Brandursache noch unklar

Scheunenbrand in Norddinker: Löscheinsatz unter erschwerten Bedingungen

Brand einer ehemaligen Scheune In der Brei in Hamm Norddinker
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Der Tag nach dem Feuer: Nur die Mauern der ehemaligen Scheune stehen noch. Ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus konnte die Feuerwehr verhindern.

Das Feuerwehrgerätehaus liegt fast nebenan, doch die Flammen waren schneller als die Einsatzkräfte: In einer ehemaligen Scheune an der Straße In der Brei in Norddinker war am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen. Nach wie vor kann die Polizei keine Angaben zur Brandursache machen.

Fest steht: Das Gebäude brannte vollständig aus. Einem Großaufgebot der Feuerwehr gelang es aber, das Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern. Menschen wurden nicht verletzt. Die eisigen Temperaturen erschwerten jedoch den Einsatz.

Die Feuerwehr war am Mittwoch um 19.16 Uhr alarmiert worden. Als die ersten Einsatzkräfte an der Scheune eintrafen, loderten die Flammen bereits aus dem Dachstuhl. Das Gebäude wird schon lange nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Zwischenzeitlich war unter anderem mal eine Kohlenhandlung untergebracht. Seit Langem dient es als Garage und Lagerraum. So fand die Feuerwehr mehrere Fahrzeuge. Zwei Autos konnten die Einsatzkräfte noch rechtzeitig herausholen.

Weniger der Schnee als vielmehr die tiefen Minusgrade erschwerten die Löscharbeiten. „Wir müssen schon aufpassen, dass in kurzer Zeit nicht die Schläuche zufrieren, wenn wir ein Strahlrohr zu machen“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Markus Coenjaerts. Und dennoch war es passiert. Schläuche mussten ausgetauscht werden, berichtet Markus Krause, Einheitsführer der Freiwilligen Feuerwehr Norddinker.

Flammen und Rauch in Norddinker: Scheune brennt in voller Ausdehnung

Scheunenbrand in Norddinker am Mittwoch, 10. Februar 2020.
Scheunenbrand in Norddinker am Mittwoch, 10. Februar 2020.
Scheunenbrand in Norddinker am Mittwoch, 10. Februar 2020.
Scheunenbrand in Norddinker am Mittwoch, 10. Februar 2020.
Flammen und Rauch in Norddinker: Scheune brennt in voller Ausdehnung

Um die Flammen zu ersticken, setzten die Einsatzkräfte auch Löschschaum ein. Der ist nach dem Einsatz nicht vom Schnee zu unterscheiden.

Bei so viel Wasser und so tiefen Temperaturen verwundert es nicht, dass „wir mit Glatteis zu kämpfen hatten“, sagt Krause. Dagegen streuten die Einsatzkräfte ein Sandgemisch. Dort, wo sich das Löschwasser sammelte, wurde es per Tauchpumpe abgepumpt.

Einblick: Zum Löschen verwendete die Feuerwehr nicht etwa Schnee, wie das Bild vermuten lässt. Der gefrorene Löschschaum sieht nur so ähnlich aus.

Per Drehleiter und unter Verwendung eines so genannten Wenderohrs schützte die Feuerwehr das benachbarte Wohnhaus. Den Sprühnebel bekamen jedoch die Einsatzkräfte ab, so dass einige wie „Schneemänner“ aussahen, wie es heißt. Gut, dass das beheizte Feuerwehrgerätehaus nicht weit war. „Anwohner haben sofort angefangen, Kaffee und Tee zu kochen“, sagt Coenjaerts und dankt im Namen der Feuerwehr.

Wegen eines überirdischen Flüssiggastanks hatte die Polizei aus Sicherheitsgründen dafür gesorgt, dass Anwohner ihre Häuser zu verlassen. Eine Gefahr habe aber nicht bestanden, schätzt der Feuerwehr-Einsatzleiter die Lage im Nachhinein. Der Tank sei weit genug entfernt gewesen.

Großeinsatz wegen Scheunenbrand in Norddinker

Während der Löscharbeiten kam es bis 23 Uhr zu umfangreichen Sperrmaßnahmen und Verkehrsumleitungen durch die Polizei.

Gegen 21.15 Uhr galt der Brand als „unter Kontrolle“. Etwa eine Stunde später rückten die Einheiten nach und nach wieder ein. Im Einsatz waren 53 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen aus Norddinker, der Mark, aus Werries, Uentrop, Braam-Ostwennemar sowie der Rettungsdienst. Letzterer musste nicht eingreifen. Die Hausbewohner hatten frühzeitig das benachbarte Gebäude verlassen.

Familie durfte nicht ins Wohnhaus in Norddinker

Nach dem Löschen durfte die Familie nicht zurück ins Wohnhaus. Die Versorgungsleitungen waren abgestellt worden. Nicht auszuschließen war, dass das Feuer den Giebel des Wohnhauses beschädigt hatte. Die Familie kam bei Verwandten unter. Erst am Donnerstag durfte sie wieder ins Wohnhaus.

Mit den Nacharbeiten waren Einsatzkräfte der Feuerwehr noch bis weit in den Vormittag beschäftigt.

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