30 Knöllchen im Ortskern Rhynern verteilt

Mehr Ärger als Entspannung? Trotz Parkkonzepts bleiben Dauerparker ein Problem 

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Punktuell ist der Parkdruck an der Alten Salzstraße, wie hier zum Beispiel in der Nähe der Autowerkstatt, sehr hoch, da Dauerparker die öffentlichen Plätze blockieren.

Rhynern - Dauerparker aus dem Ortskern vertreiben und gleichzeitig den Anwohnern ausreichend Parkraum belassen.  Das Ziel eigentlich nicht erreicht.  Das Parkraumkonzept in Rhynern kaum.

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ein neues Parkraumkonzept für das Zentrum von Rhynern erstellt. Ein Teil der öffentlichen Stellplätze erhielt die Einschränkung, dass dort höchstens zwei Stunden lang ein Fahrzeug abgestellt werden darf. Dadurch sollte sich die Lage entspannen, indem Dauerparker aus dem Ortskern verbannt werden. Nach den ersten sechs Wochen gab es noch Lob und Kritik. Aktuell scheint es allerdings, als hätte die neue Regelung für mehr Ärger als Entspannung gesorgt. 

Zumindest gebe es Beschwerden, die beim Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) eingehen. Das bestätigt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. Parallel dazu schildern genervte Bürger in der WA-Redaktion, dass die Situation vor ihrer Haustür chaotisch sei. Bei diesen Anrufern handelt es sich übrigens ausschließlich um Anwohner der Alten Salzstraße, nicht um Geschäftsleute. 

Sie berichten von Problemen, einen Stellplatz zu finden und von zugeparkten Einfahrten. Dies sei alles eine Folge des hohen Parkdrucks, der punktuell in manchen Bereichen zu spüren sei. Und der werde erzeugt durch weiterhin viele Dauerparker. Diese gehören nach Schilderung der Anwohner ausgerechnet zu den Gewerbetreibenden, für die eigentlich das Konzept gemacht worden ist. Unter anderem parken Angestellte dort während ihrer Arbeitszeit. Ist das Konzept also gescheitert? 

Dauerparker längt nicht alle vertrieben

Zwar halten sich viele Kunden der Geschäfte an die Parkscheibenregelung, doch die Dauerparker wurden längst nicht alle aus der Dorfmitte vertrieben. Sie suchen sich die Plätze, die keine zeitliche Begrenzung haben, also die Plätze, die eigentlich als eine Art Kompromiss für die Anwohner vorgesehen waren. Damit bleibt die Fahrzeugmenge im Ortskern unverändert hoch, gewonnen ist wenig. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Monaten neuer Wohnraum entstanden ist, was neue Anwohner-Fahrzeuge mit sich bringt. 

Die vermehrten Beschwerden haben auch die Zahl der Besuche des KOD in Rhynern erhöht. In den vergangenen drei Monaten seien zwölf Kontrollen durchgeführt worden, teilt ein Stadtsprecher mit. Also im Schnitt eine pro Woche. Dabei wurden die Mitarbeiter 30 Mal „fündig“ und verteilten „Knöllchen“. Diese seien allesamt für Verstöße gegen die Parkscheiben-Regelung vergeben worden. Die Scheibe war also entweder nicht rausgelegt worden oder die Zeit abgelaufen. 

Beschwerden über andere Vergehen, wie das Versperren von Ausfahrten, habe der KOD nicht feststellen können. „Das kann auch daran liegen, dass wir nicht von jetzt auf gleich rausfahren können“, erklärt der Stadtsprecher und hofft auf Verständnis. Die Mitarbeiter würden ja nicht auf Anrufe warten, sondern seien anderweitig im großen Stadtgebiet unterwegs. 

Parkscheibe weiterdrehen wird geahndet 

Kontrollen würden aber in Zukunft weiter regelmäßig durchgeführt, verspricht der Stadtsprecher. Dann solle auch vermehrt ein Augenmerk darauf gelegt werden, das „Weiterdrehen“ der Parkscheibe zu ahnden, indem die Radstände gemessen werden. 

Für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung (BV) im März plant die Verwaltung eine Ergänzung des Parkraumkonzeptes. Angedacht ist es, weitere Flächen mit der zeitlichen Begrenzung auszuweisen. Zur Prüfung dieses Vorschlags erfolgt auf der Alten Salzstraße in Kürze eine erneute Parkraumerhebung. Der BV werden die Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge zum Beschluss vorgelegt.

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