Alte Ter-Veen-Schaufenster legal genutzt

Riesiges Uzey-Graffiti mitten in der Stadt: „Alle kommen nach Hamm“

Ter Veen geht, Kult bleibt – finden Kai Wohlgemuth (rechts) und Mati Konczak.
+
Ter Veen geht, Kult bleibt – finden Kai Wohlgemuth (rechts) und Mati Konczak.

Vor knapp zwei Jahren, am 29. Juni 2019, hatte das Kaufhaus Ter Veen den letzten Verkaufstag. Ein Hotel sollte kommen - eigentlich. Nun wird an Wohnen, Büros und Gewerbe getüftelt. Doch erstmal ziert ein legales Graffiti einen Teil der ehemaligen Schaufenster.

Hamm - Der Schriftzug „Alle kommen nach Hamm“, der seit Dienstag auf der Schaufensterfront in der Straße „Am Stadtbad“ prangt, hat nostalgischen Charakter. Abgesehen davon, dass er teils in den Farben des Investors Dudoq Real Estate GmbH gesprüht ist, weckt er bewusst Erinnerungen an den altbekannten Slogan „Alle gehn zu Ter Veen“. In Absprache mit Investor und Stadt sprühten der Hammer Graffiti-Künstler „Uzey“ (Kai Wolgemuth) und Praktikant Mati Konczak die raumgreifenden Buchstaben gut lesbar in Blockschrift auf einer Länge von rund 30 Metern auf die Schaufensterscheiben.

Nach der zügigen Schaufenster-Nutzung gegenüber in der Kaufhof-Immobilie zieht nach einiger Zeit jetzt auch der neue Ter-Veen-Eigentümer mit einer Gestaltung hinterher. Kreative Köpfe in Hamm hatten schon lange die Bespielung der Schaufenster angeregt, die nach der Schließung mehr und mehr vergammelt waren. Die vorübergehende Bespielung von Leerständen in Innenstädten ist ein zentrales Thema, um Verwahrlosung und Vandalismus entgegenzuwirken und zugleich Raum sinnvoll zu nutzen.

Neues Uzey-Graffiti in Hamm: „Wie von einem anderen Planeten“

Für Graffiti-Künster Uzey, der sein Atelier im Künstlerhof an der Martin-Luther-Straße hat, sind die Schaufenster eine sehr attraktive Fläche. „Sie liegen in der Innenstadt, werden gesehen und können ohne Gerüst bearbeitet werden“, sagt er. „Außerdem ist es eine Arbeit, die in langer Verbundenheit der Hammer zu Ter Veen entsteht. Ter Veen war ein Kaufhaus wie von einem anderen Planeten und aus einer anderen Zeit, wo man alles bekam.“

Uzey alias Kai Wohlgemuth wird den Schriftzug noch um Elemente der Hammer Skyline ergänzen und es damit noch einmal etwas kleinteiliger gestalten.

Sprayer Mati Konczak bei der Arbeit.

Neues Uzey-Graffiti in Hamm: Was folgt auf Ter Veen?

Offiziell ist noch nicht entschieden, wie genau die Planung nach dem Aus für das Hotel aussieht. Zuletzt hatte der Investor mitgeteilt, man prüfe einen Mix aus Wohnen, Büros und Gewerbefläche. Man befinde sich auf einem guten Weg. Dudoq Real Estate hatte auch betont, die Arbeiten in einem Guss durchzuführen und das Kaufhaus-Gebäude erst abzureißen, wenn die weitere Planung auf sicheren Füßen stehe. Aktuell steht nur noch die Hülle. Das Haus ist entkernt.

Gegenüber von Ter Veen war zuletzt mithilfe einer Landesförderung das „Treibkraft.Theater“ in einen Leerstand eingezogen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare