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"Schulfrieden gestört": Front gegen Rechten-Plakate

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Von: Detlef Burrichter

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Auch vor dem Hammonense hängt das Rechtenplakat mit dem Imperativ „Wir hängen nicht nur Plakate!“ © Mroß

HAMM - Die provokative Plakatierung der Parteien „Die Rechten“ und NPD vor den beiden Schulhäusern der Friedensschule links und rechts der Marker Allee beeinträchtigt nach Auffassung der Schulleitung den Schulfrieden in erheblichem Ausmaß.

„Wir sehen den Schulfrieden empfindlich gestört“, sagte Schulleiterin Monika Siegert. Viele, insbesondere jüngere Schüler seien zutiefst verunsichert. Der Imperativ „Wir hängen nicht nur Plakate!“ auf einem Plakat der Rechten löse Ängste aus. Insbesondere jüngere Schüler im Alter ab zehn Jahren fragten sich, ob sie damit gemeint seien.

Am Dienstag prangte vor den Schulgebäuden auch noch ein Plakat mit der Aufforderung „Heimreise statt Einreise!“ vom Laternenmasten. Schüler

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Ein Plakat der NPD mit dem Slogan "Gas geben". © Mroß

und Eltern seien empört darüber, dass derartige rechtsextremistische Parolen gezeigt werden dürften, noch dazu im direkten Umfeld der Schule, sagte Siegert. Sie wollten das nicht länger widerspruchslos hinnehmen. Die Schülervertretung werde sich mit dem Thema befassen; auch die Elternvertretung wolle aktiv werden.

Unterdessen meldete sich auch das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu Wort. Regionalkoordinatorin Gülperi Cengiz rief alle Schulen in Hamm, die dem Netzwerk angehören, dazu auf, „aktiv zu werden und Zeichen im Sinne des Programms zu setzen“. Die Wahlkampagne der Partei „Die Rechte“, die immer weiter ausufere, sei „unerträglich“. Alle zertifizierten Schulen in Hamm sollten kurzfristig konstruktive Aktionen starten.

In der vergangenen Woche war es zu einer Auseinandersetzung zwischen Rechten und Schule gekommen. Zwei Lehrer der Friedensschule hatten Plakate der Rechten entfernt, ein Helfer der Partei hatte sich daraufhin unberechtigten Zutritt zum Schulgebäude verschafft, hatte Schüler befragt und fotografiert und sich den mehrfachen Aufforderungen der Schulleitung, das Schulgebäude sofort zu verlassen, widersetzt. Bei der Polizei sind Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Unterschlagung gegen die Lehrer sowie wegen Hausfriedensbruchs gegen den Wahlhelfer aktenkundig. - dfb

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