„Was braucht Rhynern?“

Schulen wichtiger Faktor für den Ort: Braucht Rhynern ein Gymnasium?

Eine von drei Grundschulen mit sehr gutem Ruf im Stadtbezirk: die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Westtünnen.
+
Eine von drei Grundschulen mit sehr gutem Ruf im Stadtbezirk: die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Westtünnen.

In Schulen bekommen unser Kinder einen großen Teil ihres Rüstzeugs für das Leben in der Gesellschaft. Wie aber ist der Schulstandort Rhynern aufgestellt? Das fragen wir in unserer Serie. Braucht der Stadtbezirk Rhynern etwa ein Gymnasium? Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit in den Schulen vor Ort? Diskutieren Sie mit! (Formular im Artikel)

Rhynern – Mit sechs Jahren beginnt der „Ernst des Lebens“, dann geht es für die Kinder in die Schule. Das ist die Regel seit vielen Jahren. Konzentrierte sich der Unterricht in Zeiten der Dorfschulen wie zum Beispiel Osttünnen, Süddinker oder Osterflierich in erster Linie auf das Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen, so sind die Unterrichtsinhalte heute in den Grundschulen wesentlich vielfältiger.

StadtbezirkRhynern
Einwohner18193 (Stand: 31.12.2020)
Arbeitslosenquote2,3 Prozent (Stand: 2017, aktuellere Daten nicht verfügbar)
Arbeitsplätze im Gewerbepark Rhynernetwa 6000

Grundschulen in Rhynern: Fördervereine funktionieren, Eltern bringen sich ein

Mit der Hellwegschule in Berge, der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Westtünnen und der Carl-Orff-Schule in Rhynern haben die drei großen Orte des Stadtbezirks jeweils eine Grundschule, so dass eigentlich jedes Kind zwischen sechs und zehn im Stadtbezirk zur Schule gehen kann.

Und alle drei Schulstandorte genießen einen äußerst guten Ruf mit vergleichsweise optimalen Lernbedingungen durch motiviertes Lehrpersonal, schönen und funktionellen Gebäuden und – das gehört auch zur Wahrheit dazu – ein im Vergleich zu anderen Stadtteilen einfacheres Klientel in der Schüler- und Elternschaft. Die Fördervereine funktionieren, die Eltern bringen sich ein, letztlich steht der ganze Ort hinter seiner Grundschule, gemäß des alten afrikanischen Sprichwortes: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“

Ausländeranteil unter den Schülern in Rhynern gering

Darüber hinaus ist ein weiterer Faktor, dass die Zahl der ausländischen Kinder und damit verbundenen Sprachbarrieren sehr gering ist. Damit können die Lehrer ihren Fokus mehr auf die Unterrichtsarbeit lenken als an anderen Schulen in der Stadt.

Dazu passt auch die Quote der Übergänge zu weiterführenden Schulen. Nahezu 90 Prozent der Schüler der drei Grundschulen wechseln zur Realschule oder zum Gymnasium, wobei die Realschule dank der KAR seit einigen Jahren leicht das Rennen gewinnt – zuletzt mit 46,0 Prozent zu 43,9 Prozent gegen das Gymnasium.

KAR einzige „echte“ weiterführende Schule im Bezirk

Mit dem Wechsel der Lohschule zur Erlenbachschule nach Ostwennemar, ist die Konrad-Adenauer-Realschule – abgesehen von den beiden Förderschulen – die einzige echte weiterführende Schule im Stadtbezirk Rhynern. Mit rund 650 Schülern nimmt sie aber auch einen gehörigen Teil der Teenager auf, zumal der größte Prozentsatz im Stadtbezirk Rhynern wohnt, was sich alleine an der enormen Zahl von rund 300 Fahrrädern erkennen lässt, die morgens im Fahrradständer der Schule abgestellt werden.

Die Gymnasiasten aus dem Stadtbezirk Rhynern verteilen sich auf das Stadtgebiet mit Beisenkamp, Hammonense, Stein und – oft ab Oberstufe – auch auf das Märkische Gymnasium. Aus den südlichen Stadtteilen besuchen auch einige Kinder die Realschulen und Gymnasien in Werl.

Ländliche Lage schafft gute Bedingungen für Förderschulen

Mit dem Auszug der Hauptschule aus dem Gebäude „An der Lohschule“ wurde eine bislang im Stadtbezirk unbekannte Schulform in Rhynern heimisch. Im vergangenen Schuljahr besuchten 59 erwachsene Schüler die Volkshochschule sowie 83 Schüler das Hanse-Kolleg, um ihren Schulabschluss nachzuholen oder aufzubessern. Ein Großteil der Schüler kommt nicht aus dem Stadtbezirk Rhynern, sondern pendelt aus der Stadt in den Außenbereich.

Die ländliche Lage ohne Reizüberflutung bietet sehr gute Bedingungen für zwei sehr erfolgreich arbeitende Förderschulen. Zum einen die Alfred-Delp-Schule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Sie ist seit Jahren optimal in das Westtünner Ortsleben integriert.

Wie auch an der Schule Am Adelwald kommen die Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet. Die Förderschule in Allen mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung liegt quasi idyllisch im äußersten Zipfel der Stadt und kooperiert mit der Jugendhilfeeinrichtung Strüverhof.

Diskutieren Sie mit: Wie steht es um den Schulstandort Rhynern?

Bitte schreiben Sie maximal 3 Sätze pro Frage. (Mindestens 50 Zeichen.)

Mit Ausfüllen und Abschicken dieses Formulars erkläre ich mich einverstanden, dass ich mit meinem Statement im Westfälischen Anzeiger namentlich genannt werde.

Das Thema kommentieren können Sie außer über das Formular auch unter dem passenden Post auf der WA-Facebookseite und per Mail an rhynern@wa.de.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Print-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 1. Juli. Der nächste Schwerpunkt unserer Serie „Was braucht Rhynern?“ erscheint in zwei Wochen. Der Themenschwerpunkt dann: Umwelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare