Kritik an Kaufhof: „Pokerspiel auf Rücken der Beschäftigten“

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Von einem „Pokerspiel auf dem Rücken der Beschäftigten“ in Hamm spricht Verdi-Gewerkschaftssekretär Reiner Kajewski in der aktuellen Kaufhof-Entwicklung.

Hamm – Das bewusste Zurückhalten von Informationen durch die Konzernführung sei unverschämt und zermürbend zugleich, kritisiert Reiner Kajewski. Er hat Mitarbeiter in der Hammer Filiale beraten. Am Dienstag lief die Frist ab, innerhalb der sie sich für einen Übergang in die Transfergesellschaft oder für eine Kündigung entscheiden mussten. Kündigungen müssen bis zum 31. Juli ausgesprochen sein, damit sie zum 31. Oktober wirksam werden können.

„Gefühlt haben sich viele für die Transfergesellschaft entschieden“, sagt Kajewski. „Auch weil dort im Falle einer Filialrettung ein Rückkehrrecht festgeschrieben ist. Aber echte Zahlen habe ich nicht.“ Diese sind weiterhin nicht vom Kaufhof zu erhalten. Mündliche und schriftliche Anfragen blieben unbeantwortet.

Bis zum 31. Juli würde seitens des Kaufhofs dann auch wohl die Immobilie beim Eigentümer gekündigt werden. Eingegangen sei die Kündigung noch nicht, sagte ein Vertreter der Eigentümergesellschaft gegenüber unserer Zeitung. Ein endgültiges Verhandlungsergebnis mit dem Kaufhof nach dem „Gipfeltreffen“ im Rathaus gebe es bislang nicht.

Die Stadt müsse bei der Nachnutzung eine aktive Rolle einnehmen, fordern Bündnis 90/Die Grünen. Man dürfe sich nicht nur auf die Initiative des Eigentümers verlassen, so Bezirksvertreter Siegbert Künzel. In Erwägung gezogen werden müssten neben Wohnen auch alternative Nutzungen wie Start-ups oder kulturelle Angebote. Das Konzept der Aufwertung der Bahnhofstraße müsse jetzt noch einmal neu justiert werden.

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