64 Kilogramm Amphetamine

Wegen Drogenhandel: Hammer Rocker vor Gericht

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Unter Beteiligung eines Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei wurden drei Hammer im Oktober 2019 festgenommen.

Drogenhandel, Körperverletzung, Ausweisdelikte: So lautet die Anklage gegen drei Hammer Bürger im Alter zwischen 27 und 30 Jahren, die sich ab Freitag vor dem Landgericht Dortmund verantworten müssen.

Hamm – In der Anklage steht unter anderem die beachtliche Menge von 64 Kilogramm Amphetaminen, mit denen Handel betrieben worden sein soll. Mindestens einer der Angeklagten soll laut Gerichtssprecher der Rockergruppierung „Bandidos“ angehören.

An einem Dienstagmorgen, am 1. Oktober des vergangenen Jahres, war es unter Beteiligung eines Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei zur Festnahme der drei Angeklagten im Hammer Süden gekommen. Der Zeitraum der angeklagten Delikte liegt zwischen Ende August 2019 und dem 17. September des vergangenen Jahres, bezieht sich also auf etwa drei Wochen. Sieben Prozesstage sind bisher dafür angesetzt. Die Angeklagten saßen wie in Fällen dieser Art üblich bisher in unterschiedlichen Haftanstalten ein.

"Eine außergewöhnlich hohe Menge"

Das Hinzuziehen eines SEK war damals geboten, weil der vermeintliche Haupttäter schon einmal wegen Waffengebrauchs aufgefallen war. Die anderen Beteiligten seien wegen Betäubungsmittel-Delikten bekannt, hieß es damals von der Staatsanwaltschaft.

„64 Kilogramm ist schon eine außergewöhnlich hohe Menge“, sagte der Sprecher gegenüber unserer Zeitung. „Was das im Falle einer Verurteilung in Jahren bedeutet, lässt sich schwer sagen.“ Bestellte und tatsächlich verkaufte Menge würden addiert, sodass die Zahl am Ende zusammen schmilzen könne. Gleichwohl bleibe sie hoch.

Drogenhandel und Schweigegeld-Erpressung

Was sich genau abgespielt hat in diesem dreiwöchigen Zeitraum und welche Rolle die einzelnen Personen gespielt haben, wird sich nun im Rahmen der Verhandlung zeigen. Laut Gerichtssprecher wird auch eine bestimmte Menge Marihuana im Kilogramm-Bereich eine Rolle spielen. Darüber hinaus geht es um das Abpressen von Bargeld im Rocker-Milieu. 

Zum einen soll eine Art Schweigegeld in einem Körperverletzungsdelikt verlangt worden sein, zum anderen soll eine Wohnung möglicherweise als Aufbewahrungsort von Drogen erpresst worden sein. In diesem Zusammenhang sollen 220 Euro Bargeld geflossen sein.

Mitgliedschaftsstatus bei den "Bandidos" unklar

Außerdem geht es um einen ungarischen Führerschein und kroatische Papiere, die in der Garage eines gesondert verfolgten Mannes hinterlegt wurden. Die Papiere hätten bei einem polizeilichen Zugriff möglicherweise der Verschleierung von Identitäten gedient. Die beurkundeten Daten entsprachen aber offensichtlich nicht der Wahrheit.

Ob alle drei Angeklagten dem Rocker-Milieu entstammen, oder ob es sich um „assoziierte Mitglieder“ oder Mitglieder auf der Warteliste handelt, ließ der Gerichtssprecher offen. In einem Fall sei eine Zugehörigkeit sicher. Die öffentlichen Verhandlungstermine werden unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. Ohnehin ist wegen der Corona-Beschränkungen nur eine begrenzte Öffentlichkeit zugelassen.

Rocker-Szene in Hamm

„Darkside“ nennen die Bandidos aus Hamm ihr Domizil an der Wilhelmstraße. Die Gruppierung tritt öffentlich kaum in Erscheinung; über Strukturen in Richtung organisierter Kriminalität ist nie etwas bekannt geworden. Die Mitglieder sind überwiegend im gesetzten Alter. Streitigkeiten gab es in der Vergangenheit bisweilen mit anderen Rocker-Gruppen, insbesondere als Sympathisanten der Hells Angels vor einigen Jahren ebenfalls im Hammer Westen aktiv waren.

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