Polizeipräsident Sievert über die Heessener Feuerserie

Interview
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HAMM - Sieben Mal hat es in Heessen in den vergangenen gut drei Wochen bereits lichterloh gebrannt. Unter den Anwohnern macht sich Verunsicherung breit. Über den aktuellen Stand der Ermittlungsarbeit sprach der Hammer Polizeipräsident Erich Sievert mit Detlef Burrichter.

Herr Sievert, angenommen, Sie würden in Heessen wohnen: Wie würden Sie sich verhalten, wenn es in Ihrem Wohnviertel immer wieder zu neuen Brandstiftungen kommen würde?

Sievert: Ich wäre in erheblichem Maß verunsichert – genau so, wie es momentan auch viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil schildern und mitteilen. Ich würde sehr viel aufmerksamer danach schauen, wer abends an meinem Haus vorbeigeht und die Außenbeleuchtung rund um das Haus bliebe die ganze Nacht hindurch eingeschaltet. Insbesondere in den Stunden der Dunkelheit würde ich mein gesamtes Grundstück gut ausleuchten, ebenso den Stellplatz vom Carport. Damit kann man die Möglichkeiten von Brandlegungen schon minimieren.

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Polizei hat noch keine griffige Spur

Die Verunsicherung der Anwohner in Heessen kommt daher, dass sie Angst davor haben, selbst Opfer von Brandstiftung zu werden. Ist es für Sie verständlich, dass manche dann selbst die Initiative ergreifen und sich selbst vor Brandstiftung schützen wollen?

Sievert: Verständlich ja. Insbesondere dann, wenn sie ihren eigenen Grund und Boden, ihr Eigentum schützen wollen. Das ist ganz legitim. Das macht zum Beispiel jedes Kaufhaus, um sich vor Ladendieben zu schützen. Womit ich aber Probleme habe, sind private Initiativen im öffentlichen Raum. Da gibt es als Akteure nur die Ordnungsbehörden und die Polizei. Insofern lautet mein Agebot: Wenn jemand meint, verdächtige Personen sind in der Nähe seines Hauses oder seines Grundstücks, dann bitte lieber einmal mehr die 110 anrufen als selbst zu agieren. Anders macht man mehr kaputt als man gewinnt. 

Wie hat die Polizei Hamm bislang reagiert auf die Vorfälle in Heessen?

Sievert: Inzwischen haben wir eine Ermittlungskommission gegründet, die sich ausschließlich mit der Spurenauswertung in diesem Bereich beschäftigt. Die Kollegen sichten alle Spuren intensiv und vergleichen sie mit allen Brandgeschehnissen in der gesamten Stadt Hamm. Wir können auch nicht ausschließen, dass Zusammenhänge zu Ereignissen in angrenzenden Kommunen bestehen. Auch diesen Fragen geht die Ermittlungskommission nach.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der Samstagsausgabe des WA.

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