsam mit Mario Rüdiger vom Universitätsklinikum Dresden koordiniert. Auffällig sei aber, dass Babys von erkrankten Schwangeren häufig zu früh geboren werden. Trotzdem sei die Erkrankung ernst zu nehmen, sagte Pecks. „COVID-19 stellt gerade in der Schwangerschaft eine Herausforderung dar, da Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt sind.“

Corona-erkrankt im 8. Monat: Vorsorge musste aufgrund der Quarantäne verschoben werden

Besondere Regeln gelten für die Schwangere während der Quarantäne nicht. „Einen Vorsorge-Termin musste ich verschieben, aber das ist ok“, sagt sie. Wie jeder, der unter Quarantäne gestellt wird, bekommt die Familie regelmäßige Anrufe vom Hammer Gesundheitsamt. „Sie haben gefragt, wie es uns geht, ob alles in Ordnung ist.“ Generell wirkt die Mutter entspannt. „Ich hatte auch vorher schon mit der Hebamme gesprochen und alles geklärt. Und sehen wir es positiv: Vielleicht ist es gut, dass das jetzt kam und ich bis zur Geburt wieder fit bin.“

Mittlerweile, kurz vor Ende der Quarantäne, geht es der Familie wieder gut. „Trotzdem freue ich mich jetzt auf meinen Kontrolltermin, um ganz sicherzugehen, dass alles gut ist“, sagt die Schwangere.

Schwanger und Corona-infiziert: Auch Erkrankte dürfen im Krankenhaus entbinden

Für Schwangere ergeben sich bei einem positiven Corona-Test viele Fragen: Was ist mit wichtigen Untersuchungsterminen und der Geburt? Darf ich ins Krankenhaus? Und was muss ich beachten? „Voruntersuchungen können weiter stattfinden. Die Patientinnen werden dann zum Ende der Sprechstunde bestellt, bekommen eine FFP2-Maske und werden am Eingang abgeholt, damit sie keine unnötigen Umwege laufen“, erklärt Susanne Grobosch vom EVK in Hamm.

Kurz vor der Geburt infiziert: Eine Frau aus Hamm berichtet über die besonderen Sorgen ihrer Schwangerschaft.

Sollte eine werdende Mutter zur Zeit der Entbindung positiv getestet sein, darf der Vater nicht mit in den Kreißsaal. „Die Patientin wird dann isoliert und die Geburt findet in einem gesonderten Raum statt“, erklärt die Krankenhaus-Sprecherin weiter. Bei einer geplanten Geburt, wenn also ein Kaiserschnitt gemacht werden soll, werde bei den Patientinnen vorher ein Corona-Test gemacht. Bis zum Ergebnis müssen sich diese häuslich isolieren. Für Fragen rund um das Thema Geburt bietet das EVK jeden Dienstag eine virtuelle Hebammen-Sprechstunde an. Ab 19 Uhr beantworten die Geburtshelfer auf der Facebookseite des Krankenhauses die Fragen der werdenden Mütter. 

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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