Verordnungs-Wirrwarr

Schulen in Hamm: Distanzlernen ab Montag - Krisenstab schafft Klarheit

Schule und Corona: Wechsel- oder Distanzunterricht? (Symbolbild)
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Schule und Corona: Wechsel- oder Distanzunterricht? (Symbolbild)

Entscheidung gefallen: Hammer Schüler kehren ab Montag ins Homeschooling zurück. Nach einigem Hin und Her regelt die Stadt die Schulschließung nun per Allgemeinverfügung.

Hamm - Die Schulen in Hamm werden ab Montag nun doch im Distanzunterricht bleiben. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat die Stadt Hamm am Samstagabend veröffentlicht - die Erlaubnis kam nach einigen Sitzungen des Krisenstabs und Gesprächen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) am Samstagabend. Noch am Freitagmorgen hatte die Landesregierung so eine Regelung für Städte und Kreise, die knapp unterhalb der 200er-Inzidenz liegen, abgelehnt. (News zum Coronavirus in Hamm)

Die Entscheidung sei „kein Grund zur Freude, aber dringend erforderlich“, wird Oberbürgermeister Marc Herter in einer Mitteilung der Stadt am Abend zitiert. Der Schutz der Gesundheit von Schülerinnen und Schülern, ihrer Familien und Lehrkräfte gehe vor. „Deswegen ist es gut, dass das Land NRW heute – wenn auch spät – doch noch den Weg für einen Verbleib im Distanzunterricht frei gemacht hat.“

Schulen in Hamm wieder im Distanzunterricht: Städtische Allgemeinverfügung

Hamm wird in Absprache mit dem Gesundheitsministerium per Allgemeinverfügung in Eigenregie tätig. Denn eine Vorgabe des Landes, die erst am Freitagabend eiligst in der Coronabetreuungsverordnung ergänzt worden war, gilt nur für Städte und Kreise, deren Inzidenzwert über einen Zeitraum von drei Tagen über 200 liegt. Zugrunde gelegt wird dafür der offizielle Wert, den das Landeszentrum Gesundheit (LZG) erfasst; und der unterscheidet sich teils erheblich von den tagesaktuell vor Ort erhobenen Daten. So auch in Hamm an diesem Samstag.

Gibt das LZG den Wert mit 199,5 noch so eben unterhalb der Grenze an, so hat das städtische Gesundheitsamt die Zahl bereits auf 214,0 addiert. Es braucht keine Glaskugel, um zu erahnen, dass die Schwelle wohl schon am Sonntag auch „offiziell“ überschritten sein wird.

Schüler in Hamm zurück im Homeschooling: Dortmund schafft Präzedenzfall

Grundlage für die Möglichkeit, trotzdem bereits jetzt die Schulschließungen zu verfügen, ist der Präzedenzfall der Stadt Dortmund, die am späten Freitagabend vom NRW-Gesundheitsministerium grünes Licht für die Beibehaltung der Schulschließung am Montag erhalten hatte. Dem Beispiel war im Laufe des Samstags auch der Kreis Gütersloh gefolgt, der sich noch am Freitag eine Abfuhr für das Aussetzen des Wechselunterrichts geholt hatte.

Schüler und Eltern in Hamm haben jetzt Klarheit: In der gesamten nächsten Woche wird an Hammer Schulen kein Präsenzunterricht stattfinden. „Das Hin- und Her im Land ist auch für uns als Städte kaum noch erträglich, deshalb habe ich allergrößtes Verständnis für Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, die die Kurzfristigkeit der jetzt getroffenen Entscheidung kritisch sehen. Ich bitte jedoch um Verständnis, dass der Bereich Schule in der Landeszuständigkeit liegt und wir deshalb ohne Genehmigung aus Düsseldorf nicht handeln können“, sagte Marc Herter.

Schulen in Hamm: OB spricht Betreuungsgarantie aus

Vor allem ein Knackpunkt machte den Mitgliedern des Krisenstabs die Arbeit schwer: Die Betreuung. Haben Eltern aufgrund der Kurzfristigkeit der Entscheidung keine Betreuungsmöglichkeit, können ihre Kinder am Montag trotzdem die Schule besuchen. Das Antragserfordernis für die Notbetreuung entfällt an diesem Montag. Diese Regelung gilt unabhängig vom Alter. „Es wird kein Kind nach Hause geschickt,“ spricht OB Herter eine Betreuungsgarantie aus. Ab Dienstag gelten dann die bekannten Regeln der pädagogischen Betreuung wie in der Vorwoche.

In Zoomkonferenzen mit der Stadtschulpflegschaft und den Schulformsprechern wird Herter am Sonntagabend über das weitere Vorgehen beraten.

Update von Sonntag, 18. April: Ausgenommen von der Rückkehr zum Homeschooling sind die jeweiligen Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schulen, der Berufskollegs und der Förderschulen sowie die entsprechenden Semester im Bildungsgang Realschule des Weiterbildungskollegs sowie die Schüler der Qualifikationsphase der Gymnasien.

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