Wildvogel über Osttünnen

Zweite Attacke: Bussard verjagt erneut Joggerin

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Yvonne Schmidt zeigt mit einem Stock, wie der Vogel vertrieben werden kann. (Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt das volle Motiv.)

Osttünnen - Der Bussard in Osttünnen beschützt weiterhin rigoros seinen Nachwuchs. Am Dienstagmittag machten zwei Joggerinnen auf der Ulmenstraße Bekanntschaft mit dem Greifvogel. Schon zu Pfingsten war nur ein paar Meter weiter ein Mann von einem Bussard attackiert worden.

Yvonne Schmidt dreht gerne ihre Runden rund um ihren Heimatort Westtünnen. Nicht selten führt ihre Jogging-Strecke durch Osttünnen über die Ulmenstraße. Den jüngsten Lauf am vergangenen Dienstagmittag wird sie so schnell nicht vergessen. Vom Bussard-Angriff auf einen Läufer an dieser Stelle zu Pfingsten hatte sie im WA gelesen. Seitdem war sie bereits einige Male an dieser Stelle vorbei gelaufen. Aufgefallen war ihr bislang nichts.

Diesmal war die 26-Jährige von der Osttünner Mitte kommend auf der Ulmenstraße unterwegs, bekleidet mit einem auffällig pinken Oberteil, als sie über dem benachbarten Feld bereits einen Bussard bemerkte. Schnell fiel ihr der Zeitungsbericht wieder ein. Da sich der Vogel aber ansonsten nicht auffällig verhielt, lief sie weiter. „Nur wenige Sekunden später, bemerkte ich dann den Flügelschlag unmittelbar über meinem Kopf“, berichtete sie. Völlig lautlos hatte sich der Bussard von hinten genähert.

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Anblick sehr beeindruckend

„Berührt hat er mich nicht, dafür hatte ich ihn wohl früh genug bemerkt“, so Schmidt. Dennoch sei es sehr beeindruckend gewesen, die große Spannweite aus der Nähe zu sehen. Der Bussard nahm darauf hin sogar einen zweiten Anflug auf die Joggerin, drehte aber frühzeitig wieder ab. Anschließend beobachtete der Vogel das Geschehen von einem Strommasten aus. „Mir schlotterten danach durchaus die Knie“, gab die Westtünnerin zu. Unvermittelt machte sie sich daraufhin auf den Weg nach Hause. Verletzt wurde sie nicht.

Krallen auf dem Kopf gespürt

Nur eine Stunde später meldete sich ihre Freundin per WhatsApp und wollte ihrerseits von einem spannenden Erlebnis berichten: „Du glaubst nicht, was mir gerade passiert ist“, startete die Freundin ihre Nachricht. Doch Yvonne Schmidt konnte den weiteren Verlauf der Nachricht sehr wohl glauben. den auch die Freundin war auf der Ulmenstraße von einem Bussard attackiert worden. Etwa eine Stunde später. Sie bekam sogar die Krallen des Vogel auf dem Kopf zu spüren. Leichte Kratzer waren die Folge.

Ein Mäusebussard wie dieser ist in Osttünnen unterwegs.

Jogger und Radfahrer warnen

Yvonne Schmidt möchte alle Jogger und Radfahrer, die in diesem Bereich unterwegs sind, warnen. Zumindest sollte jeder die Augen offen halten, da der Vogel offenbar noch immer sein Revier und seinen Nachwuchs verteidigt. Die Stadt Hamm wird nicht tätig werden, zumal ihr die Fälle nicht direkt gemeldet worden waren. „Die Jahreszeit ist soweit vorangeschritten, dass davon auszugehen ist, dass die Jungvögel schon in wenigen Tagen aus dem Gröbsten raus sein werden“, erklärt ein Stadtsprecher auf Nachfrage.

Warnschilder als Option

Sehr wohl sollten die Menschen in diesem Tagen noch aufmerksam sein. „Sollten sich die Fälle im nächsten Jahr wiederholen, werden wir dann sehen, ob wir in Form von Warnschildern oder ähnlichem eingreifen“, so der Sprecher.

Nähert sich ein Bussard, so ist es ratsam einen Stock in die Höhe zu halten, da der Vogel stets den höchsten Punkt attackiert. Sofern der lautlose Angriff des Vogels überhaupt vorher bemerkt wird...

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