Rocker vor Gericht: Raub oder "berechtigtes Eintreiben von privaten Schulden"?

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Rocker aus dem Umfeld der Bandidos stehen vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft drei Männern aus dem Umfeld der "Bandidos" Raub und Drogengeschäfte vor. Sie schweigen - oder weisen die Vorwürfe zurück.

Hamm/Dortmund – Die Prozessbeteiligten um drei Männer aus dem mutmaßlichen Umfeld der „Bandidos“ sind nicht zu beneiden. Auf sie wartet eine sicherlich sehr aufwändige Beweisaufnahme mit der Vernehmung vieler Zeugen.

Vor dem Dortmunder Landgericht hatten die drei Männer nun Gelegenheit, sich zu den massiven Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu äußern. Danach werden den zwischen 27 und 30 Jahre alten Angeklagten in wechselnder Beteiligung Rauschgiftgeschäfte mit mehreren Kilogramm Amphetamine und Haschisch vorgeworfen, aber auch ein schwerer Raub an einem Bekannten.

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Ein Angeklagter machte dabei generell von seinem Schweigerecht Gebrauch. Er will sich also nicht zu den Taten und seiner eventuellen Beteiligung äußern. Der mutmaßliche Hauptangeklagte will nichts zu Drogengeschäften sagen und stellte den angeklagten Raub aus seiner Sicht als das „berechtigte Eintreiben von privaten Schulden“ dar.

Zusammen mit einem weiteren Angeklagten habe er bei seinem Bekannten geklingelt, nachdem dieser sich geweigert habe, private Schulden zurückzuzahlen. Dann sei er laut geworden und habe seinem Gegenüber auch „einmal mit der Faust gegen den Kopf geschlagen“, aber niemand habe den Mann ausgeraubt.

Auch sei es nicht darum gegangen, wie angeklagt, dessen Wohnung als unauffälligen Aufbewahrungsort für Rauschgift einzufordern. Das Trio sitzt seit seiner spektakulären Festnahme im September vergangenen Jahres durch ein Sondereinsatzkommando in Untersuchungshaft in verschiedenen JVAs.

Durch Zeugenaussagen muss nun aufgeklärt werden, ob sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zweifelsfrei erhärten lassen.

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