Corona bremst Karnevalisten aus

Umzug in Bockum-Hövel: Eins, zwei, drei - wir sind wieder nicht dabei

Die Arbeit war vergeblich: Klaus Holtschmidt zeigt Teile des Mottowagens für die Session 2019/20.
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Die Arbeit war vergeblich: Klaus Holtschmidt zeigt Teile des Mottowagens für die Session 2019/20. Mit der Gestaltung für 2020/21 müssten die Roten Funken eigentlich bald starten. Doch es ist unwahrscheinlich, dass der Umzug wird stattfinden können.

Säuberlich abgedeckt stehen die Wagen noch seit dem Karnevalswochenende im Februar dieses Jahres in der Wagenbauhalle. Schon in der abgelaufenen Session kamen sie wegen eines Sturms nicht zum Einsatz. Jetzt werden die Karnevalisten von Corona ausgbremst.

Bockum-Hövel – Den Funkenumzug durch Bockum-Hövel werden die Roten Funken Bockum-Hövel wahrscheinlich auch am 14. Februar des kommenden Jahres ausfallen lassen. „Sehr schweren Herzens“, wie Klaus Holtschmidt, Sprecher der Roten Funken, sagt. Er ist auch für die Karnevalsveranstaltungen beim Turn- und Wassersportverein (TuWa) Bockum-Hövel zuständig. Definitiv abgesagt haben beide Vereine den Saalkarneval. Die Roten Funken hätten am 6. Februar zu ihrer Galasitzung ins Anno 03 eingeladen, der TuWa traditionell eine Woche später, am 13. Februar. Auch der Kinderkarneval fällt in dieser Session aus. „Den haben wir in den vergangenen drei Jahren immer zusammen gefeiert“, so Holtschmidt.

Noch keine Planungen

„In der Planung ist im Moment noch gar nichts. Wir wissen ja nicht, was noch auf uns zukommt“, sagt er. „Wir versuchen allerdings noch, im Oktober die ausgefallenen Versammlungen nachzuholen. Aber wenn die Zahl der Corona-Infizierten weiter steigt, können wir das wohl wieder in den Wind schießen. Eigentlich hätten wir bei der Jahreshauptversammlung turnusmäßige Wahlen gehabt und den ganzen Vorstand neu bestimmen müssen“, berichtet er. Für die Roten Funken ist der jetzt schon abzusehende Komplettausfall der fünften Jahreszeit gleich in mehrfacher Hinsicht schwer zu verkraften. „Es geht ja darum, uns zu präsentieren. Wir hätten gerne unsere Wagen gezeigt. Sie stehen in der Halle und waren fertig für den Umzug“, erzählt Holtschmidt mit großem Bedauern, während er die Plane vom Mottowagen zieht.

Sporthallen aufs Korn genommen

Die Sporthallen in Bockum-Hövel hatten die Roten Funken zum Thema gemacht. Ganz vorne sind nur noch die Reste der abgebrochenen Halle am ehemaligen Standort der Albert-Schweitzer-Schule zu sehen. In der Mitte die Ferdi-Hübner-Halle, die in der Karnevalssession 2019/2020 kurz vor der endgültigen Schließung stand. Und hinten prangt eine marode Stefanhalle auf dem Wagen. Die Arbeit war vergeblich. Und bald müssten die Wagenbauer Hand anlegen für den nächsten Umzug und die alten Aufbauten entfernen.

Finanzielle Ausfälle

Insgesamt besitzen die Roten Funken sechs Wagen, die sich teilweise auch an andere Vereine für die Rosenmontagszüge vermieten. Auf einem fährt traditionell der Oberbürgermeister mit. Es gibt den Prinzenwagen, und auch der Tuwa hat einen eigenen. Wenn sie nicht rollen, weil die Züge wahrscheinlich abgesagt werden, gehen den Karnevalisten wichtige Einnahmen zur Finanzierung der Vereinsarbeit entgehen. Zusätzlich sind in diesem Jahr aufgrund von Corona schon etliche Veranstaltungen ausgefallen. Dazu gehört zum Beispiel das Hallohparkfest, auf dem die Roten Funken immer mit einem Getränkestand vertreten waren. Abgesagt wurde weiterhin das Lippeparkfest. „Da hätten wir uns mit Bildern aus der Klecksmaschine und einem Waffelverkauf präsentieren können“, sagt Klaus Holtschmidt. „Eins, zwei, drei, im Karneval sind wir dabei“ lautete das Motto für den Bockum-Höveler Karneval 2020. Nach dem Sturm im Februar wird dieser Spruch jetzt zum zweiten Mal ausgehebelt, durch Corona.

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