Stammhaus an der Werler Straße geschlossen

Schuhhaus Hemmerich stellt Betrieb ein - mit bitteren Folgen für (Stamm-)Kunden

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Das Schuhhaus an der Werler Straße: In den Schaufenstern liegt keine Ware mehr.

Hamm-Süden - Das Schuhhaus Hemmerich, wie es viele (Stamm-)Kunden kennen, wird es in dieser Form nicht mehr geben. Hemmerich hat Insolvenz angemeldet und inzwischen auch das Stammhaus an der Werler Straße geschlossen.

Mit dieser Gewissheit müssen Kunden leben, die dort gerne eingekauft haben – aber auch solche, die noch einen Umtauschgutschein besitzen. Sie können ihre Forderungen nun beim Insolvenzverwalter geltend machen. Eine andere Chance an eine Erstattung zu kommen, bleibt ihnen nicht. 

„Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt“, sagt Insolvenzverwalter Markus Birkmann (BBL, Dortmund). Forderungen könnten bei ihm angemeldet werden. 

Für Kunden hatte es per Schaufensteraushang bis vor kurzem so ausgesehen, als würde das Geschäft nach einer Sommerpause wieder öffnen. Doch daraus wurde nichts. Die Schaufenster sind inzwischen leergeräumt, und die Ware ist durch Bilder ersetzt. 

"Jetzt sitze ich auf einem 90-Euro-Gutschein, der nichts wert ist"

Bei manchem Kunden hat diese Praxis für Unmut gesorgt. „Ich habe hier ewig und drei Tage Schuhe gekauft“, sagt eine Hammerin, die namentlich nicht genannt werden will. „Jetzt sitze ich auf einem 90-Euro-Gutschein, der nichts wert ist. Umtausch gegen Gutschein ist ohnehin antiquiert und zweifelhaft, aber ich habe das mitgemacht, weil ich sicher war, hier wieder Schuhe zu finden. Damit habe ich wohl falsch gelegen.“ 

Dieser einfache Zettel informiert die Kunden über die Schließung.

Inhaber hat keinen Zugriff auf die Ware

Inhaber Heiner Hemmerich bedauert die Situation und wirbt um Verständnis. Einen Zugriff auf die Ware, die kürzlich noch dekoriert war, habe er nicht. 

Ob Schuhe in seinem Leben und in der Fortführung einer 113-jährigen Tradition noch eine Rolle spielen, ist vollkommen offen. „Ich werde den Ausgang des Verfahrens abwarten und dann abwägen“, sagt der 55-Jährige. 

In jedem Fall würde Hemmerich eine immense Investition im – seiner Aussage nach – sechsstelligen Bereich tätigen müssen, um wieder in den Markt zu kommen. 

Als Grund für die Schieflage des Hauses führt er in erster Linie den Standort Werne mit seiner Ladenmiete und zuletzt einer Großbaustelle vor der Tür an.

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