Tablets, IServ und Distanzunterricht

Schulen im Lockdown: Es geht (nur) langsam voran in Hamm

Die Hammer FDP kritisiert die technische Ausstattung der Hammer Schulen und fordert für jeden Schüler ein Tablet.
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Mit Tablet soll der Unterricht aufrecht erhalten werden. Die Schulen erhielten jetzt die ersten Geräte aus einer Sammelbestellung. (Symbolbild)

In kleinen Schritten nur spielen sich die widrigen Corona-Bedingungen an den Hammer Schulen ein. Dabei geht es um Distanzunterricht und das nötige technische Material dafür.

Hamm - An den Hammer Schulen sind nach gut einem halben Jahr die ersten Tablets eingetroffen, die die Stadt über ein Sonderprogramm des Landes bestellt hatte. Der Mangel an Geräten für den Distanzunterricht dürfte damit aber nicht behoben sein. Während die Zahl der Infizierten in den letzten Tagen gesunken ist, plant die Stadt auch für den Fall eines RKI-Inzidenzwertes von mehr als 200, will sich dazu aber nicht im Detail äußern. (News zum Coronavirus in Hamm)

An den ersten Schulen trafen am Mittwoch Tablets für den Distanzunterricht ein, die von der Stadt im Sommer über ein Landesprogramm geordert worden waren. Es handelt sich nach Stadtangaben um Geräte für Lehrkräfte. Ob die gesamte Teilbestellung von 1600 Lehrer-Tablets geliefert wurde, war zunächst unklar. Die Geräte sollen in den nächsten Tagen in die digitale Infrastruktur der Schulen eingepflegt werden. Wann weitere 400 Laptops für Lehrer und die 4500 Leihgeräte für Schüler geliefert werden, ist weiterhin unbekannt.

Schulen in Hamm im Corona-Lockdown

Schulen und Lehrergewerkschaften ziehen derweil ein gemischtes Fazit der ersten drei Tage des Distanzlernens in Hamm. Sie sei erleichtert, dass der Betrieb laufe, sagte Christina Kühler, Personalratsvorsitzende für die Grundschulen und Leiterin der Maximilianschule. Es gebe noch Nachbesserungsbedarf, man müsse pragmatisch und kreativ sein.

Der Auftakt der ersten Schulwoche des Jahres war demnach eine Enttäuschung: Die Lernplattform IServ, auf die Hammer Schulen setzen, war am Montagmorgen aufgrund übermäßig vieler Zugriffe zusammengebrochen. Das sei schon deprimierend gewesen, sagte Kühler, zumal viele Kinder „in den Startlöchern“ für den Unterrichtsbeginn gestanden hätten.

IServ in Hamm „jeden Tag ein Stück besser“

Grundsätzlich ist Kühler mit IServ aber zufrieden. Das System werde „jeden Tag ein Stück besser“, sagte sie. Für Videokonferenzen seien viele Kollegen allerdings auf andere Plattformen ausgewichen. An ihrer eigenen Schule habe man die Klassen für Videokonferenzen gedrittelt. Für die Kinder sei es ausgesprochen wichtig, sich zu sehen – und wenn es nur auf dem Bildschirm sei.

Auch Marcel Teiner, Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sieht Verbesserungen bei IServ, weiß aber auch von Schulen in der Übergangsphase, die sich mit dem System noch vertraut machen müssten. Nicht nur für Schüler und Eltern, auch für Lehrer sei die Situation neu. Arbeitsabläufe hätten sich geändert, Arbeitszeiten deutlich verlängert. Hauptarbeitsmittel sei für viele Lehrer das Telefon, um den Kontakt zu Schülern und Eltern zu halten.

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