Gräben in Hamm offenbar noch tiefer

Schlechtes Klima bei Grünen - Grund ist neuer Job bei Stadt Hamm

Arnela Sacic, Sprecherin des Grünen-Kreisverbands Hamm
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„Als Vorstands- und Fraktionsmitglied kann ich sagen, dass der Vorschlag überhaupt nicht zur Sprache gebracht wurde“, sagt Arnela Sacic, Sprecherin des Grünen-Kreisverbands.

Die Schaffung der neuen Stelle des Umweltdezernenten sorgt innerhalb der Grünen für Ärger. Die Gräben zwischen dem Kreisverband und der Fraktion scheinen noch tiefer geworden zu sein.

Hamm - Der Grünen-Kreisverband fühlt sich bei der Suche nach einem Kandidaten nicht ordentlich eingebunden. Gerne hätte er bereits im Vorfeld mehr Einfluss gehabt, sagt Sprecherin Arnela Sacic. Schon der Beginn der Legislaturperiode lief nicht rund. Drei grüne Ratsmitglieder – darunter auch Spitzenkandidatin Sacic – traten anfangs nicht der Fraktion bei.

In der kommenden Ratssitzung soll ein neuer Dezernent für Klima, Umwelt und Migration gewählt werden. Die Grünen haben dabei das Vorschlagsrecht. Gesucht wird also ein Kandidat mit grünem Parteibuch oder Nähe zu den Grünen. Die Kandidatensuche im Vorfeld wird nun vom Kreisverband kritisiert. Bereits kurz nach den Koalitionsverhandlungen, als feststand, dass ein neuer Umweltdezernent gewählt werden sollte, habe der Vorstand der Partei an die Fraktion appelliert, ein transparentes Verfahren durchzuführen, sagt Sacic, die auch der Fraktion angehört.

Verfahren in Heidelberg als Vorbild

Statt das Verfahren ausschließlich der Fraktion zu überlassen, habe sich der Kreisverband eine Kommission mit Mitgliedern aus Fraktion und Partei gewünscht. Diese Kommission sollte das gesamte Bewerbungsprozedere vorbereiten. „Angefangen von den Kriterien, die ein Dezernent mitbringen sollte, bis zur Vorstellung des auserkorenen Kandidaten auf einer Mitgliederversammlung“, so Sacic. Das hätten andere Kreisverbände ähnlich gehandhabt. Sacic verweist auf das Verfahren bei der Stadt Heidelberg. Dort hatten sich Bewerber der Parteibasis vorgestellt, die schließlich den Kandidaten nominierte. Diesen Vorschlag habe sie in einer Kreisverbands-Vorstandssitzung dem Fraktionsvorstand gemacht.

Fraktionsvorsitzender Reinhard Merschhaus, so Sacic, habe zugesagt, diesen Wunsch in der Fraktion zu besprechen. „Als Vorstands- und Fraktionsmitglied kann ich sagen, dass der Vorschlag überhaupt nicht zur Sprache gebracht wurde. Das gesamte Verfahren läuft zu unserer Unzufriedenheit ab“, fasst Sacic die Stimmung in Teilen des Kreisverbands zusammen. Nicht nachvollziehen kann Karsten Weymann diese Kritik seiner Parteifreundin.

„Alles transparent besprochen“

„Wir haben alles transparent besprochen, die Abstimmungen in Fraktion und Rat waren einstimmig“, so der Fraktions-Geschäftsführer. Das Verfahren, auf das sich die Fraktion geeinigt habe, sei vernünftig. Die Stelle sei ausgeschrieben und sechs Personen haben sich beworben. Die Art und Weise, wie in Heidelberg der Dezernent gewählt wurde, kritisierte er. „Die Kandidaten an einem Nasenring über die Mitgliederversammlung zu ziehen, halte ich für wenig förderlich.“ Bewerbungsverfahren hätten etwas mit Vertrauen zu tun. Auch wenn das Bewerbungsverfahren in Hamm keine Show-Veranstaltung war, laufe es professionell und transparent.

Die Grünen haben sich am Mittwoch zu einer Fraktionssitzung getroffen. Thema war auch die Besetzung der Klimadezernentenstelle. Dem Vernehmen nach hat sich ein Kandidat vorgestellt.

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