Sauerstoff für Corona-Patienten

Hammer hilft in Indien: Maik Lücking ist Teil des Bundeswehreinsatzes in Neu Delhi

Maik Lücking aus Hamm ist bei dem Bundeswehreinsatz in Neu Dehli dabei.
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Maik Lücking aus Hamm ist bei dem Bundeswehreinsatz in Neu Dehli dabei.

Die Lage in Indien ist weiter kritisch. Weil der Sauerstoff in indischen Krankenhäusern knapp wird, baut ein Team der Bundeswehr in Neu Delhi eine Sauerstofferzeugungsanlage auf. Mit dabei ist auch Maik Lücking aus Hamm.

Hamm/ Neu Delhi – Während die Corona-Zahlen in Hamm langsam sinken, ist die Lage in Indien weiter angespannt. Am zurückliegenden Samstag meldete die Regierung dort 4.187 Covid-19-Tote und 401.078 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Weil der Sauerstoff in den Krankenhäusern knapp wird, ist seit einer guten Woche ein Team des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Neu Delhi und baut dort eine Sauerstofferzeugungsanlage auf.

Mit dabei bei dem schweißtreibenden Einsatz ist auch Maik Lücking aus Hamm. Der 47-Jährige ist Oberstabsfeldwebel bei der Bundeswehr und arbeitet normalerweise beim Bundesamt für Personalmanagement in Köln. Weil er viele Jahre für den Sanitätsdienst gearbeitet hat, baten ihn seine Kollegen jetzt um Hilfe.

„Es ging alles sehr schnell. Am Mittwoch kam der Anruf, ich habe sofort zugesagt. Dann bin ich am Donnerstag noch einmal nach Hause gefahren und am Samstag saßen wir dann im Flieger“, berichtet der Soldat. Als Pharmazeutisch-Technischer Assistent kennt er sich mit der Sauerstoffgewinnung aus und hilft vor Ort bei der Installation und Schulung der Mitarbeiter.

Hilfe für Indien: Maik Lücking aus Hamm hilf bei der Installation einer Sauerstoffanlage

„Die Anlage extrahiert Sauerstoff über ein Molekularsiebverfahren aus der Umgebungsluft. Das sind Röhren mit ganz feinen Granulaten darin, die großen Moleküle wie Stickstoff und Kohlendioxid bleiben daran haften und der Sauerstoff strömt weiter durch. Er wird in einem Tank gesammelt und dann mit bis zu 200 bar in die Flaschen gepresst“, erklärt Lücking. 400.000 Liter Sauerstoff können so täglich produziert werden. „Die Ärzte vor Ort haben so die Chance, den Sauerstoff flexibel zu nutzen. Jeder Liter Sauerstoff rettet Leben“, sagt der Hammer.

Ich bin Soldat, es ist mein Auftrag zu helfen. Mir macht das einfach Freude. Das ist eine Mission, die den Leuten direkt hilft. Es ist ein sehr gutes Gefühl.

Maik Lücking, Oberstabsfeldwebel der Bundeswehr

Für den Hammer war sofort klar, dass er an dieser Mission teilnehmen wollte. Auch, wenn er sich dafür in ein Hochrisikogebiet begeben muss. „Ich bin Soldat, es ist mein Auftrag zu helfen. Mir macht das einfach Freude. Das ist eine Mission, die den Leuten direkt hilft. Es ist ein sehr gutes Gefühl.“ Seine Frau war zunächst allerdings nicht so begeistert von der Vorstellung, dass er nach Indien fliegt. „Sie war schon sehr aufgeregt. Das ist sie aber immer. Wir sind sei 2005 zusammen in dem Zeitraum habe ich schon fünf andere Einsätze hinter mich gebracht. Es ist eben wichtig, darüber zu sprechen“, sagt der Soldat.

Verladen von schwerem Gerät: Die Bundeswehr hat Material zur Sauerstoffgewinnung mitgebracht.

Damit er und seine Kameraden vor Ort gut geschützt sind, werden sie und alle, die die Basis betreten regelmäßig getestet. „Und natürlich werden hier auch alle AHA-Regeln eingehalten und alles desinfiziert“, erklärt der Hammer. Untergebracht sind die Soldaten in einem Hotel in der Nähe. „Das ist schon wirklich angenehm und nicht selbstverständlich. Alle Menschen, denen wir bisher begegnet sind, waren sehr freundlich. Sie haben sich gefreut, dass wir da sind, um zu helfen“, sagt Lücking.

Über das Wochenende haben die Soldaten die Anlage aufgebaut – bei 38 Grad ein Kraftakt. Bis Ende dieser Woche bleibt das deutsche Team noch vor Ort, um die indischen Mitarbeiter im Umgang mit der Anlage zu schulen.

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