Hochhaus wird nach und nach saniert

Schandfleck in Bockum-Hövel verschwindet

Wird nach und saniert: Das Hochhaus an der Rautenstrauchstraße in Bockum-Hövel.
+
Wird nach und saniert: Das Hochhaus an der Rautenstrauchstraße in Bockum-Hövel.

Bockum-Hövel – Das Hochhaus an der Rautenstrauchstraße, Ecke Friedrich-Ebert-Straße, bot jahrelang Grund für Spekulationen und Gespräche. Viele hielten das Haus für einen Schandfleck und hartnäckig hielt sich das Gerücht, das Gebäude solle abgerissen werden. Doch überraschend wurde im vergangenen Jahr, für alle sichtbar, die Fassade des Hochhauses erneuert. Bleibt die Immobilie also doch erhalten?

Hamm - Die AVV (Allgemeine Vermögensverwaltung) mit Sitz in Hessen verwaltet das Gebäude, nachdem es im Jahr 2019 durch die Paula Grundbesitz GmbH aufgekauft wurde. Hinter der Paula Grundbesitz GmbH stecken drei Investoren aus dem Rheinland. Im April 2019 wurde das Hammer Objekt in einem Portfolio mit sechs weiteren Gebäuden aus beispielsweise Neuss und Münster erworben.

Thomas Scheffler von der AVV weiß, was seit dem Erwerb 2019 alles im und am Gebäude gemacht wurde: „Wir haben bereits – für alle sichtbar – die Außenfassade erneuert und alle Fenster ersetzt. Zudem wurden die Flure und die Leerstandswohnungen saniert.“ Es fehlen jetzt noch die Aufzüge und die Heizung, für die die AVV bereits einen Gas-Antrag bei der Stadt gestellt habe und momentan auf Antwort warte. Bisher sei ein fünfstelliger Betrag investiert worden, auf den noch weitere Kosten, wie für die Heizung folgen würden. Glücklicherweise läge man innerhalb des Kostenplans, da es noch nicht zu unentdeckten Mehrkosten gekommen sei, so Scheffler. „Selbstverständlich werden Wohnungen auch renoviert, falls jemand auszieht – das gehört zur normalen Mieterfluktuation.“

„Schandfleck“ in Bockum-Hövel verschwindet: Sicherheitsdienst eingesetzt

Derzeit seien 39 der 72 Mietwohnungen saniert. Einige seinen noch durch den Vorbesitzer renoviert worden, weshalb dort die Notwendigkeit einer Sanierung noch nicht gegeben sei.

Bevor die AVV mit der Renovierung beginnen konnte, musste jedoch Klarheit über die Mietverhältnisse geschaffen werden. „Wir hatten das Problem, dass dort viele zwielichtige Gestalten waren, die teilweise keine Mieter waren und dementsprechend nicht in der Mieterliste verzeichnet waren. Daher haben wir einen Sicherheitsdienst engagiert, der die Eingänge kontrolliert hat.“ So habe man Ruhe in das Projekt bringen können, erklärt Scheffler. „Es bringt ja nichts, wenn wir etwas sanieren und zwei Wochen später wird es dann wieder kaputtgemacht“, berichtet Scheffler und erinnert daran, dass der Vorbesitzer bereits die Türen renoviert hatte, diese jedoch bei der Übernahme durch die AVV bereits wieder kaputt waren. Darüber hinaus wurden dann die schwarzen Miet-Schafe aus dem Objekt rausgeklagt, mit dem Ziel, Ordnung und Ruhe in das Objekt zu bekommen.

„Das ist nicht die erste Anlage, in der wir es geschafft haben, die Mieterschaft zu optimieren und so für ein ansehnlicheres Objekt zu sorgen – tatsächlich hatten wir auch schon schlimmere Objekte.“ Man hoffe, so Scheffler, so den Bestand des Gebäudes für mindestens zehn Jahre sichern zu können.

Hochhaus wird saniert: „Win-Win-Situation“ für Stadt, Mieter und Vermieter

Die Frage, warum die AVV im Namen der Paula Grundbesitz GmbH genau das Gebäude erworben hat, konnte Scheffler nur so erklären, dass so das Immobiliengeschäft funktioniert: Gebäude werden angekauft, renoviert und bringen dann – hoffentlich – über viele Jahre Gewinn ein. „Wir freuen uns, ein Objekt am Standort Hamm mitzubetreuen. Natürlich wurden vor dem Kauf Informationen über die Stadt und die Stadtentwicklung zusammengetragen, die mit in die Kaufentscheidung eingeflossen sind.“ Immerhin sei es eine Win-Win Situation für Stadt, Mieter und Vermieter, wenn ein Schandfleck durch ein ordentliches Objekt ersetzt wird. Auch die Mieter Deichmann und Lidl, die zur hinteren Parkplatz-Seite rausgehen, seien sehr glücklich mit der neuen Situation und dem neuen Vermieter.

Auch auf dem Außengelände könne sich noch etwas verändern. Die AVV bringe eine Mieterbefragung auf den Weg, ob ein Spielplatz gewünscht werde. Früher solle es einen gegeben haben. Ob es wirklich Bedarf für einen Spielplatz gibt, bezweifelt Scheffler allerdings, da das Objekt hauptsächlich kleine Mietwohnungen habe, was vermutlich gegen viele Kinder im Objekt spreche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare