Strohpuppe der Schützen

Zweimal abgebrannt: Wie geht´s mit „Eppi“ weiter?

STrohpuppe Eppi mit  Erbauern aus Schützenverein Ostwennemar
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Das war einmal: Groß war die Freude unter den Schützen, als „Eppi“ im Jahr des 100-jährigen Jubiläums aufgestellt wurde. Brandstifter fackelten die Figur jedoch ab – und das gleich zwei Mal.

Gleich zwei Mal brannte der große und gewichtige Schütze aus Stroh an der Soester Straße in diesem Sommer ab. Seit 2014 erfreute „Eppi“, wie er liebevoll genannt wurde, in den Sommermonaten nicht nur die Mitglieder des Schützen- und Heimatvereins Braam-Ostwennemar 1921, sondern auch Passanten und vorbeifahrende Autofahrer. Wie bereits 2020 wurde auf seinen Kameraden, wenige hundert Meter weiter an der Soester Straße, angesichts des Ausfalls des Schützenfestes verzichtet.

Braam-Ostwennemar –Die Idee, Mitglieder und Gäste zum Schützenfest mit Hilfe des Stroh-Oberst einzuladen, hatte Carsten Kwirand, Mitarbeiter der Stadt Hamm. Schnell fand sich eine Gruppe, die sich seitdem jedes Jahr um den Auf- und Abbau des Strohkameraden kümmert, denn ganz so einfach, wie sich mancher die Aktion vorstellt, ist dieses Projekt nicht. Die riesigen Strohballen müssen besorgt und transportiert werden, eine Aufgabe für Michael Petersmann, der auch beruflich in der Landwirtschaft tätig ist. Doch auch für die Gestaltung und Sicherung der Puppe sind Geschicklichkeit und Know-how vieler gefragt.

Wut, Trauer und Unverständnis bleiben nach Feuer

Besonders schwierig sei es gewesen, den Hut in passender Größe zu gestalten, erklärt Kwirand. Aber auch die Strohballen und die Folien müssen fest verankert werden, damit dem Schützen etwa ein Sturm nichts anhaben kann. Und in den letzten zwei Jahren musste jeweils ein neues Begleitschild gestaltet werden. Zuletzt verwies Eppi auf das 100-jährige Jubiläum des Vereins. Doch dann kam der Schock: Brandstiftung.

In die Trauer über den Verlust des Strohkameraden und die Erleichterung, dass niemand zu Schaden gekommen war, mischten sich schnell auch Wut und Sorge. Dank des Regens der vorangegangenen Tage, griff das Feuer nicht auf das umliegende Feld über, waren alle Beteiligten froh. Trotzdem blieben Wut und Unverständnis über die Tat, die durchaus schlimmer hätte enden können.

Zukunft von „Eppi“ im kommenden Jahr ungewiss

Und nicht nur das 12-köpfige Team vom Schützenverein fragte sich nach dem ersten Brand, ob es Sinn macht, die Puppe erneut aufzustellen. Zu groß erschien die Gefahr einer Wiederholungstat. Lange wurde diskutiert, berichtet Volker Müller, Geschäftsführer des Vereins und Mitglied der Eppi-Truppe. Angesichts des anstehenden Vereinsjubiläums beschloss die Gruppe mit gemischten Gefühlen, „Eppi“ ein zweites Mal aufzubauen. Michael Petersmann besorgte erneut die notwendigen Strohballen und Frank Schlichting (Schützenkönig von 2019) löste sein Versprechen ein, die Folie für die Uniform zu finanzieren. Hut und andere Teile der Uniform der zweiten Puppe kamen ebenfalls zum Einsatz.

Doch nur wenige Tage vor dem geplanten Abbau wurde auch diese Puppe angezündet. Und wieder mussten auch jene, die geholfen hatten, die Puppe aufzubauen, bei den Lösch- und Aufräumarbeiten helfen. Gerne würde das Team erfahren, wer und was hinter den Taten steckt. Können es tatsächlich zwei Jugendliche sein, wie schon länger im Verein vermutet wird? Gesicherte Erkenntnisse der Polizei liegen hierzu noch nicht vor. Fest steht bisher, wie berichtet, nur, dass besagte Jugendliche für den Heuballenbrand auf einem nahe gelegenen Feld verantwortlich waren.

Wie soll es nun mit „Eppi“ im nächsten Schützenjahr weitergehen? Das ist noch nicht klar. Zu groß ist nach wie vor die Verunsicherung unter den Schützen in Braam-Ostwennemar. Sicher sei jedoch: Sollte der Strohschütze erneut aufgebaut werden, müssten zuvor etliche neue Utensilien angeschafft werden, um den Blickfang und die Werbung für das Schützenfest wieder in gewohnter Weise erstrahlen zu lassen.

Text: Claudia Kasten

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