Für Tiger gibt‘s kein Homeoffice

Winter in Hamm: Erstaunlich, wie Tiere im Tierpark den Schnee wahrnehmen

Tierpark Hamm: Tigerdame Kira ist gut an die Kälte angepasst.
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Tigerdame Kira ist gut an die Kälte angepasst.

Manche tragen einen dicken Wintermantel, doch auch für Yaks, Trampeltiere oder die sibirische Tigerdame Kira sind Schnee und zweistellige Minusgrade nicht an der Tagesordnung. Wir haben uns im Tierpark Hamm umgesehen.

Hamm – Während die eingangs genannten Tiere von Haus aus mit Kälte umgehen können, ist es für manch anderen Bewohner des Tierparks in Hamm die erste Schnee-Erfahrung und der erste echte Temperatursturz. Wie gehen die Arten damit um, und wie ändern sich dadurch die Abläufe im Park? (Hier klicken für aktuelle Schnee-Infos aus und für Hamm.)

„Es ist erstaunlich, wie manche Arten den Schnee wahrnehmen“, sagt Tierpark-Geschäftsführer Sven Eiber. Zebras und Antilopen hielten sich im Außengelände auf, ohne Scheu vor den neuen Gegebenheiten. Eher neugierig. Und auch die Mandrills hätten schon den Schnee und das Außengehege erkundet. Selbst die scheinbar so zerbrechlichen Flamingos begeben sich an die frische Luft am Wasser.

Zwar sind Chile-Flamingos etwas robuster, aber bei solchen Temperaturen? „Jede Art hat die Möglichkeit zum Rückzug ins warme Innengehege“, sagt Eiber. „Wir achten genau darauf, dass die Tiere nicht zu lange außerhalb sind.“ Besuche draußen sind also „freiwillig“. Selbst die Sittiche in ihrer Voliere nutzen diesen Freiraum. Den Erdmännchen allerdings ist vorerst eine Aufenthalt drinnen verordnet. Dass die Höhlenbauer im schneebedeckten Gelände unterirdisch unterwegs sind, ist dann doch ein bisschen wenig an Kontrolle. Tierwohl und Sicherheit gehen vor. Das gilt auch für die Nachtstunden. Die verbringen die Park-Bewohner drinnen.

Der Tierpark Hamm im Schnee

Der Tierpark Hamm im Schnee
Der Tierpark Hamm im Schnee
Der Tierpark Hamm im Schnee
Der Tierpark Hamm im Schnee
Der Tierpark Hamm im Schnee

Schnee-Winter im Tierpark Hamm: Fütterung im Innern

Auch die Fütterungen finden aktuell wegen des Schnees in weiten Teilen in den Häusern statt. Während die Außengehege unter einer Schneedecke schlummern, sind die Mitarbeiter jetzt vornehmlich mit der Reinigung der Innengehege beschäftigt. Zwölf Tierpfleger und drei Azubis kümmern sich um das Wohlergehen ihrer Schützlinge. Vieles ist trotz Schnee Alltag, manches auch anders: So müssen zum Beispiel die Vogel-Volieren regelmäßig abgeklopft werden, damit nach neuem Niederschlag die Schneelast nicht zu groß wird.

Die größeren Bauarbeiten geraten durch Schnee und Kälte nicht in Verzug. Die Arbeiten am neuen Lemuren-Haus (Kleinaffen aus Madagaskar, wie zum Beispiel Katta) gehen weiter. „Der Bau ist geschlossen, innen können nächste Woche wie geplant die Installationsarbeiten beginnen“, sagt Eiber. Etwas nach hinten verschieben sich durch die Witterung kleine handwerkliche Arbeiten, die eigentlich noch vor der Wiedereröffnung nach dem Lockdown erledigt sein sollten. So müssen beispielsweise Zäune erneuert oder kleinere Handgriffe am Spielplatz erledigt werden.

Schnee-Winter im Tierpark Hamm: Baumbestand ist sicher

„Der Baumbestand ist trotz Schnee sicher“ sagt Eiber. Der letzte umfassende Beschnitt und die Begutachtung nach dem Baumkataster sei kurz vor dem Schneefall erfolgt. Lediglich der üppige Bambus-Bestand müsse freigeschüttelt werden, damit er nicht abknickt.

Auch wenn keine Besucher in der Anlage seien, gebe es natürlich einen Winterdienst, damit die Mitarbeiter sich im Park bewegen können. Unterm Strich bedeute das in mancher Hinsicht einen deutlichen Mehraufwand gemessen an milden Wintern. Homeoffice sei zwar für die Verwaltung möglich, für die Pfleger aber nicht. Da bleibe leider keine Wahl, auch wenn der Weg zum Park aktuell beschwerlich sei. „Einen Tiger kann man nicht mit nach Hause nehmen“, sagt Eiber. „Für ihren Einsatz sind wir den Mitarbeitern sehr dankbar.“

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