Wambelner Straße: Eine vergessene Risikostrecke?

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Lkw sind stets ein Risikofaktor auf der Wambelner Straße.

Wambeln - Immer wieder passieren schwere Unfälle auf der Wambelner Straße. Von einer Risikostrecke will die zuständige Behörde  aber nicht sprechen.

Gibt es wirklich keinen Anlass, die Risikostrecke Wambelner Straße zu entschärfen? Jahr für Jahr stellt sich diese Frage, zumeist in der wärmeren Jahreszeit, wenn sich bei zunehmend schlechter Sicht durch hochstehendes Gras und Getreide die gefährlichen Situationen häufen. Noch am vergangenen Wochenende verunglückte ein Motorradfahrer schwer. Doch selbst solche schlimmen Unfälle konnten die Verantwortlichen beim Landesbetrieb Straßen-NRW nicht überzeugen. Die bisherigen Vorstöße der Lokalpolitik prallten bei den Entscheidungsträgern ab. „Keine erkennbare Risikostrecke – kein Handlungsbedarf“, hieß es zusammengefasst.

Zuletzt vor zwei Jahren hatte die CDU ein Tempolimit sowie ein Durchfahrverbot für Lkw angeregt. Seitdem ist es still um dieses Thema. Auch die Jäger hatten mehrfach eine Temporeduzierung gefordert, da sie viele Wildunfälle in diesem Bereich beobachteten. Auf der Wambelner Straße gilt – abgesehen vom Schlagloch-Abschnitt vor dem Gewerbepark – Tempo 100. Nicht wirklich jeder traut sich, diese Höchstgeschwindigkeit zu fahren, aber so mancher eben schon. Kommt es dann zum Begegnungsverkehr, wird es auf der 4,50 Meter breiten Fahrbahn bereits eng, sind Lkw und Landmaschinen beteiligt sogar richtig brenzlig. Ganz abgesehen davon, dass die kurvenreiche Strecke ohnehin ein Gefahrenpotenzial birgt. Dies sieht der Landesbetrieb anders. 

So hatte er bei einem Ortstermin im Februar festgestellt, dass die Kurven kein Problem seien, da sie gut einsehbar sind. Wohl gemerkt wurde dies im Februar festgestellt, wenn in der Regel auf den Feldern nichts wächst. Von einem Ortstermin im Sommer ist nichts bekannt. Zu schnell gefahren werde auf der Wambelner Straße auch nicht. Dies hatte die Behörde messen lassen. Die so genannte V85 (das ist die Geschwindigkeit, die von 85 Prozent der Kraftfahrer nicht überschritten wird) lag zwischen 70 und 75 Kilometer pro Stunde. Die Durchschnittsgeschwindigkeit nur bei etwa 60. Außerdem seien die Unfälle zumeist nicht auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen, so dass die Einführung eines Tempolimits nichts begründbar sei. Im Gegenteil: Eine Vorgabe über die zulässige Höchstgeschwindigkeit könne vielmehr dazu führen, dass eine Fehleinschätzung des Straßenverlaufes erfolgt, da dem Fahrer möglicherweise suggeriert wird, dass die Straße durchgängig sicher mit der vorgegebenen Geschwindigkeit befahren werden kann, hieß es. 

Die geringe Breite der Fahrbahn spielte bei der Bewertung bislang nie eine Rolle. Auch von einem Lkw-Verbot hält die Behörde nichts. Es würden sich Ausweichverkehre auf andere Straßen verlagern. Von dieser Meinung ist der Landesbetrieb nicht abgerückt. Seit nunmehr zwei Jahren ist das Thema „Risikostrecke Wambelner Straße“ zumindest keines mehr gewesen. Es bleibt nur zu hoffen, dass es keinen weiteren schweren Unfall dort gibt.

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