Schönes Schloss, hässlicher Sportverein: Kontraste in Heessen

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Das Gelände wirkt verlassen. Der WA versuchte vergeblich, einen Vertreter des Vereins zu erreichen, der bald einen neuen Kunstrasenplatz bekommen soll. Rechts: Blick ins Vereinsheim des Yunus Emre HSV.

Wenn Spieler des DJK Tennis in Heessen zu ihrer Anlage gehen, haben sie keine schönen Aussichten. Sie kommen am Vereinsheim des Yunus Emre HSV vorbei – und bald sind alle Türen dieses Vereinsheims aufgebrochen. Auch ein weiteres Gebäude auf dem Gelände ist keine Augenweide mehr.

Heessen - Das Vereinsheim des DJK wurde nach Angaben des Vorsitzenden Peter Kisselt bereits drei Mal von Einbrechern und Vandalen beschädigt. Die Tennisspieler müssen das alles aber nicht mehr lange ertragen: Geht es nach dem Willen ihres Vorsitzenden, wird der Verein bald aufgelöst.

Im August soll die Mitgliederversammlung stattfinden, die das Ende des Vereins einläutet, sagt Kisselt. Der Hintergrund: Der Tennisverein verliert seit Langem Mitglieder. Der Yunus Emre HSV hat dagegen Aussichten auf einen Kunstrasenplatz – und der Angelverein könnte hier ein neues Zuhause finden, wie der WA berichtete. Sorgen macht Kisselt aber der zunehmende Vandalismus beziehungsweise die Einbrüche.

Nur ein Mal erstattete Kisselt Anzeige bei der Polizei. Die meldete Anfang Juli, Unbekannte hätten das Vereinsheim des DJK Heessen Tennis an der Schlossstraße beschädigt, unter anderem sei seien die Türzarge oder das Türgitter am Hauptgebäude augenscheinlich mit grober Gewalt attackiert worden. Der Sachschaden werde auf 600 Euro geschätzt. Auf Nachfrage sagte ein Sprecher der Polizei, weitere Anzeigen wegen Beschädigungen seien nicht eingegangen, weder zu Gebäuden des Tennisvereins noch zu denen des Yunus Emre HSV.

Vereinsheim sieht traurig aus

Dessen Vereinsheim sieht traurig aus. Der – gemeinsam mit dem Tennisclub genutzte – Technikraum steht offen, die Umkleide ebenfalls, Glasscherben liegen herum. Das Gelände wirkt verlassen. Ein Vertreter des Vereins war nicht erreichbar. Tennisvereinschef Peter Kisselt hat schon sehr lange keine Menschen mehr auf dem Gelände gesehen. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte ein Sprecher der Stadt: „Die politischen Beschlüsse für den Bau sind gefasst, Abbruch- oder Bauanträge wurden bislang nicht gestellt.“

Konsequenzen hat der Vandalismus dennoch. „Die Wirtin unseres Vereinsheims hat sich zurückgezogen“, sagt Kisselt, „das war auch nicht mehr zumutbar nach drei Attacken.“ Sie wechsele auf das Gelände des SCE-Tennis – dort sei das Vereinsheim unbewirtschaftet. Und die Mitglieder, da ist sich Kisselt sicher, werden ihr zum SCE folgen. „Wir werden im Herbst wohl die Geräte rausräumen, die Netze abhängen und dann die Schlüssel übergeben“, sagt er.

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