RVR macht Weg für umstrittene Planung frei

RVR: Inlogparc kann erweitert werden - Konflikt mit Rathaus-Koalition?

In der Diskussion ist eine Erweiterung nördlich der Unternehmen Prologis (links) und dpd.
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In der Diskussion ist eine Erweiterung nördlich (hier im Bild oberhalb) der Unternehmen Prologis (links) und dpd.

Das Ruhrparlament hat den planungsrechtlichen Weg für die Erweiterung des Inlogparcs und eine Nachnutzung des Rangierbahnhofs in Hamm freigemacht.

Hamm/Bönen - Beide Flächen gehören zu 24 „regionalen Kooperationsstandorten“, die jetzt beim Regionalverband Ruhr (RVR) beschlossen wurden. Dabei geht es um die Rahmenbedingungen für die Ausweisung neuer Gewerbe- und Industriegebiete. Das ist durchaus brisant: Beim Inlogparc hatte die Hammer Ampelkoalition die Erweiterung bereits gestrichen. Sie ist jetzt theoretisch wieder möglich. Es gebe aber keinen Automatismus, betonte Planungsamtsleiter Heinz-Martin Muhle. Ein geplantes Industriegebiet in Geithe war nach Protesten wieder von der Liste gestrichen worden.

Nach Angaben der Stadt steht das, was die Verbandsversammlung beschlossen hat, daher nicht im Widerspruch zu den Festsetzungen der Ziele im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP im Rat der Stadt Hamm, der die Entwicklung der genannten Fläche auf Hammer Stadtgebiet ausschließt. Denn das RVR-Regionalkonzept sei als Angebot zu verstehen, das die jeweilige Kommune umsetzen kann, aber nicht muss.

Trotzdem schrillen bei der BG Weetfeld die Alarmglocken. Sie hat das Thema auf die Tagesordnung ihrer nächsten Vorstandssitzung gesetzt. Denn bei anderen Mehrheiten in Hamm könnte die Norderweiterung des Inlogparcs schnell wieder ein Thema werden.

DB-Cargo-Chefin für Ausbau des Rangierbahnhofs

Am Rangierbahnhof könnte mit der RVR-Entscheidung das Gewerbegebiet an der Rathenaustraße erweitert werden. Auch auf dem Bahngelände selbst haben derzeit Pläne für eine neue Umschlaganlage zwischen Straße und Schiene („Multi-Hub“) Priorität. 171 Millionen Euro haben Bund und Bahn in eine solche Anlage in Lehrte bei Hannover investiert, die in dieser Woche eingeweiht wurde. In Hamm wird dem Vernehmen nach noch eine Nummer größer geplant.

Eine offizielle Entscheidung hat der Konzern zwar noch nicht verkündet; DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta hat sich unlängst aber deutlich für das Projekt in Hamm ausgesprochen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und dem Spediteur Hermann Lanfer bekräftigte Nikutta, einen zu erwartenden Anstieg der Gütermengen in Nordrhein-Westfalen durch den Neubau eines Multi-Hub in Hamm bewältigen zu wollen; auch Lanfer sah hier hervorragende Perspektiven.

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