Hoffen auf aufmerksame Heessener

Schlossmühle Ziel von Vandalen - Entsetzen über rohe Gewalt

Die Vandalismusschäden in der Schlossmühle verteuern die Sanierung.
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Die Vandalismusschäden in der Schlossmühle verteuern die Sanierung.

Die uralte Schlossmühle in Heessen soll das Schmuckstück eines neuen Wohngebiets werden. Doch immer öfter wird sie zum Ziel von Vandalen. Jetzt auch wieder.

Heessen - Reinhold Gierse hat mit der alten Schlossmühle noch viel vor. Nach dem Willen des Geschäftsführers der Baufirma Heckmann, der das Gebäude vor einigen Monaten von der Familie von Ketteler übernommen hat, soll das älteste weltliche Gebäude Hamms Schmuckstück in dem neuen Baugebiet drumherum werden. Dazu wird er viel Geld in die Hand nehmen müssen. Aber in den vergangenen Wochen mehren sich die Fälle von Vandalismus in diesem Gebäude und in der so genannten „Alten Schmiede“ nebenan. Und das könnte das Projekt gefährden. Deswegen bittet Gierse um Aufmerksamkeit der Passanten.

„Vielleicht wissen die Jugendlichen nicht, dass die Schlossmühle unter Denkmalschutz steht, und das wir sie für die Nachwelt erhalten wollen“, sagt Gierse, der von der „rohen Gewalt“ entsetzt ist, mit der sich Menschen Zutritt zur Mühle verschaffen. Da würden mit massiver Gewaltanwendung Türen geöffnet, Fenster aufgehebelt und Bretter herausgebrochen. Und wenn man es dann geschafft habe, werde innen weiter gewütet. Dort würden Ziegel und Dachsteine herausgebrochen, herumgeschmiert und das Dach abgedeckt.

Der Aufenthalt in der alten Schlossmühle ist gefährlich.

Dach abdecken ist kein Kinderkram. Gierse erklärt, dass das Holz in der Schlossmühle sehr alt ist und wenn es dem Wetter ausgesetzt werde, noch schneller verrotte. Das schaffe Schäden an der Substanz, die man aber braucht, um das Gebäude zu sanieren. Reinhold Gierse: „Den innen liegenden Holzkonstruktionen gibt das den Rest.“

Vandalen in der Schlossmühle: Polizei will besonders aufmerksam sein

In der vergangenen Woche erstattete er eine Anzeige bei der Polizei wegen Einbruchs und Vandalismus. Natürlich gegen Unbekannt. Die Heessener Polizei habe zugesagt, die Augen in dem Beritt besonders offen zu halten.

Und noch etwas macht dem Heckmann-Geschäftsführer Sorgen: Die Schlossmühle zu betreten kann lebensgefährlich sein. Es scheine so, als ob der Ort ein begehrter Abenteuerspielplatz sei, und das gefällt ihm nicht. „Es gibt ganze Bereiche, die sind nicht trittsicher“, sagt er, „an vielen Stellen kann man auch durch den Holzboden nach unten durchbrechen.“ Er wolle nicht erleben, dass sich jemand auch nur verletze. „Meinen Kindern würde ich verbieten, sich dort aufzuhalten“, sagt Gierse noch, „das ist viel zu gefährlich.“

Schmiereien an einer Wand in der Schlossmühle.

Vandalen in der Schlossmühle: Hoffen auf aufmerksame Passanten

Gegenmaßnahmen? Einen Sicherheitsdienst zu beauftragen, sei viel zu teuer. Und eine Absperrung rund um das Gelände gab es schon. „Erst war da noch der Bauzaun, der Menschen daran hindern sollte, auf das Gelände zu kommen“, sagt Gierse, „aber nach einige Zeit mussten wir ihn abbauen – er war vielen Stellen aus dem Boden gerissen, umgesetzt und umgeworfen, so ein Bauzaun ist eben kein Zaun, den man nicht knacken kann.“

Info für Zeugen

Wer etwas Verdächtiges bemerkt in der Schlossmühle, der alten Schmiede oder drumherum, wird gebeten, die Polizei unter der Telefonnummer 02381/9160 anzurufen oder an hinweise.hamm@polizei.nrw.de zu mailen.

So hofft Gierse auf die Aufmerksamkeit der Menschen, die sich an der Schlossmühle aufhalten, Jogger zum Beispiel, Spaziergänger oder Anwohner, die Hunde ausführen. „Ich würde die Heessener gerne sensibilisieren“, sagt er, „dass sie die Augen offen halten: Wenn ein Spaziergänger etwas mitkriegt, sort Menschen oder Licht sieht, kann er doch Bescheid sagen.“ Vielleicht lasse sich so weitere Zerstörung verhindern.

Baugebiet Schlossmühle in Heessen: Es geht los

Die ersten Arbeiten an dem Baugebiet Schlossmühle beginnen in der zweiten Maihälfte. „Wir fangen im nördlichen Bereich mit der Erschließung an“, sagt Reinhold Gierse, Geschäftsführer der Baufirma Heckmann, „der Mutterboden wurde schon heruntergenommen, und die Archäologen waren auch schoin da, haben nichts bedeutendes gefunden und grünes Licht gegeben.“

Nördlich der Schlossstraße werden vier Mehrfamilienhäuser mit 31 Eigentumswohnungen errichtet. Ferner gibt es dort 6 Kaufgrundstücke. Südlich der Schlossstraße stehen ein denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus, zwei Grundstücke für eine Mehrfamilienhausbebauung und ein Grundstück für eine Einfamilienhausbebauung zum Verkauf. Ferner werden vier Einfamilienhausgrundstücke auf Erbpacht vergeben.

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