Unklarheit über Schäden: Sachsenhalle weiterhin wegen Wassereinbruchs nach dem Starkregen gesperrt

Wasser überall: Auch unter den ausfahrbaren Tribünen ist es nass. Sie wurden ausgefahren, damit die Feuchtigkeit besser verdunsten kann.
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Wasser überall: Auch unter den ausfahrbaren Tribünen ist es nass. Sie wurden ausgefahren, damit die Feuchtigkeit besser verdunsten kann.

Der erste Blick in die Sachsenhalle verrät nichts ungewöhnliches. Also: der Blick in die Sporthalle, von den Handballern auch gerne „Sachsenhölle“ genannt. Hallenboden mit Markierungen, Geräteräume, Tribünen und die Büros mit den großen Glasfenstern zur Halle hin im ersten Stock. Aber: Es ist dunkel.

Heessen – Seitdem die Hausmeister entdeckt haben, dass beim Unwetter am Sonntag Wasser in die Halle eingedrungen ist, ist der Strom ausgestellt. Welche Schäden der Starkregen genau angerichtet hat, wollten Mitarbeiter der Stadt und einer Spezialfirma in den vergangenen Tagen klären. Geklärt ist allerdings bislang wenig.

Wo drang das Wasser ein?

Das ist nach Angaben eines Sprechers der Stadt nach wie vor nicht bekannt. Sicher scheint allerdings zu sein, dass es nicht an der tief gelegenen Außentür eindrang. Dort war 2014 der Starkregen eingedrungen, die Tür war später abgedichtet worden.

Wie sieht die Halle jetzt aus?

Wie immer. Nur Details weisen auf die besondere Situation hin. Die Tribünen sind in den Innenraum verschoben, der Raum unter ihnen ist sozusagen geöffnet, damit er trocknen kann. Unter den Tribünen stand besonders viel Wasser.

Die kleinen Deckel im Hallenboden, die den Zugang zu Strom bieten oder die Gelegenheit, eine Stange aufzustellen, sind offen. Und zwar alle. Hier konnte man das Wasser sehen, das sich unter dem Hallenboden gesammelt hat.

Am Montag stand auch noch Wasser in kleinen Pfützen auf dem Hallenboden, das dürfte mittlerweile verdunstet sein.

Welche Schäden gibt es?

Das ist noch nicht bekannt. Am Dienstag schauten sich Mitarbeiter der Stadt die Halle an, am Mittwoch Mitarbeiter einer Firma, die Sporthallenböden herstellt. Gestern konnte der Sprecher der Stadt keine Ergebnisse verkünden – außer, dass Hallenboden und Dämmung beschädigt sind.

Überflutet: Pfützen sind auch auf dem Kunststoffboden der Sporthalle zu finden.

Wann ist die Halle wieder zugänglich?

Das ist völlig unklar. Denn die Experten wissen noch nicht welche Schäden da sind – also auch nicht, wie lange die Behebung dauert. Gleiches gilt für die Kosten.

Wer ist betroffen?

Das sind die Schulen: Gutenbergschule, Realschule, Erich-Kästner-Schule, Martin-Luther-Schule und sogar das Gymnasium Schloss Heessen. Die Schulen seien, so der Stadtsprecher, wegen des Corona-Virus‘ aber sowieso angehalten, Sportunterricht nach draußen zu verlegen. Die Stadt suche vorsorglich Ausweichmöglichkeiten.

Betroffen sind auch Vereine. Die Handballer des SCE Heessen spielen und trainieren dort. Auch hier suche die Stadt nach einer Alternative, so der Sprecher. Die Sporthalle des Märkischen Gymnasiums, wo die Handballer vor sechs Jahren unterkamen, falle wegen Bauarbeiten aber aus. Betroffen seien auch der Betriebssport des Hauptzollamts und ein Leichtatletikverein – der aber erst ab Herbst die Halle nutze.

Wie geht es weiter?

Die Mitarbeiter der Spezialfirma und der Stadt untersuchen die Halle in den kommenden Tagen erneut.

Bei dem Unwetter litt nicht nur die Sachsenhalle. Unter anderem wurden Teile von Herringen unter Wasser gesetzt. Anwohner erheben schwere Vorwürfe gegen den Lippeverband. Ohne die dortige Großbaustelle wäre die Straße nicht überflutet worden, sagen sie. Der Lippeverband weist diese Vorwürfe zurück. Zudem verloren viele Autos hier in den Unwetter-Fluten ihre Kennzeichen. Die Hammer Feuerwehr hat eine Bilanz zur Unwetternacht gezogen: Demnach gab es im gesamten Stadtgebiet über 30 Einsätze.

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