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Schmuddelecken am neuen Marktplatz: CDU fordert Reinigungskonzept

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Von: Boris Baur

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CDU Heessen zeigt Heessener Marktplatz
Für einen schönen Marktplatz geht die CDU sogar in die Knie: Heinrich Klockenbusch, Gabriele Beltrop-Hengst und Arnd Hilwig weisen auf das viele Unkraut im Fußgängerbereich hin. © Reiner Mroß

Knapp 1,4 Millionen Euro hat die Neugestaltung des nördlichen Teils des Heessener Marktplatzes gekostet, etwa ein Jahr haben die Arbeiten gedauert. Im Juli vergangenen Jahres wurde das Heessener Zentrum feierlich eröffnet. Doch schon jetzt zeigen sich erste Schmuddelecken, vor allem in dem Teil, der ausschließlich für die Fußgänger gedacht ist.

Heessen - Die Heessener CDU-Fraktion beklagt nun eine mangelnde Pflege des Platzes, der die Menschen doch eigentlich mit einer hohen Aufenthaltsqualität zum Verweilen einladen soll. Im Grunde ist der nördliche Bereich des Marktplatzes – der südliche harrt noch einer Modernisierung – beim Umbau in zwei Teile aufgeteilt worden. Es gibt zum einen die Fläche mit den Pkw-Parkplätzen, bei dem dunkles Pflaster verwendet wurde, damit nicht jede Reifenspur zu sehen ist. Hier sieht auch alles soweit ganz ordentlich und sauber aus. Durch Pöller sowie helle Steine als optischen Hinweis abgetrennt ist zum anderen der weitere Verlauf rund um das Eiscafé Di Vinti, die Kiepenkerl-Apotheke und dem großen Baum gegenüber davon. Hier gibt es mehrere Problempunkte, die das neue Erscheinungsbild trüben – allen voran die schmutzige Fläche bei den Sprühnebeln.

Schon im November des vergangenen Jahres hatte die CDU eine Anfrage zu Reinigung und Müllentleerung am Markt gestellt. „Müll und Laub, durch Laub verursachte Verfärbungen der Pflasterungen, Unkraut-Einwuchs in die Fugen sowie Ausspülungen von den Baumscheiben“, hatte die Union darin aufgelistet. „Die Bürger beschweren sich massiv“, meint Arnd Hilwig, der Kreisvorsitzender der CDU, nun neun Monate später, nachdem die Stellungnahme der Verwaltung kurz zuvor erfolgt war. Hilwig schließt sich den Beschwerden an, wenn er mit Blick auf die großen Ausgaben für den Umbau meint, „dann muss auch gereinigt werden“.

„Systematische Intervalle“ bei der Reinigung

Von dem Schriftstück der Stadt ist auch Gabriele Beltrop-Hengst maßlos enttäuscht: „Die Antwort ist eine Katastrophe für den Heessener Markt“, vermisst die Vorsitzende der Heessener Bezirksfraktion ein Reinigungskonzept. Dabei sei das bereits angekündigt worden. In der Sitzung der Bezirksvertretung hatte Bezirksbürgermeisterin Erzina Brennecke erklärt, dass „aktuell ein stadtweites Konzept durch die Verwaltung erarbeitet wird“. Hilwig wartet darauf: „Für so eine große Fläche im öffentlichen Raum ist doch ein Konzept vorzulegen, das systematisch die Intervalle und die Zuständigkeit regelt. Sonst ist das kein Konzept.“ Beltrop-Hengst wiederum befürchtet, dass „das freundlich wirkende helle und hochwertige Pflaster jetzt verkommt“.

Verunreinigungen auf dem neuen Marktplatz in Heessen
Schandfleck: Der Sprühnebel auf dem Marktplatz ist Geschmackssache, unstrittig ist allerdings, dass es dort sehr dreckig aussieht. © Reiner Mroß

Auf die Anfrage der CDU hin, wer für die Reinigung zuständig ist, in welchen Intervallen der Platz gereinigt und die Beete gepflegt sowie die Mülleimer entleert werden, hatte die Verwaltung die derzeitigen Maßnahmen erläutert. So reinigen die Mitarbeitenden der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (ASH) einmal wöchentlich den Markt. Das Tiefbau- und Grünflächenamt leert ebenfalls einmal in der Woche die Abfallbehälter und pflegt die Beete. Dabei gehen die nach der Umgestaltung neu angelegten Beete jedoch erst nach der Beendigung der Entwicklungspflege an das Amt über. Für die Pflege gibt es wiederum keine festen Intervalle.

Üppig hervorstehende Gräser zwischen Pflastersteinen

Die CDU-Vertreter meinen, dass die Vorgaben zumindest nicht überall greifen. Beispielhaft gehen Hilwig, Beltrop-Hengst und ihr Parteikollege Heinrich Klockenbusch als 1. Stellvertretender Bürgermeister in die Hocke und zeigen auf die neben der Kiepenkerl-Apotheke zwischen den Pflastersteinen üppig hervorstehenden Gräser. Hier könne länger nichts getan worden sein, meint das Trio zu der langsam usselig aussehenden Fläche.

Von hier aus ist außerdem der große braune Fleck nicht zu übersehen, der an dem Nebelspiel entstanden ist. Beltrop-Hengst meint, dass die an sich gute Idee sich zu einem „Schandfleck“ entwickelt, „weil nicht regelmäßig gesäubert wird“. Das ständige Versprühen des Wassers hat einen grünlich-gelben Schmierfilm entstehen lassen, der keinen schönen Anblick bietet. Je länger nicht gereinigt werde, desto höher könne der Aufwand werden, das helle Pflaster wieder erscheinen zu lassen, meint Beltrop-Hengst.

Sorge um dauerhafte Verunreinigung des Pflasters

Wenige Meter weiter sieht es zwar nicht ganz so schlimm aus, doch rund um den Baum hin zur Amtsstraße sorgen sich die CDU-Vertreter um eine dauerhafte Verunreinigung des Pflasters. Die Baumscheibe ist etwas erhöht, die Fläche zusätzlich etwas abschüssig. Die Folge ist, dass Regen eine braune Suppe aus Erde ausspült und diese auf dem umliegenden Pflaster Spuren hinterlässt. Aus Hilwigs Sicht könnte eine einfach gestaltete, günstige Einfassung die Ausspülung verhindern.

Die Verwaltung hatte mitgeteilt, dass das Problem bei geschlossener Bepflanzung nicht mehr auftreten werde. „So lange muss aber dort sauber gemacht werden“, fordert Hilwig mehr Sorgfalt für den für viel Geld neu hergerichteten Marktplatz: „Kehren ist nicht reinigen.“ Zu guter Letzt finden die Unionspolitiker den Rhythmus der Mülleimer-Leerung zu gering. Sie überlegen, anzufragen, ob nicht eine Verdopplung auf zweimal die Woche sinnvoller wäre. Außerdem sei das Müllaufkommen abhängig von der Belebung am Markt. Bei Veranstaltungen seien die Behälter übergelaufen, weswegen sich die CDU mehr Flexibilität von der Stadt wünscht.

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