Schlussstrich unter 2 Jahre Ärger um Bahnübergang im Hammer Osten

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Damit die Zufahrtstraße zum großen Mehrparteienhauses am Alten Papenweg ausgebaut werden kann, muss der Bahnübergang versetzt werden. Ein Neubau ist unumgänglich, weil sich offenbar mindestens ein Anwohner gegen die Alternative ausgesprochen hat.

„Mit Bedauern“ für den Neubau: Unter den zwei Jahre andauernden Ärger um Bahnübergang am Alten Papenweg wurde jetzt ein Schussstrich gezogen.

Mark – Letztlich blieb den Uentroper Bezirksvertretern nur übrig, die Entscheidung der Eigentümergemeinschaft vom Alten Papenweg „mit Bedauern“, wie unter anderem Eike Herbertz (SPD) sagte, und Enttäuschung zur Kenntnis zu nehmen. Die Folge: Der dortige Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer muss für 48.000 Euro versetzt und neu gebaut werden. Einstimmig beschlossen die Bezirksvertreter in ihrer Sitzung am Mittwoch den Ausbauplan. Damit endete ein seit rund zwei Jahren schwelender Ärger um den Bahnübergang und die Baustelle Augenweide.

Die Entscheidung der Eigentümergemeinschaft ist bereits vor Tagen gefallen. Mindestens einer von etwas mehr als 40 Befragten des großen Mehrparteienhauses am Alten Papenweg wollte nicht, dass ein paar Quadratmeter des Grundstücks abgetreten werden, damit die Erschließungsstraße zur neuen Wohnanlage Augenweide so gebaut werden kann, dass auch künftig größere Fahrzeuge zu den fünf bis zu sechsstöckigen Gebäuden (plus Staffelgeschoss) kommen. Nur für die Dauer der Bauarbeiten dürfen die Baufahrzeuge derzeit die elf oder, wie es zuletzt hieß, 13 Quadratmeter des Nachbargrundstücks überfahren. Wenn die Zufahrtstraße ausgebaut wird, führt sie teils über die Zuwegung des Bahnübergangs. Der muss daher ein paar Meter weiter nach Westen verlegt werden.

Der Neubau muss allerdings neueste Anforderungen erfüllen. Die Wegeführung könnte enger werden. Deshalb befürchten vor allem Radfahrer mit Anhänger und Menschen mit Elektrorollstühlen eine eingeschränkte Nutzung auf der wichtigen Verbindung.

Ein Nein genügt bereits

Anfang des Monats hatte die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung zwar bestätigt, dass mindestens ein Vertreter der Eigentümergemeinschaft sein Nein erklärt hat. Für die Sitzung der Bezirksvertretung waren weitere Details zur Befragung der Gemeinschaft angekündigt. Die gab es aber nicht. Leider habe nicht die erforderliche dauerhafte Zustimmung aller Beteiligten erreicht werden können, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Wie viele gegen die Abtretung stimmten, bleibt ungenannt. Für den Entscheidungsprozess war das unerheblich. „Sobald einer Nein sagt, was in diesem Fall geschehen ist, muss der Bahnübergang verändert werden“, erklärte Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch.

Nur „schweren Herzens“ könne er dem Neubau des Bahnübergangs und damit dem Ausbauplan zustimmen, sagte Thomas Korte, Vorsitzender der CDU-Bezirksfraktion. „Es ist schade, dass seitens der Eigentümer kein Einvernehmen hergestellt werden konnte. Es scheint so zu sein. Das nehme ich zur Kenntnis.“

Andere Entscheidung mit mehr Zeit?

Es bleibt zwar Spekulation, aber Michael Bömelburg (Grüne) schloss nicht aus, dass die Eigentümer eventuell anders entschieden hätten, wenn sie mehr Zeit gehabt hätten. Die Befragung der etwas mehr als 40 Vertreter der Eigentümergemeinschaft sollte eigentlich schon vor rund zwei Jahren stattfinden. Aus der Stadtverwaltung hieß es später, es bestehe seitens der Eigentümer kein Interesse an einer Abtretung der kleinen freien Fläche am Grundstücksrand.

Das stimmte so nicht: Man hatte die Eigentümer gar nicht gefragt, wie sich im Februar zeigte. Was mit der Kommunikation falsch gelaufen ist, bleibt unklar. Empört hatten sich allerdings Hauseigentümer gemeldet. Ein „Armutszeugnis“ wollten sie sich nicht ausstellen lassen, weil sie angeblich die paar Quadratmeter nicht abgeben wollten. Die Verwaltung holte daher die Befragung nach.

Neubau nun also unausweichlich

Der Bahnübergang Alter Papenweg muss also neu gebaut werden. Von den geschätzten Kosten von 48.000 Euro entfallen 35.000 Euro auf den Bauträger der Wohnanlage Augenweide, 13.000 Euro auf die Stadt – Geld, das „unnötigerweise gebraucht wird“, wie FDP-Bezirksvertreter Wilhelm Walther sagte. Mit seiner Frage nach einer Grunddienstbarkeit, die seinerzeit hätte eingetragen werden können, stieß er auf den Kern des Problems. Vor rund 30 Jahren ging das Grundstück der heutigen Wohnanlage Augenweide an einen neuen Eigentümer. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung kam es zur Änderung der Erschließung, so wie sie jetzt entlang der Bahngleise verläuft. Erst mit den Planungen für die Augenweide fiel auf, dass die Einbiegung vom Alten Papenweg für größere Fahrzeuge nicht ausreicht. Dafür wird der Bahnübergang nun erneuert.

Der Neubau entsteht im Anschluss zum westlichen Gehweg des Alten Papenwegs. Auf Anfrage von Eike Herbertz (SPD) zu Altlasten erklärte Dirk Becker von der Stadtverwaltung, dass noch vorhandene, alte und ungenutzte Gleise der RLG-Trasse im Zuge der Arbeiten erneuert werden. Wann das soweit ist, steht noch nicht fest.

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