Keine Schimmelbildung, aber die Arbeiten dauern noch

Sachsenhalle bleibt (noch) gesperrt nach Starkregen im August

Die Arbeiten zur Trocknung und Instandsetzung der Sachsenhalle laufen.
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Kein GAU: Seit einigen Wochen laufen die Arbeiten zur Trocknung und Instandsetzung der von Starkregen in Mitleidenschaft genommenen Sachsenhalle. Es sieht so aus, dass es seitens des städtischen Immobilienmanagements in einigen Wochen grünes Licht für die Wiederaufnahme des Sportbetriebs der Schulen und Vereine geben wird.

Hamm - Wann die Sachsenhalle wieder dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen wird, kann man noch nicht sagen, und trotzdem gibt es eine gute Nachricht.

Es zeichnet sich – wenn auch mit gewissen Unsicherheiten – ab, dass die Schäden keine Komplettsanierung der Halle erfordern. Die Sporthalle war am 13. August von einem Starkregen unter Wasser gesetzt worden und ist seitdem gesperrt. Wir haben nachgehakt, wie die Arbeiten laufen.

Der Schaden

Zunächst war unklar gewesen, wie das Wasser in die Halle gelangt war. Nach intensiven Untersuchungen stellte sich nach einigen Tagen heraus: Der Regen war ordnungsgemäß über Fallrohrsysteme vom Dach in die Kanalisation geleitet worden. Wegen des starken Regens kam es aber zu einem Stau, und das Wasser staute sich auch in den Jahrzehnte alten Fallrohren zurück. Und so drang es aus den in Betonpfeilern verlegten Fallrohren an mehreren Stellen in die Halle. Dort bedeckte es zwar nur dünn den Hallenboden sowie den Fußboden von Nebenräumen, aber es sickerte unter die Oberfläche. Das war vor allem in der Sporthalle fatal, weil dort auch elektrische Leitungen verlaufen. Außerdem sind dort jede Menge Hohlräume, die alle feucht wurden. Jetzt kam es darauf an, diese zu trocknen und auf Schimmelpilzbefall zu untersuchen.

Die Trocknung

Für die Sporthalle ist das jetzt geschehen. Die positiven Ergebnisse berichtet Alfred Heukamp vom Immobilienmanagement der Stadt: „Wir haben die Trocknung erfolgreich abgeschlossen und auch keine Belastung durch Schimmel oder Ähnlichem festgestellt.“ Der Boden sei jetzt so weit okay, müsse aber noch in den Zustand von vor dem Starkregen zurückversetzt werden.

Denn um den Boden und die darunter liegenden Hohlräume zu trocknen, wurde er an allen Stellen aufgemacht, an denen das praktisch so vorgesehen war: So finden sich Deckel zum Öffnen des Bodens, um Handballtore oder Stangen zum Aufhängen von Volleyball- oder Badmintonnetzen aufbauen zu können. Zusätzlich gab es weitere Bohrungen zur besseren Trocknung. Die müssen wieder verschlossen werden.

In den Nebenbereichen der Sporthalle, also in Umkleiden oder anderen Räumen, haben die Arbeiter Bohrungen in den Estrich vorangetrieben, auf dass auch die Feuchtigkeit im Estrich verschwinden, der Boden richtig austrocknen kann. Die Trocknungsgeräte waren mit Schläuchen versehen, die in diese Löcher gesteckt worden waren. An diesen Stellen des Fußbodens erwartet Heukamp in etwa 14 Tagen eine vollständige Trocknung. „Oder wir wissen dann, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind“, so Heukamp.

Die Dichtigkeit

Dritte Baustelle sind die Fallrohre, die unter anderem in Betonpfeilern verlaufen. Zwölf von ihnen gibt es, die Hälfte ist bereits ausgebessert und damit wieder dicht. Der Plan war: Die Rohre bekommen eine Art Innenrohr, einen „Inliner“, der künftig für Dichtigkeit sorgt. Diesen Inliner einzuziehen, ist bei den versteckt verlegten Rohren mit mehreren rechten Winkeln aber gar nicht so einfach. „Wir mussten an einigen Stellen den Boden aufmachen und die Rohre austauschen“, sagt Alfred Heukamp, „wenn wir mit dem Inliner nicht erfolgreich waren.“ An anderen Fallrohren funktionierte es mit dem Einziehen der Inliner, sodass hier ein geringerer Arbeitsaufwand entstand. Die zweite Hälfte der Fallrohre wird in den kommenden Wochen saniert. Auch hier rechnet Heukamp damit, dass man teilweise den Boden aufmachen muss, teilweise aber auch mit dem Inlineverfahren arbeiten kann.

Es hätte auch schlimmer kommen können mit der Sachsenhalle – vor allem, wenn man auf Schimmelpilzsporen getroffen wäre. Wenn in einigen Wochen die Reparaturen und Fallrohrsanierungen abgeschlossen werden, prüfen Heukamps Mitarbeiter nochmals die Dichtigkeit des Systems – bei erfolgreichem Ergebnis kann der nächste Starkregen kommen.

Schulen und Vereine weichen aus

Wer ist betroffen von der Sperrung der Sachsenhalle infolge des Starkregens am 13. August? Da sind zum einen fünf Schulen: Gutenbergschule, Realschule Heessen, Erich-Kästner-Schule, Martin-Luther-Schule und sogar das Gymnasium Schloss Heessen. Die Schulen seien, so ein Sprecher der Stadt, wegen des Coronavirus aber sowieso angehalten, den Sportunterricht draußen zu geben.

Zum anderen sind Sportvereine betroffen, besonders die Handballer des SC Eintracht Heessen, die die Halle zum Training und für ihre Spiele nutzen. Vorsitzender Ferry Weijmans sagt, man trainiere „überall und nirgends“. Die Jugendmannschaften trainieren in der Sporthalle der Johannesschule im Hammer Norden und gemeinsam mit der SpVg Dolberg in der Dolberger Mehrzweckhalle. Außerdem nutzen sie die Halle der Josefschule nahe der Mansfelder Straße – dort trainieren auch die Alten Herren des Vereins. Die zweite Herrenmannschaft der Handballer ist in der Halle der Realschule untergekommen. Und die erste Herrenmannschaft hat zwei Trainingsstätten: die Stefanhalle in Bockum-Hövel und die Sporthalle des Galilei-Gymnasiums im Hammer Norden.

Aber nicht nur die Trainings- und Spielstätte bereiten dem Vorsitzenden und seinen Mitstreitern im Vorstand Sorgen: Wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus in Hamm ist derzeit noch nicht klar, ob die Saison überhaupt gespielt werden kann. Betroffen sind auch der Betriebssport des Hauptzollamts und ein Leichtathletikverein.

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