Viel Platz in Hamm für Industrie

Groß wie 50 Fußballfelder: RWE verkauft in Uentrop ein Stück „Westfalen“

RWE vermarktet einen Teil seines Geländes vom Kraftwerk Westfalen in Hamm-Schmehausen.  Die Fläche auf dem Schmehauser Feld liegt an Autobahn, Kanal und Schiene.
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Viel Platz für große Ideen: RWE vermarktet einen Teil seines Kraftwerksgeländes für neue Unternehmensansiedlungen an der Siegenbeckstraße. Großes Plus: Die Fläche auf dem Schmehauser Feld ermöglicht den Anschluss an Autobahn, Kanal und Schiene.

Das RWE-Kraftwerk Westfalen wird noch gebraucht. Der Energieriese verkauft aber schon einen Teil des Grundstücks. Er gehört zum Schmehauser Feld. Unternehmen haben hier auf einer Fläche so groß wie 50 Fußballfelder Platz für Neuansiedlungen.

Schmehausen – Wer Großes vorhat, könnte in Schmehausen den Platz dafür finden. Dazu steht im äußersten Osten der Stadt eine Fläche so groß wie rund 50 Fußballfelder zur Verfügung. Demnach verspricht RWE auf dem Verkaufsplakat nicht zu viel, wenn der Energiekonzern erklärt: „Wir haben Platz für Ihr Unternehmen“. Eine Nachfrage zeigt allerdings, dass das Potenzial schrumpft. Ein Teil ist schon vermarktet.

Schmehauser Feld heißt die Fläche, für die nach fast fünf Jahren ein Planungsverfahren vor dem Abschluss steht. Dabei handelt es sich um Flächen, die ursprünglich für eine Kraftwerkserweiterung vorgesehen waren und während der Bauzeit der Blöcke D und E zum Teil als Lagerplatz genutzt wurden.

Am Kraftwerksgelände ist viel in Bewegung. Übertragungsnetzbetreiber haben das RWE-Kraftwerk Westfalen Anfang des Monats als systemrelevant eingestuft. Das heißt, trotz der beschlossenen Stilllegung des Kraftwerks im Zuge des bundesweiten Kohleausstiegs wird die Anlage noch gebraucht. Amprion beantragte die Umrüstung des Generators zu einem rotierenden Phasenschieber. Gibt die Bundesnetzagentur grünes Licht, wird die Anlage umgerüstet. Sie soll dann mindestens fünf Jahre lang eine so genannte Blindleistung zur Spannungshaltung bereitstellen.

RWE verkauft in Schmehausen Pförtnerhaus und Parkplatz

Gleichzeitig bietet RWE schon die westliche Randfläche des Kraftwerks zum Verkauf an. Es geht um den alten Haupteingang samt Pförtnerhaus, den Parkplatz und die Lagerfläche neben den Kohlen. Der Bereich wird nicht mehr benötigt, auch wenn das Kraftwerk wegen der Systemrelevanz noch eine Rolle spielt.

Der Bereich werde im Rahmen des Bauleitplanverfahrens zu den Erweiterungsflächen überplant, sagt RWE-Unternehmenssprecher Olaf Winter. „Die Zufahrt zum Kraftwerksgelände erfolgt bereits heute überwiegend über die neue Hauptpforte.“ Die verläuft nördlicher, direkt neben den Gleisen.

RWE vermarktet in Schmehausen Industriefläche

RWE zeigt die Verkaufsfläche des gesamten Schmehauser Feldes auf einem Plakat an der Siegenbeckstraße. Die markierte Fläche umfasst grob überschlagen 360.000 Quadratmeter oder zum Vergleich, eine Fläche so groß wie etwa 50 Fußballplätze. Um sie günstiger über Straßen erschließen und letztlich besser vermarkten zu können, begann 2016 das Planungsverfahren. Zwei Bebauungspläne und ein Flächennutzungsplan werden dazu geändert beziehungsweise neu aufgestellt.

Industrieflächen dieser Art sind rar in Hamm. RWE bewirbt das Areal als „Industriehafen am Kraftwerk Westfalen“, als trimodales Industrie- und Gewerbegebiet. Das heißt mit Anschluss an die Autobahn, den Kanal und an die Schiene. Die Interessenten ließen nicht lange auf sich warten. „Seit Beginn der Bauleitplanung finden fortwährend Vermarktungsgespräche in engem Austausch mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Hamm statt“, sagt der RWE-Sprecher. Die Anfragen kämen aus sehr unterschiedlichen Branchen.

RWE verkauft erste Fläche in Schmehausen

War bislang nur von Interessenten die Rede, wird es jetzt konkreter. „Eine erste, zirka 7,8 Hektar große Fläche ist inzwischen veräußert worden“, erklärt er. Zu dem Unternehmen macht er allerdings keine konkreten Angaben.

Das Planverfahren neigt sich dem Ende zu. Die Offenlegung der geänderten beziehungsweise neu aufgestellten Pläne fand im vergangenen April und Mai statt. Der finale Satzungsbeschluss steht noch aus. Erst mit ihm können sie Rechtskraft erlangen. „Der Satzungsbeschluss ist noch in Vorbereitung“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster über den aktuellen Planungsstand. „Er wird in einer der kommenden Sitzungsrunden den politischen Gremien zum Beschluss vorgelegt.“

Geithe in Schmehausen wird renaturiert

Damit wäre der Weg fast frei. Bevor Unternehmen im südlichen Teil des Schmehauser Feldes angesiedelt werden können, muss noch wie angekündigt der Geithebach zwischen Kraftwerk und Kanal renaturiert werden. Das erfolgt im Zuge der Erschließungsmaßnahmen. Der Nabu hatte dazu seinerzeit kritische Anmerkungen gemacht.

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