Schandfleck "Herringer Hof" in Trümmern - Doch es geht nicht weiter

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Der Herringer Hof kurz vor dem Abriss.

Groß war die Freude vor allem bei den umliegenden Anwohnern, als im Februar mit dem Abriss des Schandflecks „Herringer Hof“ begonnen wurde. Doch seit Mitte März tut sich dort kaum noch etwas. Dabei sollen dort 18 barrierefrei Mietwohnungen entstehen.

Herringen – Vom einstmals so stolzen „Herringer Hof“ ist nur noch ein Schutthaufen übrig geblieben. Doch der liegt schon seit Mitte März an der Ostfeldstraße/Ecke Husemann-Straße, ohne dass sich dort groß etwas getan hat. Und das irritiert viele Herringer, so auch Friedhelm Speer. „Es ist kein schöner Anblick. Ich frage mich, warum geht es an der Stelle nicht weiter“, schreibt er. Auch Bezirksvorsteher Klaus Alewelt habe er diese Frage gestellt.

Auf Anfrage unserer Zeitung brachte Stadtsprecher Lukas Huster etwas Licht ins Dunkel und versuchte darüber aufzuklären, warum auf dem Grundstück nichts passiert. Die gute Nachricht: Die Pläne, dort öffentlich geförderte Wohnungen zu errichten, haben weiterhin Bestand. Aber warum geht es dort nicht weiter? „Die Bebauung auf dem Gelände des ehemaligen ,Herringer Hofs’ ist nach wie vor im Baugenehmigungsverfahren“, teilte Huster mit. Vor Abschluss des Verfahrens dürfe entsprechend auch noch nicht gebaut werden. Grundsätzlich laufe das Verfahren gut. Es bestehe regelmäßig Kontakt zwischen Bauherrn, Bauordnungsamt und den zu den einzelnen Fragen zu beteiligenden Stellen. Dazu gehöre beispielsweise die Feuerwehr in Sachen Rettungswege und Brandschutz.

Eine Prognose, wann das Verfahren abgeschlossen ist, konnte Huster aber nicht abgeben. „Das liegt letztlich daran, wie schnell die einzelnen Planungsunterlagen vorgelegt und gegebenenfalls entsprechende Änderungsvorgaben umgesetzt werden.“

Auch fünf Monate nach dem Abriss der Herringer Hofs liegt dort immer noch ein Schutthaufen.

Eine der bekanntesten und gefragtesten Adressen

Der „Herringer Hof“ war einst eine der bekanntesten und gefragtesten Adressen in Herringen. 1912 wurde dem Maurermeister Cristian Linnemann vom Amt Pelkum die Erlaubnis erteilt, an der – heutigen – Fritz-Husemann-Straße/Ecke Ostfeldstraße eine Gastwirtschaft zu errichten. Lange trug die auch den Namen „Linnemann“. 1928 und 1952 wurde sie umgebaut. In dieser Zeit gab es dann auch die ersten Fremdverpachtungen. Auch der Name wechselte dadurch.

Vielen Herringern noch gut in Erinnerung geblieben ist neben dem „Herringer Hof“ der Name „Belgrad“. Zuletzt war in dem Gebäude ein mongolisches Restaurant untergebracht, deren Pächter vor etwa zehn Jahren über Nacht das Handtuch geworfen hatten. 2013 wurde das Gebäude für 72 000 Euro zwangsversteigert.

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