Uwe Schröter: Porträt des sammelwütigen "Isenbeckers"

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Hamm - Ob Briefmarken, Münzen oder Fanartikel von seinem Lieblingsverein – jeder hat seine eigene Sammelleidenschaft. Bei Uwe Schröter ist es die Leidenschaft für eine ganz bestimmte Marke: Er sammelt alles rund um die Isenbeck Brauerei.

In Hamm hat er sich bereits mit dem Titel „Der Isenbecker“ einen Namen gemacht. Alles fing einmal mit Bierdeckeln und Krügen an, doch diese Sammlung baute er schnell aus.

Seltenes Sammlerstück: ein altes, mit Faden befestigtes Flaschenetikett

Die ehemalige Hammer Brauerei wurde 1769 von Albert Isenbeck gegründet und machte sich über Hamms Stadtgrenzen hinaus einen Namen. Doch seit Ende der 80er Jahre gehört die Marke Isenbeck zur Warsteiner-Gruppe und wird in Paderborn produziert. Uwe Schröter erinnert sich noch genau an die Zeit von Isenbeck in Hamm, da er mit der Brauerei groß geworden ist. Sein Vater war in der ehemaligen Brauerei als Bierkutscher tätig und lieferte die Bierfässer an Gaststätten aus.

„Ich bin früher immer mit meinem Vater mitgefahren“, erzählt Schröter. Für ihn waren die Mitarbeiter der Brauerei immer wie eine Familie, weil er täglich dort war. „Es war wie ein Zuhause für mich. Jeder kannte jeden in der Familie Isenbeck“, so Schröter. Auch beim Abriss der Brauerei war er in jeder freien Minute an der Brauerei, um die Arbeiten auf Fotos festzuhalten.

Uwe Schröter hat im Keller ein Museum mit Isenbeck-Biergläsern, - flaschen und vielem mehr eingerichtet.

Daher lag es Schröter quasi in den Genen eine Sammelleidenschaft zur Marke Isenbeck aufzubauen. In seiner Sammlung, die bereits zu groß für die eigene Wohnung ist und in den Keller ziehen musste, hat der Hammer alles, was das Isenbecker Herz begehrt. Neben mehreren hundert Gläsern und Krügen, die aus verschiedenen Epochen der Hammer Stadtgeschichte stammen, hat er auch alte Zapfhähne und Fenster aus ehemaligen Kneipen, die mit dem Isenbeck Wappen verziert sind.

Und täglich kommen neue Fundstücke zu seiner Sammlung hinzu. Wenn Freunde, Bekannte oder Nachbarn noch alte Sammlerstücke von Isenbeck finden, wissen sie genau, wer sich darüber freut. Erst kürzlich bekam er ein altes Etikett einer Flasche, das noch mit einem Faden befestigt wurde, anstatt der Klebeetiketten von heute. Sein erstes Sammlerstück ist ein Bierglas, das er von seiner Oma bekam. Das Glas stammt vermutlich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Ein Isenbeck-Sonderglas würdigt die Biermarke und den Westfälischen Anzeiger als „zwei echte Hammer“.

Dieses und zwei weitere Gläser bildeten den Anfang seiner Sammlung. Doch sein wertvollstes Stück ist ein altes Foto von seinem Vater in seiner Arbeitskleidung vor einem Auslieferungswagen. „Jeder hat sein eigenes wertvollstes Sammlerstück. Für mich ist es das Foto von meinem Vater. Darüber habe ich mich sehr gefreut“, erklärt Schröter. Doch auch andere Bilder aus der Geschichte der Brauerei finden sich in seinem Sammlerkeller, wie vom alten Bahnhof, den er selbst mit Modellzügen nachgestellt hat.

Ein Highlight seiner Sammlung ist eine volle Flasche des Isenbeck-Sekts mit Bier, die „Kampikrone“. Auch der Westfälische Anzeiger ist in dieser Sammlung verewigt. Denn Schröter besitzt Biergläser mit den Wappen von Hammer Traditionsfirmen, wie dem WA.

Isenbeck-Tauschbörse am 7. Mai in Zentralhallen

Im Wohnzimmer sind Werbemittel von Kloster Pilsener aufgereiht.

Uwe Schröters größter Traum ist, eines Tages ein Isenbeck-Museum zu eröffnen. „Ich will, dass meine Sammlung der Nachwelt erhalten bleibt“, erzählt Schröter. Um seine Sammlleidenschaft mit der Welt heute zu teilen, bietet er jährlich die Isenbecker-Tauschbörse in Hamm an. Sammler aus der ganzen Welt, wie Argentinien, Brasilien oder Russland, treffen sich in diesem Jahr am 7. Mai in den Zentralhallen, um ihre Sammlungen zu präsentieren und um neue Artikel zu erwerben.

21.Isenbeck-Tauschbörse in den Zentralhallen

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