Testpflicht

Freiwillig in der Pflicht: Hammer Unternehmen bieten Corona-Tests teils schon lange an

Tests im Labor: Bei der Firma Hesse ist seit Wochen ein System der freiwilligen Überprüfung etabliert.
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Tests im Labor: Bei der Firma Hesse ist seit Wochen ein System der freiwilligen Überprüfung etabliert.

Einige Betriebe bieten bereits Corona-Tests für ihre Mitarbeiter an, auf alle anderen soll dies ab der kommenden Woche verpflichtend zukommen. So hat es das Bundeskabinett am Dienstag beschlossen.

Hamm – Mit der Corona-Verordnung, die mindestens einmal, in besonderen Fällen auch zweimal pro Woche einen Schnell- oder Selbsttest vorsieht, seien für die Unternehmen viele noch unbeantwortete Fragen verbunden, sagt Gero Brandenburg, Pressesprecher der IHK zu Dortmund.

„Wenn die Politik von einer Woche auf die nächste eine Testpflicht möchte, dann müssen auch ausreichend Tests vorliegen, und zwar zeitnah“, so Brandenburg. Hinzu kämen viele organisatorische Fragen, mit denen sich Unternehmen nun auseinandersetzen müssten. Und für manche – vor allem mittelständische und kleinere – sicherlich auch finanzielle Belastungen. „Unternehmen haben unglaublich viel in Hygienekonzepte investiert. Jetzt mit spitzem Finger auf sie zu zeigen, ist nicht richtig“, sagt der IHK-Sprecher. Eine freiwillige Selbstverpflichtung, Tests anzubieten, hält er für einen guten Weg.

Forderungen und Wünsche von Unternehmen

Ein freiwilliges Testangebot macht der Hammer Lackhersteller Hesse Lignal seinen rund 300 bis 350 Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice arbeiten können, seit knapp vier Wochen. Und damit fahre man gut, sagt Geschäftsführer Jens Hesse. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst und haben früh die Sinnhaftigkeit von Tests im Betrieb erkannt. Ob mit Verordnung oder ohne – wir würden es in jedem Fall tun“, so Hesse. Das System funktioniere, man könne jetzt relativ gelassen den genauen Inhalt der Verordnung abwarten.

Zu bedenken gibt er allerdings, dass die Gesundheitsämter jetzt möglicherweise mit steigenden Fallzahlen konfrontiert würden. Dafür müssten personelle Ressourcen vorhanden sein. Mit der Verordnung müsse auch die reibungslose Zusammenarbeit mit den Behörden gewährleistet sein. An Engpässe bei der Lieferung der Tests glaubt er nicht.

Geschultes Personal für Corona-Tests

In der Personalabteilung der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) ist man in diesem Punkt skeptischer. Seit etwa zwei Wochen werde dort freiwillig getestet. Aktuell warte man auf Nachschub bei den Tests, sagt ein Sprecher. Und auf den genauen Inhalt der Verordnung, um dann zu sehen, wo und ob noch nachjustiert werden müsse. Rund 400 Mitarbeiter sind am WDI-Standort in Hamm beschäftigt. Die Stadtwerke Hamm bieten den knapp 900 Mitarbeitern in den verschiedensten Abteilungen und Standorten seit Montag Selbsttests an.

Dafür sei im Vorfeld ein Testkonzept entwickelt worden, sagte Simon Schliewe aus der Unternehmenskommunikation. Dazu gehören für die Standorte jeweils geschulte Ansprechpersonen, über die die Ausgabe der Tests läuft. Bisher habe man zweimal größere Mengen geordert. Die Resonanz unter den Mitarbeitern sei durchweg positiv, so der Sprecher. Natürlich müsse man jetzt die Verordnung mit allen Details abwarten, aber auf Basis der bisherigen Erfahrungen lasse sich gut weiter testen.

Mitarbeitern und Monteuren, die im Außendienst im Kundenkontakt ständen, stellen die Stadtwerke eine Bescheinigung über einen negativen Schnelltest aus. Während des Tests ist die Ansprechperson zugegen. „Die Bescheinigung gilt dann natürlich ausschließlich für dienstliche Zwecke“, sagt Schliewe.

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