Seit fast 75 Jahren unentdeckt!

Blindgänger mit TNT ungeschützt im Gras - Gefährlicher Zufallsfund in Berge

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Auf den ersten Blick kaum zu erkennen: So lag die Bombe in dem Waldstück.

[Update 11.25 Uhr] Berge - Bei Aufräumarbeiten nach dem Sturm Friederike ist unweit der Wassertürme in Berge eine 250-Kilogramm-Weltkriegsbombe gefunden worden. Sie hatte zwar keine Zünder mehr - ungefährlich war sie dennoch nicht. Vor allem aber lag sie ungeschützt auf dem Boden.

Die ursprünglich mit zwei Zündern ausgestattete amerikanische Fliegerbombe lag vermutlich seit bereits fast 75 Jahren ebenerdig im Unterholz eines kleinen Waldstücks unweit eines der beiden Kreisverkehre am Hellweg (siehe Google-Karte unten). Das teilte Wolfgang Rumpf vom Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Zivilschutz mit. Der Eigentümer des angrenzendes Anwesens fand sie, als er lose Bäume und Äste entsorgen wollte. Er meldete seinen Fund - gänzlich unaufgeregt, wie es hieß - am Sonntag gegen 17 Uhr bei der Hammer Feuerwehr. Damit startete die Alarmkette.

Weil die Gesetzeslage eine unmittelbare Entsorgung von entdeckten Blindgängern vorschreibt, wurde die ungewöhnliche Nachricht - Sonntag hin oder her... - via Rufbereitschaftsnummer direkt zur Bezirksregierung Arnsberg durchgestellt. Schon kurze Zeit später traf der Feuerwerker Andreas Brümmer vom zuständigen Kampfmittelräumdienst vor Ort ein.

Die Bombe nach der Bergung in Berge.
Feuerwerker Andreas Brümmer bei einem früheren Einsatzes in Hamm.

Der Experte untersuchte den Front- und Heckbereich des explosiven Fundes - und stellte fest: Beide Zünder waren vermutlich bereits zum Ende des Zweiten Weltkrieges ausgebaut worden. Gleichwohl war der Sprengkörper noch randvoll mit TNT gefüllt.

Zur Bergung am Sonntagabend wurde der Rüstwagen der Berufsfeuerwehr eingesetzt. Insgesamt kamen inklusive Einsatzleiter Rumpf vier Feuerwehrmänner zum Fundort, um den Arnsberger Feuerwerker zu unterstützen. Zudem galt es den etwas versteckt liegenden Fundort noch freizuschneiden. Gegen 20 Uhr war der Blindgänger geborgen und entsorgt; der Einsatz konnte beendet werden.

Bisher kein vergleichbarer Fund in Hamm

Wie Rumpf auf WA.de-Nachfrage mitteilte, hatte es einen solch "offenen" Fund im Hammer Stadtgebiet zuvor noch nicht gegeben. Die Blindgänger lägen in der Regel mindestens einen halben Meter unter der Erde. Auch für Feuerwerker Brümmer sei es ein ungewöhnliches Ereignis gewesen.

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Blindgänger nach wie vor gefährlich

Aufgrund ihrer explosiven Füllung war die Bombe natürlich nach wie vor grundsätzlich gefährlich. Da die Zünder fehlten, sei eine Explosion aber sehr unwahrscheinlich gewesen, erklärte Rumpf - umstürzende Bäume oder der Fehltritt eines Spaziergängers oder eines Tieres hätten jedenfalls nicht dafür gereicht. Vielmehr hätte die Bombe einer starken Hitzeeinwirkung ausgesetzt - etwa einem intensiven Feuer - werden müssen, die weit über heiße Sommersonnenstrahlen hinausginge.

Erst vor wenigen Wochen hatten Bombenfunde in der Hammer Innenstadt zu großer Aufregung geführt.

 

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