Bürger sollen sich beteiligen

Aus für Ringbuslinie - Das ist das Hammer Liniennetz von morgen

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So soll das Liniennetz nach Vorstellung der Stadt Hamm ab 2021 aussehen. Eingezeichnet sind auch die neuen Linien 2, 6, 11 und 33. (Ein Klick rechts oben in das Bild zeigt das komplette Motiv.)

Hamm - Die Stadt Hamm hat ihre Pläne zur Optimierung des Busnetzes vorgestellt und den Start eines Bürgerbeteiligungsverfahrens angekündigt. Die breit diskutierte Einrichtung einer Ringbuslinie ist vom Tisch. Stattdessen soll es vier neue Durchmesserlinien geben, um Stadtteile miteinander zu verbinden.

Die Fortschreibung des Nahverkehrsplans basiert auf einem Gutachten des Berliner Verkehrsplanungsbüros PROVIZ, aus dem klare Empfehlungen zur Verbesserung des Busverkehrs in Hamm hervorgehen. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) und Carsten Gniot, Abteilungsleiter Verkehrsplanung im Stadtplanungsamt Hamm, haben die wesentlichen Punkte gestern im Rathaus vorgestellt.

Die Einrichtung einer Ringbuslinie ist laut Hunsteger-Petermann von einem Gutachter geprüft worden. Eine solche Linie würde demnach der lokalen Nachfrage nicht gerecht, da sie aus Zeitgründen den Weg über die Innenstadt einspare. De facto liefen aber 85 Prozent der Verkehre in Richtung Innenstadt, hier gebe es eine hohe Nachfrage. Sogenannte Durchmesserlinien – sprich Linien, die durch das Zentrum zwei Stadtteile miteinander verbinden – eignen sich dem Gutachten zufolge besser. Grund sei, dass sie die Innenstadt eben nicht ausließen, erklärte Hunsteger-Petermann.

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Vier neue Durchmesserlinien geplant

Vier neue Durchmesserlinien – neben zwei bestehenden – sollen künftig eingerichtet werden. Die neue Durchmesserlinie 2 verbindet durch eine Verknüpfung der Linien 22 und 2 Rhynern und Bockum-Hövel (über Bahnhof Hamm) in einem 30-Minuten-Takt. „Von Rhynern aus wird so der Erlebnisraum Lippeaue direkt erreichbar“, nannte Gniot beispielhaft einen daraus resultierenden Vorteil. Auch aus Bockum-Hövel kommend ende die Fahrt dann nicht mehr zwangsläufig am Bahnhof, sondern könne bis zu vielen Punkten der südlichen Innenstadt fortgesetzt werden – etwa zum Evangelischen Krankenhaus (EVK).

Um diese Buslinien geht es:

Die neue Durchmesserlinie 6 (Heessener Dorf – Heessener Westkamp – Bahnhof – Maxipark) schließt das Neubaugebiet Westberger Weg erstmals ganztägig an die Stadtmitte und den Heessener Markt an.

Die neue Durchmesserlinie 11 soll zwischen Westtünnen (Startpunkt Am Schützenplatz) und Heessen verkehren.

Die Linie 33 schafft unterdessen eine Verbindung zwischen Selmigerheide und Uentrop – über Lohauserholz, Innenstadt, Hochschule Hamm-Lippstadt und den Maxipark.

Umstieg hemmt Lust am Busfahren

Und noch einige weitere Verbesserungen sollen erreicht werden; Stichwort „Ortsbus“: Während die Linien 4 und 9 derzeit an der Barsener Straße enden, soll künftig ein Ring in Bockum-Hövel bedient werden. Auf der Marker Allee, dem Alten Uentroper Weg, der Ahlener Straße und an der Barbara-Klinik soll es Taktverdichtungen geben.

Die Verbesserungen sind Hunsteger-Petermann und Gniot zufolge nötig, da nach heutigem Stand abgesehen von den Linien 1/3 und 7/17 alle Busse am Willy-Brandt-Platz beginnen und enden. „Von dort aus führen sie sternförmig in alle Stadtgebiete – aber eben nicht darüber hinaus. Wer das Hammer Busnetz stadtteilübergreifend nutzen möchte, muss umsteigen.“ Die Nachteile – von Wartezeit bis Anschlussrisiko – liegen auf der Hand, wie auch Gniot bestätigte: „Wenn ein Umstieg dabei ist, hat die Hälfte der Fahrgäste schon keine Lust mehr.“

Mehr Qualität bei Komfort und Umweltschutz

Nicht nur die Verbindungen selbst, sondern auch die Qualität soll in Sachen Komfort und Umweltschutz verbessert werden.

Für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans gibt es einen Zeitplan: Zunächst startet ein Beteiligungsverfahren, bei dem auch die Bürger Gelegenheit bekommen, Stellung zu nehmen. Neu daran ist die Online-Version. Ab 15. Juli können Bürger ihre Wünsche, Anregungen und Einwände an die Verwaltung weitergeben (www.hamm.de/verkehr).

Analoger Plan wird öffentlich ausgelegt

Zusätzlich werde der Plan natürlich analog öffentlich ausgelegt und es gebe eine Sprechstunde im Planungsamt, so das Versprechen. Nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens und Einarbeitung der Vorschläge muss der Rat entscheiden – voraussichtlich im Oktober. Danach folgt die betriebliche Umsetzung – und erst 2021 die tatsächliche Einführung des neuen Liniennetzes.

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