Interview mit Chefarzt Dr. Rainer Löb

Grippewelle in Hamm: "Schlimmste Zeit ist vorüber"

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Symbolbild

Hamm - In fast jedem Hammer Büro sitzt ein Kollege mit starker Erkältung, viele Krankheitsfälle erschweren die Arbeit. Geplante, nicht akute Operationen müssen zum Teil verschoben werden, weil auch den Krankenhäusern die Kapazitäten fehlen.

Ob die Zahl der Erkrankungen weiter steigt und welche Auswirkungen diese in Hamm haben, darüber sprach WA-Mitarbeiterin Katharina Bellgardt mit Dr. Rainer Löb, dem Chefarzt der St.-Barbara-Klinik.

Wie sieht die Grippe-Situation in Hamm aus? 

Dr. Rainer Löb

Dr. Rainer Löb: Das kann ich leider nur eingeschränkt sagen, da ich nur die Situation in Krankenhäusern und dann auch nur in der St. Barbara-Klinik und dem St. Josef-Krankenhaus beurteilen kann. In unseren Kliniken haben sowohl die Infektionen der oberen Atemwege insgesamt als auch die (bestätigten) Fälle von „echter Grippe“ (Influenza) bei Patienten und Mitarbeitern in den letzten Wochen kontinuierlich zugenommen. Fast alle der Influenza-Infektionen sind Influenza Typ B. Im Augenblick sind an beiden Standorten zusammen circa 20 Patienten betroffen.

Hohe Belastung der Mitarbeiter

Welche Auswirkungen haben die vielen Krankheitsfälle in Ihrer Klinik? 

Löb: Eine höhere Belastung der Kollegen in der Klinik, angefangen von der Notaufnahme über die Stationen bis hin zu den Funktionsbereichen. Wir sind allen Mitarbeitern sehr dankbar, dass sie so kollegial zum Beispiel bei akut zu besetzenden Diensten einspringen. Es ist immer das Problem in Kliniken und Arztpraxen, dass gerade dann, wenn diese Infekte verbreitet sind, sie natürlich auch Mitarbeiter in Praxen und Kliniken genauso betreffen, auch wenn dort Patienten versorgt werden müssen.

Notaufnahme ist sehr voll

Wird die Situation bald besser? 

Löb: Aktuell haben wir den Eindruck, dass die schlimmste Zeit vorüber ist, weniger (Patienten und Kollegen) akut erkranken und die Mitarbeiter nach und nach wieder genesen zurück in die Klinik kommen. Die Notaufnahme ist sehr voll, es kommen viele Patienten, darunter sind natürlich einige mit Infektionen der oberen Atemwege, aber auch viele Patienten mit anderen Beschwerden und Erkrankungen.

Die meisten Patienten sind zuhause

Könnten die Patienten nicht auch zu Hause genesen? 

Löb: Das machen ja auch viele. Alleine an der Tatsache, dass wir insgesamt circa 20 Patienten mit Influenza in den beiden Häusern haben, lässt sich ablesen, dass nicht jeder Patient, der mit einem Infekt der oberen Atemwege in die Krankenhaus-Notaufnahme kommt, auch stationär im Krankenhaus behandelt werden muss oder wird. Die meisten Patienten mit solchen Infekten sind bei ihrem Hausarzt und zuhause während der Zeit der Krankheit und Genesung absolut richtig aufgehoben.

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