Schollen im Quadrat

Oliver Kruse hinter seinem Siegerentwurf für den Hammer Campus. ▪

HAMM ▪ Der Architekturwettbewerb für die Neubauten der Hochschule in Hamm und Lippstadt wurde im Sommer 2010 entschieden. Nun kommt mit der Entscheidung im Wettbewerb „Kunst und Bau“ ein weiterer wesentlicher Baustein für die neuen Hochschulstandorte hinzu. Nun wurden im Technischen Rathaus in Hamm die Siegerentwürfe für beide Standorte vorgestellt.

Der Künstler Oliver Kruse wird den Vorplatz der neuen Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) am Standort Hamm und die Künstlerin Vera Lossau wird Mensa und Bistro am Standort Lippstadt gestalten. Ausgelobt wurde der Wettbewerb vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Soest. Die Umsetzung der künstlerischen Entwürfe soll sich nahtlos in das Baugeschehen für die Neubauten einfügen.

In Hamm wird Kruses Arbeit im Frühjahr 2014 mit Fertigstellung aller Gebäude realisiert sein; in der Lippstädter Mensa sind Lossaus Wandfliesen ab Sommer 2013 zu sehen.

Oliver Kruse, der seit 2005 eine Professur an der Peter Behrens School of Architecture in Düsseldorf inne hat, überzeugte die Jury mit seinem Entwurf „Neigungen“. Kruse nutzt für den Eingangsplatz die Form des Quadrats. Die 18 mal 18 Meter große Grundfläche dreht er leicht in der Gesamtfläche, so dass die Seitenkante ins Innere des Campus weist. Umgeben von acht Bäumen ordnet Kruse zentral ein weiteres sechs mal sechs Meter großes Quadrat aus neun in sich verschachtelten Schollen aus Beton an. Die Bodenskulptur wirkt wie in sich verkeilte Eisschollen. Die Blöcke ragen an ihren Kanten bis zu 90 Zentimeter in die Höhe. Kruses Skulptur ist begehbar und lädt zum Verweilen ein. Kruse, der in Köln lebt und arbeitet, sieht seine Arbeiten im Grenzbereich zwischen Architektur und Skulptur, als „Ausbruch aus der Norm“.

Vera Lossau, die in Düsseldorf lebt und 2009 den Künstlerinnenpreis NRW erhielt, gestaltet mit rund 1450 handgefertigten Fliesen und ihrem Werk „Middle of the Riddle“ die Rückwände in Mensa und Bistro in Lippstadt. Mit Fliesen als Teil von Lebenskultur schlägt sie die Brücke zu fernen Ländern einerseits und verweist gleichzeitig auf eine Tradition in Westfalen. „Die Arbeit hat eine offene Dynamik und ist systematisch zugleich. Sie ist beruhigend und anregend“, sagt Lossau. ▪ oz

Beide Siegerentwürfe können im Foyer des Technischen Rathauses besichtigt werden. Die Ausstellung ist bis zum 10. Februar montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

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