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Hammerin will sieben unheilbar kranken Freunden Lebenstraum erfüllen

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Von: Nathalie Velten

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Sabrina Raschke will Leon und Rayk helfen, mit ihren Freunden nach New York zu fahren. © Raschke

Hamm – Sieben Freunde, die unheilbar krank sind, haben einen großen Traum: einmal nach Amerika fliegen und New York erleben. Doch um den Traum von Alexander, Alessa, Elyesa, Felix, Leon, Rayk und Simon zu realisieren, bedarf es nicht nur viel Geld, sondern auch einer durchdachten Organisation. Sabrina Raschke aus Hamm möchte den Freunden ihren größten Traum erfüllen.

Sabrina Raschke ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ihr sind diese sieben Freunde besonders ans Herz gewachsen. Kennengelernt hat sie die Jungs und Alessa im Reha-Zentrum der Weserbergland-Klinik in Höxter. Dorthin begleitete sie einen schwer kranken Patienten. „Ich wurde super lieb von allen aufgenommen, und es kamen sehr schnell Gespräche zustande“, erzählt Raschke. 

Auch die sieben Freunde haben sich bereits vor mehreren Jahren in der Reha kennengelernt. Der Großteil von ihnen leidet an der Muskeldystrophie Typ Duchenne, die bereits im Kleinkindalter mit einer Schwäche der Becken- und Oberschenkelmuskulatur beginnt und schnell voranschreitet. Das Gehen und Stehen ist dann meist auch nicht mehr möglich, zudem baut sich im Verlauf der Krankheit die Atemhilfsmuskulatur ab, die eine Heimbeatmung unentbehrlich macht.

Für wertvolle Momente

Um ihre Krankheit für einige Zeit zu vergessen, freuen sich die Freunde jedes Jahr auf die Reha. Dort erfuhr Sabrina Raschke in einem Gespräch mit Alexander von seinem großen Traum. „Alex erzählte mir, dass sein größter Wunsch eine Reise nach New York ist. Das Gespräch war sehr emotional, weil bei ihm die Angst sehr groß ist, dass er nächstes Jahr vielleicht gar nicht mehr in der Reha dabei sein und die wertvollen Momente mit seinen Freunden genießen kann“, berichtet die 30-jährige Organisatorin. 

In den vergangenen Jahren haben Alex und die anderen bereits große Verluste in Kauf nehmen müssen. Gute Freunde, die sie ebenfalls in der Reha ins Herz geschlossen hatten, sind inzwischen gestorben. „Man weiß nie, wann es soweit ist, auch bei der Gruppe nicht“, sagt Raschke. Der Wunsch der sieben Freunde, ein Mal New York zu erleben, ist deshalb umso größer.

Reisegepäck von schwer kranken Menschen

Wie wichtig den jungen Menschen die Reise ist, fasst Leon Schröder zusammen: „Uns bedeutet das richtig viel. Wir kennen uns ja auch schon eine sehr lange Zeit, teilweise 14 Jahre. Das ist etwas ganz Besonderes für uns, weil wir uns in der Regel nur ein Mal im Jahr in der Reha sehen“, so der 22-Jährige. 

Als Sabrina Raschke vom Wunsch der Freunde erfahren hatte, setzte sie sich mit einem Reisebüro, das auf Reisen für Menschen mit Handicap spezialisiert ist, in Verbindung. Dort ging es an eine grobe Planung. „Das ist ja eine ganz andere Dimension, in der man denken muss. Man muss auf so vieles achten“, sagt Raschke. Mit einem Koffer für die schwer kranken Freunde, die alle auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist es nicht getan. „Nicht nur die Elektrorollstühle müssen mit, auch mindestens zwei bis drei Dusch- und Toilettenstühle und Lifte sowie die Beatmungsassistenten und noch viel mehr Equipment“, sagt Raschke.

Nur in der Business-Class möglich

Hinzu komme, dass die sieben jungen Erwachsenen jeweils eine Begleitperson benötigen und nur in der Business Class fliegen können, denn einige von ihnen sind am Rücken operiert und benötigen mehr Raum und die Möglichkeit, zwischendurch zu liegen. „Sie haben den Rücken mit Titanstangen versteift bekommen, weil durch die Erkrankung die Muskulatur komplett abbaut und die Wirbelsäule sonst krumm wird, was auch die Atmung zusätzlich einschränken würde“, erklärt Raschke. 

Dass die Reise nicht günstig wird, war der 30-Jährigen sofort klar. „Wir reden von einem Betrag von knapp 80.000 Euro für 14 Personen“, so Raschke. Sie und die Freunde hoffen daher auf Unterstützung durch Spenden. Innerhalb von drei Wochen seien bereits knapp 15.000 Euro gesammelt worden. Unterstützung beim Sammeln der Spenden bekommt die Organisatorin vom Bielefelder Verein Rückenwind.

Geld sammeln 

Geplant sei die Reise für den Zeitraum vom 21. Mai bis 2. Juni. „Das mussten wir vorplanen, weil wir ja auch schon mal Urlaub einreichen mussten. Wir hoffen, bis Ende Januar/ Mitte Februar das meiste Geld sammeln zu können. Die Reise wird definitiv stattfinden, es ist nur die Frage, ob wir das an dem Datum realisieren können“, sagt Raschke. Zu wünschen wäre es Alexander, Alessa, Elyesa, Felix, Leon, Rayk und Simon definitiv.

Spendenkonto

Die sieben Freunde sind auf Spenden angewiesen, damit sich ihr Traum erfüllen kann. Interessierte können per Überweisung an das Spendenkonto Rückenwind e.V. (Bielefeld) spenden (BIC: SPBIDE3BXXX, IBAN: DE61 4805 0161 0044 1957 82). Spenden sind auch möglich über www.gofundme.com/f/Rollis-on-tour und https://www.paypal.com/pools/c/8kuhnFeUJN

Organisatorin Sabrina Raschke steht für Fragen zur Reise unter Telefon 0172/6513243 oder unter Email sabrina.hellenkamp(at)freenet.de zur Verfügung. Mehr Infos zur Krankheit unter www.md-duchenne.de.

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