Über 200 Meter hoch: Anträge für vier neue Riesenwindräder in Rhynern eingereicht

Das ist geplant: WEA-1 und WEA-2 sind die jetzt von der BB Wind geplanten Räder. Die als „Fremdplanung 1 und 2“ bezeichneten Standorte sind bereits vor einigen Wochen von der SL Naturenergie beantragt worden.
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Das ist geplant: WEA-1 und WEA-2 sind die jetzt von der BB Wind geplanten Räder. Die als „Fremdplanung 1 und 2“ bezeichneten Standorte sind bereits vor einigen Wochen von der SL Naturenergie beantragt worden.

Vier knapp 200 Meter große Windräder sollen nahe der A2 in Rhynern, Freiske und Weetfeld entstehen. Das Unternehmen BB Wind aus Münster hat in der Zwischenzeit einen Antrag zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für zwei Riesenwindräder gestellt. Das kommt einer Bauvoranfrage gleich.

Rhynern/Freiske – „Wir hoffen, dass wir zum Ende des Jahres eine Baugenehmigung haben“, teilte Kai Solinski von der BB Wind mit. Er ist mit der Projektplanung beauftragt. Hinter den beiden Rädern steckt die Windenergiegemeinschaft Weetfeld-Freiske GbR. Zwei weitere Windkraftanlagen werden in diesem Bereich von der SL Naturenergie aus Gladbeck geplant.

Der von der BB Wind zur Verfügung gestellte Lageplan der vier Räder zeigt, dass eine Anlage südlich und drei Anlagen nördlich der Autobahn geplant sind. In den Ursprungsplänen von 2012 war noch von sechs Windrädern die Rede, doch die GbR hat in Abstimmung mit der BB Wind vor, nur noch zwei Anlagen zu bauen, eine auf Freisker, eine auf Weetfelder Gebiet.

Weniger Windräder durch neuere Technik

„Da hat uns letztlich im Laufe der acht Jahre die technische Entwicklung eingeholt“, erklärt Solinski. So sei es mittlerweile möglich, deutlich leistungsstärkere Anlagen zu bauen, so dass zwei Räder nun effizienter sind als vier“, sagt Solinski. Mit Blick auf die bereits geplanten Räder des Mitbewerbers SL Naturenergie habe das Unternehmen nun diese beiden Standorte nahe der Autobahn gewählt.

„Beide Bürgerwindanlagen werden jährlich etwa 16 Millionen Kilowattstunden Grünstrom erzeugen“, rechnet Solinski vor. Geht man von einer Betriebslaufzeit von rund 20 Jahren aus, dann produzieren die beiden Windräder der BB Wind entsprechend 320 Millionen Kilowattstunden während ihrer Lebensdauer. Pro Jahr könnten damit rund 4500 Drei-Personen-Haushalte der Stadt Hamm mit Strom versorgt werden, führt der Projektplaner einen ökologischen Effekt des Bürgerwindparks auf.

Bürgerinitiative gegen Riesenräder

Bis zur endgültigen Genehmigung der Räder sind noch unterschiedliche Gutachten einzureichen. Dennoch zeigen sich die Projektierer zuversichtlich, dass dem Bau der Anlagen nun nichts mehr entgegensteht. Nach fast zweijähriger Planung hatte die Hammer Politik das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans einst abgebrochen, auch mit Blick auf den Gegenwind, den eine Bürgerinitiative (BI) erzeugt hatte. Die BI hat sich auch jetzt wieder in Stellung gebracht und will gegen die Errichtung der Riesenräder kämpfen.

Die damalige Ratsentscheidung wurde später vor Gericht gekippt, mittlerweile sind die Flächen an der A2 von der Politik wieder ins Rennen gebracht worden. Sie gehörten zu einer Windvorrangzone, die in einer von der Stadt in Auftrag gegebene Potenzialanalyse als geeignet eingestuft worden waren und anschließend von Investoren, Grundstückseigentümern und Projektierern genauer unter die Lupe genommen worden waren. Im Stadtbezirk Rhynern gab es einst noch eine weitere Windvorrangzone, und zwar in Süddinker, südlich der Vogelstange. Diese wurde nicht weiter verfolgt, da aus ökologischer Sicht der Artenschutz ein zu großes Konfliktpotenzial darstellt.

Die Anlagen

Die BB Wind plant zwei Windkraftanlage des Typs ENERCON E-138 EP3 E2. Sie haben jeweils eine Nabenhöhe von 130,80 Metern. Mit den Flügeln erreichen die Räder eine Gesamthöhe von 199,93 Meter, der Rotordurchmesser beträgt 138,25 Meter. Die Nennleistung pro Anlage liegt bei 4200 Kilowatt.

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