Wer heute auf sich achtet, erhält seine Gesundheit langfristig

Rückengesundheit: Haltung bewahren am Arbeitsplatz

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Rückenschmerzen am Arbeitsplatz – ein weitverbreitetes Phänomen. Foto: Panthermedia

Wer heute auf sich achtet, erhält seine Gesundheit langfristig.Laut Gesundheitsreport 2013 sind Erkrankungen von Rücken und Wirbelsäule der häufigste Grund für Krankenfehltage. Auch Büroarbeit belastet durch zu viel und falsches Sitzen den Bereich der besonders anfälligen Lendenwirbelsäule. Nicht bloß während der Arbeitsjahre, auch noch im Rentenalter machen sich gesundheitliche Folgen oft bemerkbar. So können Fehlhaltungen auch noch lange nach dem Renteneintritt bis hin zu einer Spinalkanalstenose, der verschleißbedingten Einengung des Rückenmarks, führen.

Durch Abnutzungserscheinungen können sich beispielsweise die für die Wirbelsäulenstabilität so wichtigen Bänder lockern. Dadurch drohen sich Wirbel und Gelenke zu verschieben. Der Körper versucht, diese Instabilität und den zunehmenden Druck auf die Wirbelgelenke abzustützen und baut an Wirbelkörpern und -gelenken neue Knochenmasse auf. „Engen diese Knochensporne den Rückenmarkkanal ein, führt dies zu Schmerzen insbesondere in den Beinen“, erklärt Dr. Thomas Bierstedt, Wirbelsäulenchirurg und Facharzt für Neurochirurgie aus dem Orthopädisch-Neurochirurgischen Zentrum in Datteln und Recklinghausen.

„Je gesünder die Haltung am Arbeitsplatz, je besser trainiert die Muskulatur und je geringer das Übergewicht ist, desto später, wenn überhaupt, treten Symptome der Spinalkanalstenose auf.“ Vermögen konservative Maßnahmen die Schmerzen nicht zu lindern, sorgt meist nur eine operative Erweiterung des Rückenmarkkanals für Erleichterung, indem Chirurgen störendes Gewebe entfernen. „Diese Dekompression aufgrund von Spinalkanalstenose ist eine der häufigsten Wirbelsäulenoperationen bei Patienten, die älter als 60 Jahre sind“, weiß Dr. Bierstedt. „Unter Umständen geht dies aber erheblich zulasten der Wirbelsäulenstabilität, sodass sie wieder hergestellt werden muss.“

Dazu können Ärzte auf Versteifungsoperationen oder bewegungserhaltende Verfahren zurückgreifen. Dynamische Implantate wie sie bei der flexiblen Wirbelsäulenstabilisierung eingesetzt werden, sorgen dann dafür, dass sich Patienten nach dem Eingriff uneingeschränkt bewegen können. „Wer aber langfristig Rückenprobleme vermeiden will, sollte rechtzeitig auf eine rückengesunde Lebensweise und Haltung am Arbeitsplatz achten.“ Neben einer möglichst aufrechten Sitzposition sollten Büroarbeiter das stundenlange Sitzen durch regelmäßige Bewegung unterbrechen. Statt Kollegen nebenan eine E-Mail zu senden oder zum Telefonhörer zu greifen, also lieber hingehen.

Die fünf besten Tipps für rückengesunde Schreibtischarbeit hat Dr. Bierstedt zusammengestellt:

1. Regelmäßige Positionswechsel entlasten Gelenke, verhindern einseitige Haltungen und schmerzhafte Muskelverhärtungen.

2. Schreibtisch- und Sitzhöhe aufeinander abstimmen: Ober- und Unterschenkel bilden im Idealfall einen rechten Winkel. Die Füße sollten dabei flach auf dem Boden stehen.

3. Die Arme im Ellenbogengelenk rechtwinkelig abbiegen und die Unterarme beim Tippen auf der Arbeitsfläche abstützen. Vorsicht: Liegen die Ellenbogen auf, droht ein Rundrücken.

4. Für eine gerade Kopfhaltung den Monitor gerade zum Körper ausrichten und den Bildschirm so positionieren, dass seine Oberkante mit den Augen abschließt oder etwas darunter liegt.

5. Das oberste Gebot lautet schließlich: gerade sitzen. Dazu regelmäßig die eigene Sitzposition überprüfen und korrigieren.

Weitere Infos unter www.besseralswirbelfusion.de

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